Siegfried Vogel stellt seine Bilder in der Hafengalerie Rünthe aus

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Der Künstler mit seinen Werken: Vogel malt, seit er im Kindergarten war.

Rünthe - Der Rünther Siegfried Vogel stellt jetzt gemeinsam mit fünf anderen Künstlern in den Räumen eines leergeräumten Restaurants in der Marina Rünthe, der Hafengalerie, seine Bilder aus. Der 76-jährige Autodidakt  trägt schwarz, die Räume sind schwarz, doch seine Bilder sind bunt, wie das Leben des Künstlers. 

Der Künstler aus Rünthe macht eine ausladende Geste: „Alles, was hier zu sehen ist, ist meins. Ein Überblick darüber, was ich so mache.“ Manche der im ersten Raum der Hafengalerie ausgestellten Werke sind abstrakt, manche surreal, manche realistisch. Einige zeigen Blumen, viele sind Porträts, manche Impressionen aus Städten. 

Siegfried Vogel lässt sich nicht festlegen. „Am liebsten möchte ich noch studieren“, sagt der 76-jährige Autodidakt. „Mir fehlt immer noch etwas.“ Vogel will sich weiterentwickeln. Er möchte die Fehler, die er mache, ausmerzen, aber ohne sich in eine Richtung festzulegen, obwohl ihm dies oft empfohlen werde. Lieber belegt er verschiedene Kurse, lernt von anderen Teilnehmern und streckt sich künstlerisch in verschiedenste Richtungen aus. 

Immer wiederkehrend sind jedoch auch in seinem vielfältigen Werke – der Fokus auf Menschen und die Freude an starken Farben. Der Künstler malt mit Acryl, auf Leinwand oder Wände, er mal Aquarelle, Pflanzen und Gesichtern. Die Ölmalerei hat er aufgegeben, der Geruch gefiel ihm nicht mehr.

Seit Kindertagen künstlerisch aktiv

Vogel hat einen feinen Strich, ein gutes Gespür für Kompositionen. „Ich versuche die Persönlichkeit der Menschen in meiner Porträts zu bekommen. Man muss sie in einem unbeobachteten Moment erwischen. Wenn sie sich in Pose werfen, ist es vorbei“, sagt der 76-Jährige. Und er ist schnell. Zweieinhalb Stunden hat er für das große Wandbild gebraucht, die meisten seiner Kunstwerke entstehen an einem Tag. „Ich müsste den Pinsel festhalten, um langsamer zu malen.“ 

Siegfried Vogel malt seit dem Kindergarten. „Mitten im Raum stand eine Tafel, ich hatte immer die Kreide in der Hand, habe sie immer rundherum angemalt“, erzählt der 76-Jährige. Auch in der Schule malte er weiter. Seine Werke seien am Tag danach jedes Mal verschwunden. Als er eines Tages zufällig im Haus seines Kunstlehrers war, hingen sie dort an der Wand. 

Vogel wuchs zum Teil in Brüssel auf, mit 4 Jahren lebte er in der belgischen Hauptstadt, im Alter von 11 Jahren kam er nach Bergkamen und wohnt seitdem in Rünthe. Sein Vater ist Belgier. Eins von Vogels Bilder zeigt Brüssel in Impressionen, ein anderes Paris. Vogel ist der belgischen und französischen Lebensart noch sehr verbunden. Auch in seinem Werk sind Andeutungen an die L’Art de Vivre, die Kunst zu leben, zu finden, ob Austernessen oder Champagnertrinken. 

Zweimal zwanzig Jahre hat er vom Malen pausiert. Wenn er im Stress sei, könne er nicht kreativ arbeiten, sagt er. Sein Beruf habe ihn zu sehr gefordert. Jetzt malt er wieder. Mit noch mehr Elan als je zuvor.

Die Ausstellung 

Aufgebaut haben die teilnehmenden Künstler die Ausstellung bereits letzte Woche, zum ersten Mal geöffnet ist die Ausstellung am Sonntag zum Hollandmarkt. Über 100 Werke von Vogel und fünf weiteren Künstlern sind in der Hafengalerie in der Marina ausgestellt.

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