Jetzt kommt Armin Laschet - aber was bleibt zurück?

CDU-Wahlkämpfer Hubert Hüppe fürchtet keinen langen Schatten des Kanzlerkandidaten-Duells

Es hat ihm sichtlich gefallen im Bundestag. Da will Hubert Hüppe im Gefolge  von CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet wieder hin.
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Es hat ihm sichtlich gefallen im Bundestag. Da will Hubert Hüppe im Gefolge von CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet wieder hin.

Von Rissen in der Union durch die Spaltkraft der K-Frage war zuletzt die Rede. Jetzt soll‘s Armin Laschet machen - wie blickt der hiesige CDU-Kandidat auf den so eröffneten Wahlkampf?

Kreis Unna – Nun also Armin Laschet. Die Parteivorsitzenden und Spitzengremien der zuletzt so wenig geschwisterlichen „C“-Unionen haben am Dienstag den CDU-Bundesvorsitzenden und hiesigen Ministerpräsidenten zu dem Zugpferd gemacht, mit dem der Tross der Union auf Erfolgskurs in den Bundestag einziehen und den nächsten Kanzler stellen soll. Einer, der für die Ochsentour durch den Wahlkampf zum 26. September demnächst sein Bündel schnüren darf, ist Hubert Hüppe – seit vergangenen Freitag wieder CDU-Kandidat im hiesigen Wahlkreis.

Laschets Politikstil liegt Hüppe eher

Der 64-Jährige ist alter Fahrensmann, saß erstmals im Plenarsaal, als der Bundesadler noch im Bonner Wasserwerk hing, und mischte dann im Berliner Reichtagsbau – von drei Jahren Pause abgesehen – bis 2017 unentwegt mit. Erste Frage: Ist er Södianer oder Lascheteer? Hüppe mag nicht gleich raus mit der Sprache, „sind ja beide gut und als Parteivorsitzende erste Wahl“. Aber: Tendenziell lieber Laschet, obwohl es zeitweilig schon mal anders war. Dessen Politikstil ist ihm dann doch lieber. „Nicht ganz so viel Show“, in ethischen Fragen reflektiert, mit dem Händchen zu einen – und das Land NRW erfolgreich zu führen. Besser einen im Kanzleramt, der um die Belange des Industrielandes weiß.

„Armin Laschet wird unterschätzt“

„Außerdem wird Armin Laschet unterschätzt, schon zweimal hat man ihm etwas nicht zugetraut. Als Vorsitzender hat er sich durchgesetzt, jetzt auch in der Kandidatenfrage. Warum nicht als Bundeskanzler?“ Damit ist schon viel von dem gesagt, was der Politiker aus Werne von Umfragewerten für politische Festlegungen hält.

Trotzdem: Wie wirkt diese auf eine bisher nicht gekannte Spitze getriebene Personalentscheidung nach? Ist das schädlich für den Wahlkampf, für Hüppes Antritt im Unnaer Südkreis? Der Kandidat verneint – und kommt wieder auf die Momentaufnahmen im Stimmungsbild zu sprechen: Vor der Landtagswahl habe man Laschet auch keine großen Chancen eingeräumt, „geschadet hat ihm das aber nicht“.

Erwartung an ein klares Profil

Auch mit Söders Konterfei neben dem eigenen Wahlplakat hätte Hubert Hüppe leben können. „Ich führe Wahlkampf für die CDU und dafür, dass wir in großer Zahl in den Bundestag kommen.“ Punkt. Es gehe zwar um Köpfe, aber die Inhalte dahinter müssten stimmen. „Und da erwarte ich ein klares Profil: Wofür stehen wir als CDU?“ Die Partei dürfe sich jetzt nicht schon in einer Diktion ergehen, die auf mögliche Koalitionen gemünzt ist.

Verschuldung ist Hüppes Thema Nr. 1

„Da ist für mich die Verschuldung der größte Punkt.“ Kopfschüttelnd verfolgt der Christdemokrat, wie in der Pandemie zwei Billionen Euro achselzuckend als Hypothek kommenden Generationen aufgeladen werden. Schwindelig wird ihm, wenn er dann die Eckpunkte im Wahlprogramm der Grünen liest. Allein die Klimaoffensiven – vom Stromer auf der Straße bis zur CO2-Steuer samt Ausgleich für Otto Normalverbraucher – bedeuteten horrende Schulden.

Höchste Zeit, so Hüppe, wenn die Prognosen schon Schwarz-Grün prophezeien (was ihn zu schmerzen scheint), festzulegen, was für die Union unverrückbar ist: Haushaltkonsolidierung und Stärkung des Mittelstands, ohne den drohe eh die Pleite.

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