Auffrischung der Corona-Impfung

Seniorenheime in Bergkamen hoffen auf dritte Spritze

Stephanie Humpert-Schöße Seniorenglück Rünthe Impfung
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Im Januar bekam das Seniorenglück Haus Rünthe die erste Impfstofflieferung. Nun plant Leiterin Stephanie Humpert-Schöße für die dritte Impfung.

Bergkamen/Rünthe – Die vierte Welle der Corona-Pandemie ist laut Robert-Koch-Institut ins Rollen gekommen. In den Seniorenheimen laufen derweil die Vorbereitungen für die Auffrischungsimpfungen, die auch unter dem Begriff Booster-Impfung laufen, für Bewohner und Mitarbeiter.

Bergkamen - „Wir hoffen, dass wir mit den Auffrischungsimpfungen Mitte September durch sind“, sagt Stephanie Humpert-Schöße, Leiterin des Seniorenzentrums Seniorenglück Haus Rünthe.

Ähnlich ist der Zeitplan im Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum in Bergkamen-Mitte. „Wir stimmen uns gerade mit den Hausärzten ab, ob sie die dritte Impfung ihrer Patienten übernehmen oder ob es einen zentralen Termin geben soll“, berichtet Heimleiter Ludger Moor. Bisher sehe es so aus, als würden die meisten Hausärzte für den dritten Piks sorgen. Um auch diejenigen zu versorgen, die damit nicht abgedeckt sind, hat Moor Kontakt mit dem Impfteam aufgenommen, das das Zentrum auch schon während der Erst- und Zweitimpfung betreute. „Das Team würde wieder kommen und hier zentral impfen“, so Moor.

Sorge wegen Lockerungen

Während Humpert-Schöße positiv gestimmt auf die kommenden Monate blickt, ist Moor etwas angespannter. „Wir haben kein wirklich gutes Gefühl durch die vielen Lockerungen“, sagt er. „Wir dürfen zum Beispiel nicht mehr aufschreiben, wer wann wo im Haus war“, bedauert er. Jeder Besucher müsse sich zwar noch eines kleinen „Screenings“ unterziehen und Fieber messen lassen – einen Anmeldebogen mit Namen und Kontaktdaten dürfe es aber nicht mehr geben. Das erschwere eine Nachverfolgung von Kontakten deutlich.

Zumal das Leben im Haus wieder spürbar in Fahrt gekommen ist. Das Café ist geöffnet, die Bewohner treffen sich wieder zum Bingo, es gibt Musikveranstaltungen und die BVB-Spiele werden übertragen.

Pber 6000 Corona-Tests im Seniorenglück

Auch im Haus Rünthe läuft das Leben der Bewohner ziemlich normal. „Wir haben bisher noch keinen Bewohner isoliert in der der ganzen Zeit“, betont Humpert-Schöße. Es habe immer Angebote für die Bewohner gegeben, auch gemeinsame Mahlzeiten im Speisesaal waren weiterhin ganz normal. „Es ist eben eine Wohngemeinschaft“, sagt sie. Auch in der schlimmen Zeit seien Besucher zugelassen gewesen, wenn absehbar war, dass die im Heim lebenden Angehörigen nicht mehr viel Lebenszeit übrig hatten. „Da waren wir ständig im Kontakt mit den Angehörigen, den Bewohnern und dem Heimbeirat und haben gutes Feedback bekommen“, berichtet sie.

Insgesamt sei das Rünther Seniorenzentrum bisher gut durch die Pandemie gekommen. „Bei über 6000 Corona-Tests, die wir seit Oktober durchgeführt haben, war kein einziger positiver dabei“, freut sie sich.

Das Impfteam um die beiden Ärztinnen Katrin Reckers und Sandra Norkowski und ihren Mitarbeiterinnen Janine Westerhoff und Patricia Kuhn führte Anfang des Jahres die Impfungen im Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum durch.

Dass die kostenlosen Tests im Haus aller Voraussicht nach bis Ende Dezember weiterhin kostenlos möglich sein werden, ist für Moor eine gute Entscheidung. Gleichzeitig freut er sich darüber, dass sie immer weniger genutzt werden müssen: „In der vergangenen Woche hatten wir noch 17 Angehörigen-Testungen, weil die anderen Besucher geimpft waren“, erzählt Moor. Rund 600 Testungen bei Mitarbeitern und Angehörigen pro Woche waren es mal insgesamt, nun sind es nur noch rund 60.

Dass das Görlitz-Zentrum in naher Zukunft ganz auf die Tests verzichten kann, glaubt Moor nicht. Eine Impfquote von 100 Prozent werde es nicht geben. „Es gibt bei den Bewohnern und Angehörigen immer welche, die sich nicht impfen lassen können. Nicht, weil sie Impfverweigerer sind, oder es nicht verstanden haben. Sondern weil es gute gesundheitliche Gründe gibt, die dagegen sprechen.“

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