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Der Sport in Bergkamen trotzt der Corona-Pandemie

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Von: Jürgen Menke

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Junge TuRa-Sportler bei einem Sportfest: Das Bild entstand noch vor dem Corona-Ausbruch. In der Pandemie ist das Interesse von Kindern und Jugendlichen am organisierten Sport gewachsen.
Junge TuRa-Sportler bei einem Sportfest: Das Bild entstand noch vor dem Corona-Ausbruch. In der Pandemie ist das Interesse von Kindern und Jugendlichen am organisierten Sport gewachsen. © Michael Schlösser

Wie hat sich der Sport in der Pandemie geschlagen? Die Stadt Bergkamen legt eine Übersicht vor, die Zuversicht schürt - mit Ausnahmen jedoch.

Bergkamen – Die knapp 50 Sportvereine in Bergkamen haben ihre Mitgliederzahlen seit Ausbruch der Pandemie weitgehend stabil halten können. Einzelne größere Gemeinschaften verzeichnen allerdings spürbare Verluste. Beim TuRa Bergkamen etwa mit seinen offiziell rund 1800 Mitgliedern gibt es binnen eines Jahres ein Minus von 160 (Stand: Ende 2021), beim TLV Rünthe waren es 47.

Die Stadt hat jetzt eine Bestandsaufnahme „Sport in der Pandemie“ vorgelegt. Darin beschreibt sie die negativen Folgen für den Schul- und Vereinssport etwa durch die zeitweise Schließung von Sportstätten, aber auch positive Effekte. So sei das Interesse von Kindern und Jugendlichen am organisierten Sport gewachsen.

Stichwort: Schulsport


Dieser war seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 stark betroffen, weil durch Vorgaben des Landes Hallen dichtgemacht werden mussten. Die Römerberghalle in Oberaden etwa wurde dann zeitweise als Tagungsstätte für politische Gremien genutzt sowie als Impfzentrum.

Auch beim Schwimmunterricht gab’s Ausfälle. Erst seit Beginn des laufenden Schuljahrs wird er laut Stadtverwaltung wieder regelmäßig durchgeführt. Mit Kursen für OGS-Kinder sollen die Defizite aufgefangen werden. Als weiterer Baustein werden die Angebote von Vereinen genannt. Unter deren Anleitung hätten etwa vor und in den Sommerferien etwa 120 Mädchen und Jungen das „Seepferdchen“ gemacht.

Damit Bewegung im Unterricht überhaupt möglich wurde, wichen viele Schulen auf Freiluft-Sportanlagen in der Nähe aus. Ein erster Wettkampf startete wieder im September 2021 mit der Kreis-Schulmeisterschaft im Fußball, die in Bergkamen ausgetragen wurde.

Stichwort: Vereinssport


Ende 2021 zählten 46 Bergkamener Vereine insgesamt 9443 Mitglieder. Zwei Jahre zuvor waren es 9564 Sporttreibende unter dem Dach von 48 Organisationen. Der Schwund ist also gering, wenngleich laut der Erhebung der Stadt zum Beispiel auch der Bergkamener Gymnastikverein (der sich Ende 2021 aufgelöst hat) und der SuS Oberaden mit jeweils einem Minus von 55 Mitgliedern stärker bluten mussten.

Manfred Turk, Vorsitzender des TuRa Bergkamen, zeigt sich wenig überrascht vom Mitgliederschund in den eigenen Reihen. Auffällig sei, dass besonders Teamsportarten sowie Indoor-Disziplinen durch Corona betroffen seien. Manch Mitglied, das ohnehin nicht mehr richtig aktiv gewesen sei, habe die Pandemie zum Anlass genommen auszutreten.

Finanziell könnten die Verluste unter anderem dank Geld vom Land aufgefangen werden, berichtet Turk. Ziel sei es aber nunmehr, verlorene Mitglieder zurückzugewinnen und neue für sich zu begeistern. Dabei soll ein Aktionstag helfen, an dem sich alle sieben Sparten vorstellen. Er findet – sollten es die künftigen Pandemie-Auflagen ermöglichen – am 14. August auf dem Beach-Platz des Vereins neben dem Nordbergstadion statt.

Nach Darstellung der Stadt pflegen etliche Sportvereine Wartelisten für die Aufnahme jüngerer Mitglieder und müssen sie auf später vertrösten. Das liege nicht etwa an fehlenden Kapazitäten bei den Sportstätten, sondern an einem Mangel an Übungsleitern, heißt es. Zwischen den Oster- und den Sommerferien soll unter anderem zusammen mit der Stadtsportgemeinschaft verstärkt Werbung für ein Engagement im Verein gemacht werden.

Stichwort: Sportstätten


Auch wenn Corona den Sport ausgebremst hat, beim Sportstättenbau war die Stadt weiter aktiv. So seien in zwölf Sporthallen die alten Neonröhren durch umweltschonendes LED-Licht ersetzt worden, heißt es. Auch habe es Neuanschaffungen für teils 25 jahre altes Gerät wie Turnbänke und -kästen gegeben.

Das größte Bauvorhaben im vergangenen Jahr war die 300 000 Euro teure Verlegung von Kunstrasen auf der Anlage „Schacht III“ in Rünthe. Rückschläge gab durch die zeitweise Schließung der Sporthalle an der Freiherr-von-Ketteler-Schule, deren Außenwand saniert werden muss, und durch den Brand in den Räumen des Vereins für familiäre Kindertagespflege und dessen Mehrzweckraum. Beim Starkregen im Juli 2021 wurden überdies wiederhergestellte Räumlichkeiten beschädigt.

Mit rund 650 000 Euro beziffert die Stadt das Gesamtvolumen an Mitteln aus dem NRW-Fördertopf „Moderne Sportstätten“, der von der Stadtsportgemeinschaft verwaltet wird. Vier Vereine konnten davon bereits profitieren, darunter der Kanuverein Rünthe. Er finanzierte Arbeiten an seinem Vereinsheim mit Fördergeld.

Was wegen Corona ausfallen musste, sind größere Feierlichkeiten zu Vereinsjubiläen. Der TuRa etwa hatte 2020 sein 75-jähriges Bestehen. „Immerhin haben wir im vergangenen Jahr eine Festschrift vorlegen können“, sagt Vorsitzender Turk.

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