Spielplatz soll naturbelassen gestaltet werden

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Der Spielplatz der Büscherstiftung, der im April und November 2016 durch Elternarbeit entstand, ist ein Vorbild für die Kita Mittendrin. Wie der Spielplatz dort aussehen soll, wird aber erst noch an Modellen erarbeitet.

Bergkamen - Beim Spielplatz des Familienzentrums Mittendrin liegt einiges im Argen: Die Rutsche steht im Sommer in der prallen Sonne und wird für die Nutzung zu heiß, der Sandkasten ist nicht ausreichend beschattet, ein gesonderter Bereich für die U3-Kinder fehlt gleich ganz. Als bei der regulären Kontrolle durch das Kindergartenwerk aber auch festgestellt wurde, dass das Baumhaus morsch, der Fallschutz bei der Vogelnestschaukel nicht mehr gegeben war, so dass letztere sofort abgerissen wurde, und so manche Geräte der Marke Eigenbau nicht mehr den DIN-Normen entsprechen, war Einrichtungsleiter Bernd Bronheim klar: „Eine große Lösung muss her.“

Was in der Büscherstiftung im vergangenen Jahr zu einem riesigen – auch finanziellen – Erfolg wurde und die Kinderaugen dort nun beim Spielen zum Strahlen bringt, soll in den nächsten Monaten auch am Römerberg umgesetzt werden. Nach einer Planungsphase, in der alle ihre Ideen einbringen können, soll gemeinsam in diversen Arbeitseinsätzen das Außengelände komplett umgestaltet werden. Unterstützung gibt es dabei wie in der Büscherstiftung von der Ideenwerkstatt Lebenstraum. Das auf Spielplätze spezialisierte Unternehmen aus Ostwestfalen begeisterte viele Eltern bereits am Vorstellungsabend mit dem, was möglich ist und an anderen Orten bereits umgesetzt wurde.

Tolle Chance

 „Ich muss sagen, ich finde das extrem schlüssig“, sagte ein Vater. „Man hat eine Generalplanung, weiß wo es hingehen soll. Das wird eine tolle Zeit und eine tolle Chance für die Kinder, die Natur noch mehr zu erleben“, zeigte sich der Mann überzeugt. Über so viel Rückendeckung ist Bronheim froh. „Das wird eine Mammutherausforderung“, sagt er. „Ich habe schon beim Küchenumbau gestöhnt, aber der war dagegen ein Klacks.“ Doch die Eltern stärken ihm den Rücken. Beim ersten Info-Abend waren bereits knapp 30 Interessierte anwesend, und in der kommenden Woche treffen sich nun alle erneut, um Modelle zu entwickelt und das Gelände komplett neu zu überplanen. Klar ist schon jetzt, dort wird nichts bleiben, wie es war. Sämtliche Fundamente der jetzigen Spielgeräte müssen entfernt werden. 16 Mal sitzen die bis zu 80 Zentimeter tief in der Erde. „Ein mulmiges Gefühl habe ich schon“, gibt Bronheim zu, zumal die Kosten nur durch Eigenleistung gesenkt werden können. 

Sparen durch Eigenleistung 

„Die Kosten für die Fachleute bleiben in jedem Fall, aber bei Material und Arbeitsleistung können wir einiges sparen.“ Die Rückendeckung der Eltern macht ihm Mut. „Wir sind hier ein enger Haufen, der durch diese Geschichte noch weiter verdichtet würde. Und die neuen Eltern, die ihre Kinder bei uns angemeldet haben, werden wissen, dass ein Haufen Arbeit auf sie zukommt.“ Künftig soll das Gelände aus naturbelassenen Spielzonen bestehen. Büsche laden zum Verstecken ein, Tunnel werden zu Mutproben, auf Baumstämmen und Felsen soll geklettert werden. „Das wird ein Abenteuerspielplatz“, ist Bronheim überzeugt, mit Hilfe der Ideenwerkstatt und deren Know How etwas Wunderbares schaffen zu können. „Ich habe mal gelernt, ein Kind, was dreckig ist, ist auch gesund. Das setzen wir um“, erklärt Bronheim, warum es auch eine Matschecke geben soll. Und je weniger konkrete Spielangebote es für Kinder gibt, umso länger seien sie davon gefesselt. Ein paar Geräte wie die relativ neue Schaukel sollen in das neue Konzept des Familienzentrums integriert werden, doch wo und wie, das wird der Workshop am kommenden Dienstag zeigen, bei dem die Eltern in die Modellarbeit für das Projekt starten werden.

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