Sportliches Zeichen für Inklusion bei Rünther Dorfmeisterschaft

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Spieler Dirk, Trainer Achim Krupka und Spielerin Jessica bereiten sich auf die Dorfmeisterschaft in Rünthe vor.

Bergkamen - 25 Mannschaften nehmen an der Rünther Dorfmeisterschaft am 15. Juni teil. Eines der Teams kämpft unter besonderen Voraussetzungen um den Titel. Die Hellweg-Werkstätten aus Rünthe stellen eine inklusive Mannschaft. Menschen mit und ohne Behinderungen treten gemeinsam gegen den Ball.

Wer die Hellweg-Werkstätten des evangelischen Perthes-Werkes im Schacht III in Rünthe betritt, dem fallen sofort die vielen silbernen und goldenen Pokale auf, die eine Vitrine im Eingangsbereich zieren.

Gewonnen wurden die weit über 40 Titel von der Fußballmannschaft des Rünther Standortes. Im Juni soll der Titelsammlung nun die nächste Trophäe hinzugefügt werden. Bei der Dorfmeisterschaft treten die beschäftigten Menschen mit Behinderung sowie die Mitarbeiter gemeinsam auf den Rasen. 

Trainer Achim Krupka rechnet mit zehn bis zwölf Spielern. „Das ist super, dann können wir oft genug wechseln, falls jemandem die Puste ausgeht“, erklärt er. Der 37-jährige Dirk und die 34-jährige Jessica gehören schon viele Jahre zum Team. 

Vier Turniere im Jahr

Vier Mal im Jahr messen sie sich bei Turnieren mit den anderen Mannschaften der Hellweg-Werkstätten. Einmal pro Woche trainiert die Mannschaft in der Südschule in Kamen. „Ich bin ein Knipser. Ecke, Kopfball und Tor“, sagt Dirk. 

Er gibt aber kritisch zu: „Früher habe ich noch deutlich mehr Tore geschossen.“ Und ergänzt schmunzelnd: „Also ein bisschen so wie Marco Reus in der vergangenen Saison.“ Auch Jessica hat viel Erfahrung vorzuweisen. „Jessi spielt wirklich gut. Sie kann auf jeden Fall mit den Männern mithalten“, sagt Krupka, der zum ersten Mal bei einem Turnier gemeinsam mit seinen Schützlingen die Fußballschuhe schnüren kann. 

„Endlich stehe ich mal mit dem Team auf dem Platz“, so der Spielertrainer. Fußball verbinde. Der Sport spreche keine Sprache, sehe keine Behinderung. „In den Werkstätten ist fast jeder verrückt nach Fußball“, so der Trainer. Dirk und Jessica fiebern beide für Borussia Dortmund, Krupka unterstützt Borussia Mönchengladbach. „Wir unterhalten uns montags immer über die Spiele des Wochenendes“, erklärt Jessica. Auch Dirk freut sich jede Woche auf die gemeinsame Diskussion. „Dann wird viel gelacht“, sagt der 37-Jährige. 

Inklusion im Fußball schwieriges Thema

Trotz seiner Behinderung spielte Dirk jahrelang in einem normalen Verein Fußball. „Irgendwann hat es dann nicht mehr gereicht“, so Krupka. Allerdings sei Inklusion im Lokalfußball auch ein schwieriges Thema. „Nicht jeder will mit Menschen mit einer Behinderung zusammenspielen“, erklärt der Trainer. 

Selbst wenn die Leistungen stimmen, seien eingeschränkte Menschen nicht immer erwünscht. So sei es auch bei Dirk gewesen. „Er hätte sicherlich noch ein bis zwei Jahre in einem regulären Verein spielen können. Das ist sehr schade.“ 

Umso schöner sei es, dass das inklusive Team in diesem Jahr an den Rünther Dorfmeisterschaften teilnehme. „Das ist ein tolles Zeichen für Inklusion“, sagt Krupka. Menschen mit und ohne Behinderung, die als Team zusammen kicken: „Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht“, erklärt der Trainer.

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