Taten in Bergkamen und Bönen

Mindestens 50 sexuelle Übergriffe auf die Stieftöchter: Opfer müssen vernommen werden

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Der Angeklagte soll die Töchter seiner Lebensgefährtin mehrfach sexuell missbraucht haben. Vor dem Dortmunder Landgericht wird er von seinem Pflichtverteidiger Manfred Heinz vertreten.

Mindestens 50mal soll sich der Tatverdächtige an den Töchtern seiner damaligen Lebensgefährtin vergangen haben. Jetzt steht er vor Gericht - und schweigt zu den Vorwürfen. Das bedeutet für die jungen Frauen, dass sie aussagen müssen.

Bergkamen/Bönen/Dortmund – Vor dem Dortmunder Landgericht hat am Donnerstag der Prozess gegen einen Bergkamener begonnen, der jahrelang die zunächst acht und neun Jahre alten Töchter seiner damaligen Lebensgefährtin missbraucht und vergewaltigt haben soll.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den mittlerweile 50-Jährigen sind gewaltig – sollten sie sich bewahrheiten, muss der Angeklagte wegen sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung, Bedrohung und Herstellens von Kinderpornografie mit einer empfindlichen, sicherlich mehrjährigen Haftstrafe rechnen. 

Äußerlich unbewegt und betont lässig verfolgte der Mann das Verlesen der mehrseitigen Anklageschrift, in der die mutmaßlichen massiven sexuellen Übergriffe aus den Jahren 1997 bis 2004 aufgelistet werden. Danach soll es in den wechselnden Wohnungen der Familie in Bergkamen, Bönen und Dortmund zu mindestens 50 sexuellen Übergriffen auf die ihm zur Erziehung anvertrauten Stieftöchter gekommen sein. 

Opfer müssen vernommen werden

Die ihm körperlich weit unterlegenen Mädchen wurden in sich steigernder Intensität zu sexuellen Handlungen bis hin zur Vergewaltigung missbraucht, die sexuellen Übergriffe oftmals fotografiert und gefilmt. Um sich die sich wehrenden und Schmerzen erleidenden Kinder gefügig zu machen, drohte er ihnen laut Anklage mit der Ermordung der gesamten Familie oder der Unterbringung in Heimen. 

Zu Prozessbeginn ließ der Angeklagte über seinen Pflichtverteidiger Manfred Heinz erklären, dass er sich vorerst nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern wolle. Am nächsten Verhandlungstag wird daher mit der Vernehmung der mutmaßlichen Opfer begonnen. Die mittlerweile erwachsenen Frauen hatten sich offenbar erst vor wenigen Monaten gegenseitig das jeweils erlebte sexuelle Gewaltgeschehen anvertraut. 

Eine der Frauen erstattete daraufhin Anzeige und brachte das Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Partner der Mutter in Gang. Der Prozess vor dem Landgericht wird am 21. Oktober fortgesetzt.

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