Sexuelle Belästigung: Arzt aus Bergkamen akzeptiert Urteil nicht

Mitte August war ein Arzt aus Bergkamen im Amtsgericht Kamen wegen sexueller Belästigung zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Mediziner soll von 2016 bis 2019 zwei Auszubildende unsittlich am Gesäß und am Busen berührt haben. Nun will er in Berufung gehen.

Bezüglich einer Auszubildenden hatte der Angeklagte Berührungen zugegeben. Bei ihr sei er von einem Einverständnis ausgegangen. Die heute 23-Jährige habe kurze Röcke getragen und eine sexuelle Atmosphäre in der Praxis geschaffen, erklärte der Arzt im Gericht. Besagte Auszubildende gab im Zeugenstand an, der Arzt habe ihr gegenüber Liebeserklärungen abgegeben, dass er seine Frau verlassen würde, mit der Auszubildenden schlafen wolle. 

Während ihrer dreijährigen Ausbildung habe der Angeklagte sie mehrmals die Woche am Gesäß, am Busen und ganz selten auch mal im Schritt angefasst. 

Mutmaßliches Opfer hatte sich krankschreiben lassen

Diese Berührungen habe sie aber nicht gewollt, was sie auch klar geäußert habe, so die Zeugen. Bezüglich der Vorwürfe der zweiten Auszubildenden, gab der Arzt an, die Frau nicht angefasst zu haben. 

Die 24-Jährige erklärte hingegen, er habe sie immer wieder bedrängt. Daraufhin habe sie sich krankschreiben lassen und am Ende schließlich die Praxis verlassen. 

Schon bei der Verkündung des Urteils, war dem Angeklagten anzumerken, dass er mit der Entscheidung nicht zufrieden war. Als Auflage sollte er jeweils 3000 Euro an die beiden damaligen Auszubildenden und 2000 Euro an die Gerichtskasse zahlen. Doch nun legte der Arzt Berufung ein. Damit wird der Fall in zweiter Instanz noch einmal vor dem Landgericht Dortmund verhandelt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare