Seniorenzentrum Haus am Nordberg

Lage nach Corona-Ausbruch angespannt, aber keine Neuinfektionen

Unter den Bewohnern des Haus am Nordberg gab es seit Anfang November 52 Corona-Infektionen.
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Unter den Bewohnern des Haus am Nordberg gab es seit Anfang November 52 Corona-Infektionen.

Manchmal sind keine neuen Nachrichten gute Nachrichten: Denn im Seniorenzentrum Haus am Nordberg in Bergkamen hat es nach dem Corona-Ausbruch, der mittlerweile zwei der drei Wohngruppen betrifft, über das Wochenende keine weiteren Infektionen bei Bewohnern und Mitarbeitern gegeben. 

Bei einigen Erkrankten aus dem zuerst betroffenen Wohnbereich zwei habe sich der Gesundheitszustand bereits wieder „normalisiert“, teilte Bernward Bisplinghoff, der Leiter der Bergkamener Einrichtung, am Montagmittag mit.

52 Bewohner hatten sich seit Anfang November mit dem Virus angesteckt, dazu einige Pflegekräfte. Doch nach den letzten Coronatest-Ergebnissen in der vergangenen Woche bleibt die Lage stabil. Keine neuen Fälle seien hinzugekommen, nirgendwo wären Symptome aufgetaucht. Am Montagmorgen überprüften die Mitarbeiter, nachdem sie vor ein paar Tagen geschult worden waren, mithilfe der Schnelltests die Wohngruppe eins, die bislang vom Ausfall verschont geblieben war. Auch nun waren alle Ergebnisse negativ.

20 Schnelltests pro Bewohner und Monat

Pro Bewohner erhalten die Pflegeeinrichtungen 20 Schnelltests im Monat. Die werden für ins Haus kommende Leute wie Therapeuten oder die Frisörin eingesetzt, aber auch im Verdachtsfall bei den Bewohnern. 20 Minuten dauert es, bis das Resultat vorliegt. Bisplinghoff beschreibt das als „zeitaufwendig“, aber leicht handhabbar. Bei einem Positivbefund werde sofort das Gesundheitsamt eingeschaltet.

Vier Todesfälle hat es bislang gegeben, zuletzt war am Freitag eine 99-jährige Frau, die in der Einrichtung gelebt hatte, gestorben (der WA berichtete). Zwei Personen sind wegen schwerer Symptome im Krankenhaus. Da es nun seit einiger Zeit keine weiteren Infektionen in der Wohngruppe zwei gegeben hat, könnte diese am Donnerstag aus der Isolation entlassen werden. „Ich werde das aber noch mit dem Gesundheitsamt durchsprechen“, sagt Bisplinghoff. Für den Wohnbereich drei endet die Quarantäne nach derzeitiger Lage am 8. Dezember.

Auch die Personalsituation habe sich stabiliert, erklärt der Einrichtungsleiter, der eine Zeitarbeitsfirma eingeschaltet hat, um die Krankheitsausfälle aufzufangen. „Alle Dienste sind abgedeckt“, sagt er nun.

Landesweit 1000 Einrichtungen betroffen

Das Haus am Nordberg ist nicht das einzige Senioren- und Pflegeheim, in dem es einen Corona-Ausbruch gegeben hat. Laut eine Umfrage von ARD und Süddeutscher Zeitung sollen deutschlandweit über 1000 Einrichtungen betroffen sein. Nach einer Hochrechnung der Hessenschau stammen drei Viertel der bisherigen Covid-19-Toten aus solchen Häusern. Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna, sieht die Zahlen von Infektionen in Pflegezentren im Kreisgebiet ähnlich hoch wie in allen Kreisen in NRW. Genaue Zahlen nannte er jedoch nicht. Unter den Todesfällen machen die Älteren und Vorerkrankten, also die lange bekannten Risikogruppen, einen großen Teil aus. Im Kreis Unna sind von den 95 bis zum Wochenende erfassten Gestorbenen 83 über 70 Jahre alt gewesen.

Auch das macht die derzeit hohen Zahlen von Neuansteckungen derzeit so gefährlich. „Im Sommer waren es eher junge Leute, jetzt sind es wieder vermehrt Ältere“, sagt Rolke. Am Freitag waren von den 848 zählenden Neuinfektionen der vorherigen sieben Tage nach den Daten des Landeszentrums Gesundheit NRW (die Zahlen des Kreises sind höher) 208 über 70 Jahre alt.

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