Bergkamener Familie ärgert sich über Spielplatz-Zustand

Neue Geräte lassen seit über einem Jahr auf sich warten

Der Spielplatz am Lanfermannteich in Bergkamen-Overberge soll mit neuen Geräten ausgestattet werden
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Emilia (fünf Jahre) und Elenia (1 1/2) würden mit ihren Eltern Sabine und Jannik Mayer gerne mehr auf der Fläche unternehmen. Doch bespielbare Geräte gibt es dort kaum.

Bergkamen – Ein neu aufgeschütteter Sandkasten, ein eingebautes Trampolin und ein Kletterturm, der zum anliegenden Hügel führt: So sollte der Spielplatz Lanfermannteich in Overberge bis zum Frühjahr 2020 aussehen. Als im Sommer sämtliche maroden Spielgeräte dort abgebaut wurden, hofften die Anwohner und Kinder aus der Umgebung auf schnellen Ersatz. Ein Jahr nach geplantem Bauschluss steht die Fläche aber noch immer nahezu leer.

„Die Nestschaukel ist das einzige, auf dem unsere beiden Kinder spielen können. Das Karussell ist verrostet, und der Sandkasten wurde seit Jahren nicht mehr frisch aufgeschüttet“, sagt Jannik Mayer. Gemeinsam mit Ehefrau Sabine und seinen beiden Kindern, fünf und eineinhalb Jahre, wohnt er wenige Minuten vom Spielplatz entfernt. Bereits im Frühjahr 2019 habe es eine Begehung mit dem Kinder- und Jugendbüro sowie eine Kostenzusage für das Projekt gegeben. Anfang 2020 sollten die Spielgeräte bereits stehen.

„Die Kritik ist berechtigt. Wir konnten die genannten Zeitpläne nicht einhalten“, sagt Christian Scharwey vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt. Grund dafür seien Aufgaben, die im Zuge der Corona-Pandemie Priorität gewannen. „Wir mussten Hygienekonzepte für die Einrichtungen und die offene Jugendarbeit entwickeln. Und generell haben sich alle Arbeitsprozesse aufgrund der Pandemie verzögert“, so Scharwey.

„Gerade jetzt, wo alles geschlossen ist, ist das sehr schade. Die Kinder dürfen nicht ins Schwimmbad oder in den Zoo. Und in ganz Overberge gibt es keinen Spielplatz, der unseren Kindern gefällt“, sagt Jannik Mayer. Die versäumte Unterstützung bei den Spielplätzen wolle die Stadt aber nun nachholen.

Sanierungsbedarf auch in Rünthe

In Rünthe wird etwa der Spielplatz Flötz Dickebank „aufgemöbelt“. „Dort mussten wir im vergangenen Jahr einige Geräte abbauen“, berichtet Scharwey. Sie waren in die Jahre gekommen und sollen nun durch neue ersetzt werden. So wird das alte Drehscheibe-Modell demnächst von einem neuen abgelöst. Vom Schwingkarussell mussten aus Sicherheitsgründen die Schaukelsitze abgenommen werden. Statt des Karussells wird jetzt ein Kombi-Gerät für Kleinkinder zum Klettern, Hangeln und Rutschen aufgestellt. Die Konstruktion der Nestschaukel, die bisher aus Holz bestand, wird gegen ein Metallgerüst getauscht. „Das soll deutlich länger halten“, wünscht sich Scharwey. Das Klettergerüst auf dem Spielplatz zwischen Overberger Straße und Flöz Dickebank sei hingegen noch in Ordnung und wird den jungen Besuchern noch ein paar Jahre Freude machen.

Von dem kleineren Spielplatz an der Stichstraße musste hingegen die Rutsche verschwinden. Dort reichen die inzwischen geltenden Sicherheitsabstände nicht mehr aus. Auf dem Spielplatz am Landwehrpark allerdings schon: Deshalb wird das Gerät dorthin versetzt. An die Stichstraße kommt eine Kleinkindrutsche.

Der Spielplatz Hof Theiler in Overberge bekommt zwei neue Wipptiere und eine Kleinkindrutsche. Auf dem Spielplatz Kurzer Kamp soll es bald ein neues Sitzkarussell geben. Die Spielfläche am Holunderweg wird mit einer neuen Schaukel und einem neuen Karussell ausgestattet. Und auch der Platz am Hof Lethaus erhält eine neue Kletterkombination.

Bestellung ist in Arbeit

„Wir befinden uns mitten in der Bestellung der Geräte“, versichert Scharwey. Möglicherweise ordert die Stadt dabei auch gleich noch ein weiteres Gerät für den Spielplatz Flöz Dickebank in Rünthe. „Da wissen wir aber noch nicht genau, was es werden wird.“ Kleine Geräte, wie zum Beispiel die Wipptiere, werden in einigen Wochen geliefert, größere brauchen länger. „Bis zu den Sommerferien sollten aber alle Geräte stehen“, so Scharwey.

Was den Spielplatz am Lanfermannteich angeht, so gäbe es dort mehr Handlungsbedarf und somit auch längere Wartezeiten. Die Detailplanung dafür, wie der Spielplatz aussehen soll, erfolgt Ende des Monats. „Wann genau der Spielplatz fertig sein wird, können wir noch nicht sagen“, gibt Scharwey an. Die Kosten für die Erneuerungen der Spielplätze befinden sich im mittleren fünfstelligen Bereich, heißt es aus dem Kinder- und Jugendbüro. Alle fünf Jahre stellt die Stadt Bergkamen einen neuen Bedarfsplan für die kommunalen Spielflächen auf. „Im Laufe des Jahres kommen sicher noch neue Bedarfe dazu, sodass es zwischendurch sicher auch noch einige neue Geräte geben wird“, sagt Christian Scharwey.

Auf eine Trampolinstelle oder einen Kletterturm, der zum Hügel führt, muss die Nachbarschaft am Lanfermannteich also noch eine Weile warten.

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