1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bergkamen

Sexueller Missbrauch der eigenen Enkel: Schlimme Vorwürfe gegen 64-Jährigen aus Bergkamen

Erstellt:

Von: Martin von Braunschweig

Kommentare

Im Missbrauchsprozess gegen einen 55-jährigen Werdohler sagte in dieser Woche dessen Lebensgefährtin aus. Sie versuchte dem Gericht zu erklären, dass es keine häusliche Gewalt durch den Angeklagten gegeben habe.
Ein 64-Jähriger soll sich an den eigenen Enkelkindern vergangen haben. © Silvia Marks

Ein 64-jähriger Rentner aus Bergkamen soll Enkelin und Enkel seiner langjährigen Lebensgefährtin sexuell missbraucht haben. Zum Prozessauftakt in Dortmund findet der Angeklagte nur wenige Worte.

Bergkamen/Dortmund – Er soll sich immer gut mit dem heute 13 Jahre alten Jungen und dem drei Jahre jüngeren Mädchen verstanden haben. Auch nach der Trennung des Bergkameners von seiner Lebensgefährtin sollen die Kinder regelmäßig auch bei ihm übernachtet haben. Wie es heißt, hatte der Angeklagte sogar die Patenschaft für den Jungen übernommen. Im Januar 2017 soll es bei einem dieser Übernachtungsbesuche zum ersten sexuellen Übergriff gekommen sein.

Sexueller Übergriff mit Videokamera gefilmt

Laut Anklage hielt sich der Bergkamener zusammen mit dem Kind auf dem Bett auf, als er damit begann, erst sich selbst und dann auch den Jungen auszuziehen.

Den folgenden sexuellen Übergriff soll der heute 64-Jährige mit seiner Digitalkamera gefilmt haben. Das Video wurde später offenbar bei einer Wohnungsdurchsuchung auf der Festplatte seines Computers sichergestellt.

Schülerin könnte als Zeugin gehört werden

Zwei Jahre später – im Frühjahr 2019 – soll dann auch das Mädchen zum Opfer eines sexuellen Übergriffs des Angeklagten geworden sein. Den genauen Tag konnte die Schülerin im Rahmen ihrer polizeilichen Vernehmung nicht mehr nennen. An andere Details erinnerte sie sich dagegen noch sehr genau.

Bei der Polizei erzählte die Zeugin, dass sie erst zusammen mit ihrem „Opa“ in der Badewanne gewesen sei und sich später mit ihm zum Fernsehen auf das Bett gelegt habe. Dabei habe sie nur einen Bademantel getragen. Auf dem Bett soll der Bergkamener das Mädchen erst bedrängt, dann entkleidet und schließlich schwer sexuell missbraucht haben.

Während der Angeklagte den Übergriff auf den Jungen und den Besitz der Filmdatei zu Prozessbeginn einräumte, ließ er seinen Verteidiger Timo Meyer hinsichtlich des zweiten Vorwurfs erklären: „Diese Tat wird bestritten.“ Sollte es sich der Mann nicht noch einmal anders überlegen, werden die Richter keine andere Wahl haben, als das Mädchen als Zeugin zu vernehmen.

Üblicherweise wird in Missbrauchsverfahren alles unternommen, um eine Befragung von Kindern im Gerichtssaal zu vermeiden. Gelingt dies, können Angeklagte mit milderen Strafen rechnen. Gelingt dies nicht, fällt die Strafe im Falle eines Schuldspruchs umso härter aus.

Auch interessant

Kommentare