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Landwirtin aus Bergkamen kann unzufriedene Kollegen verstehen

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Von: Klaus-Dieter Hoffmann

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Antje Schulze Elberg betreibt Landwirtschaft in Bergkamen. Sie baut unter anderem Spargel an.
Den Spargel von den eigenen Feldern bietet Antje Schulze Elberg in ihrem Hofladen in Bergkamen an. © Klaus-Dieter Hoffmann

Es sind schon verrückte Zeiten. Erst Corona, und nun wirbelt auch noch der Ukraine-Krieg den Lebensmittelmarkt kräftig durcheinander. Und zum Leidwesen aller Erdbeer- und Spargelliebhaber werden jetzt auch noch im Münsterland die reifen Erdbeeren untergepflügt und der leckere Spargel bleibt ungeerntet im Boden. Soweit will Antje Schulze Elberg, die den Bauernhof am Ostenhellweg 71 in Rünthe seinerzeit von ihren Eltern Heidemarie und Heinrich Schulze Elberg übernommen hat, aktuell nicht gehen.

Rünthe - „Es ist auch schon ein wenig spektakulär, wie in den Medien darüber berichtet wird“, meint die Spargelbäuerin, „denn was die Erdbeerbauern im Münsterland dazu treibt, ist im Grunde nichts anderes, als eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit.“ Letzten Endes müssten ja auch alle Landwirte mit dem spitzen Bleistift rechnen, wollten sie nicht irgendwann vor der Pleite stehen. „Da ist es eben besser, dass man zügig für die Folgefrucht sorgt, wenn sich eine Fläche einfach nicht mehr rechnet.“ Schließlich entstünden auch von der Ernte bis hinein ins Kühlhaus weitere personalintensive Kosten, die zudem auch gleich in „barer Münze“ erst einmal abfließen. Und es sei auch nichts dabei gewonnen, wenn dann unter den Herstellungskosten verkauft werden müsste.

Allerdings hat Antje Schulze Elberg durchaus Verständnis für ihre Kunden, wenn diese beim Blick in die eigene Geldbörse dazu bereit sind, auf ihren geliebten Spargel zu verzichten, schließlich ist ja alles auf breiter Front teurer geworden. Und klagen möchte Antje Schulze Elberg auf keinen Fall. „Die meisten Kunden unseres Hofladens sind uns ja zum Glück treu geblieben.“

„Hausgemachte Schieflage“

Allerdings sieht Antje Schulze Elberg auch eine hausgemachte Schieflage, denn so richtig und gerecht, wie der Mindestlohn auch sei, würden gerade die heimischen Landwirtschaftsbetriebe, die bei ihrer Ernte nicht ohne Saisonarbeitskräfte auskommen können, durch den Mindestlohn so richtig gebeutelt, denn da sei die EU-Konkurrenz, die keine Mindestlöhne kennt, klar im Vorteil, von den internationalen Billigimporten ganz zu schweigen.

„Und wenn dann auch noch die internationalen Märkte zusammenbrechen, wie jetzt gerade, tut es einem besonders weh, wenn die heimische Ackerflächen unbestellt bleiben.“

Inzwischen ist Antje Schulze Elberg aber ganz entspannt. Zwar hatte ihr Spargel wetterbedingt zu Ostern noch einige Verspätung, doch nun habe sich alles wieder normalisiert und im Hofladen warten der Spargel, die Erdbeeren und die anderen knackigen Saisongemüse auf ihre Käufer. Diese können dann zugleich auch wegen des kurzen Weges der Produkte vom Erzeuger bis hin zum Verbraucher sicher sein, damit auch selbst etwas Gutes für das Klima getan zu ha

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