Auf den Spuren Rünther Geschichte

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Die Wanderung führte die Gruppe auch zum Kanal und zur Marina. Unterwegs gab es Interessantes zu entdecken. ▪

RÜNTHE ▪ Sonja Fellmann interessiert sich nicht nur dafür, welche Ereignisse vor Hunderten von Jahren weite Teile der Welt bewegten. „Ich möchte auch wissen, was sich hier vor Ort abgespielt hat“, sagt die 28-jährige Bergkamenerin, die vor zwei Jahren dem Gästeführerring beigetreten ist. Am Wochenende bot sie erstmals eine Fußwanderung durch Rünthe an.

Es war zugleich der Auftakt der diesjährigen Stadtteiltouren. Bis zum 4. November bieten die zehn Gästeführer insgesamt 27 Termine an – Exkursionen mit dem Pkw, im Fahrradsattel oder per pedes. Neben Stadtteilen wie Overberge, Mitte und Weddinghofen werden auch die Halde Großes Holz, die Marina Rünthe und das Römerlager Oberaden erkundet. Die Ausflüge sind etwas für die ganze Familie – Vater, Mutter, Kind und Hund.

Birgitt und Ulrich Naße aus Rünthe verbanden die erste Tour des Jahres gleich mit einem ausgiebigen Spaziergang mit ihrem Terrier. „Wir wohnen hier schon seit Jahren, kennen die Gegend bestens, aber nicht unbedingt die Geschichte dahinter“, erläutern die Eheleute ihre Motivation. Sonja Fellmann entführte sie und vier weitere Teilnehmer aus Stockum und Werne in die Zeit, in der über den Hellweg noch eine Straßenbahn fuhr und die Gemeinde über eine „Pestalozzi-Schule“ verfügte. An der Marina endete der kurzweilige Trip, bis dahin passierten die interessierten Männer und Frauen unter anderem den Kanal, die Alte Kolonie sowie das Kriegerdenkmal an der Schachtstraße.

Noch am Treffpunkt auf dem Friedhofsparkplatz gab es erste Informationen zum Ortsnamen: „In der ältesten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahr 1277 hieß Rünthe noch Rennethe“, erläuterte Fellmann ihren aufmerksamen Zuhörern. Mit nur 293 Einwohnern galt die Gemeinde 1900 als dünn besiedelte Dorfschaft. Mit Gründung der Zeche Werne änderte sich dies schlagartig. Die Einwohnerzahl stieg rapide an – auf 1846 in 1905. Der enge Bezug zum Bergbau ist bis heute auf den Straßenschildern sichtbar. Man denke nur an die Schacht-, Glückauf- oder Schlägelstraße.

Die Gästeführerin wusste viel Bemerkenswertes zu berichten, ging stets auf Nachfragen ein und ließ sich auch einen Ausflug in die damalige Schullandschaft nicht nehmen. Mit Blick auf den Werdegang der Hellweg-Hauptschule stellte sie fest: „Die Geschichte ist länger als die Zukunft.“ ▪ rw

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