Gefängnisstrafe um zwei Monate reduziert

Schläger vom Sportplatz muss hinter Gitter

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Rünthe/Dortmund - Mit einem Eklat ist am Dortmunder Landgericht die Berufungsverhandlung gegen einen Schläger aus Werne zu Ende gegangen. Die Richter verurteilten ihn zu sechs Monaten Haft.

Nachdem der 32-jährige Türke erneut zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, packte sein Verteidiger Lars Brögeler noch während der Urteilsbegründung wortlos seine Unterlagen und verließ den Gerichtssaal. Der sichtlich wütende Angeklagte unterbrach mit Kommentaren immer wieder die Ausführungen von Richter Northoff, stürmte anschließend wutentbrannt nach draußen. 

Zusammen mit seinem Verteidiger hatte er gehofft, dass ein brutaler Faustschlag während des Fußballspieles der Türkisch-Islamischen Union Rünthe und der dritten Mannschaft des SuS Kaiserau lediglich mit einer Geldstrafe geahndet wird. Die Berufungsrichter reduzierten jedoch lediglich die vom Amtsgericht Kamen verhängte Gefängnisstrafe von acht Monaten auf sechs Monate. 

Zuschauer wehrt sich gegen Haftstrafe nach Attacke auf Rünther Sportplatz

Der gänzlich am Spiel unbeteiligte Familienvater war im Oktober 2017 aufs Spielfeld gestürmt, nachdem sein spielender Bruder nach einem Foulspiel zu Boden gerissen worden war. In dem Tumult auf dem Spielfeld versetzte er einem Kaiserauer Spieler einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht. Das Spiel wurde abgebrochen, das Opfer erlitt eine Platzwunde und hatte tagelang Schmerzen.

Langes Vorstrafenregister

In zweiter Instanz hatte der Angreifer sich bereit erklärt, seinem Opfer 1.500 Euro Entschädigung zu zahlen und dessen Anwaltskosten zu übernehmen. Auch hatte er die Tat eingestanden und sich bei dem jungen Mann entschuldigt. Grund genug für Berufungsrichter Meinhard Northoff, die Strafe um zwei Monate zu reduzieren. 

Aber mit Blick auf dessen Vorstrafenregister sah das Gericht keinen Grund, die Strafe in eine Bewährungsstrafe oder gar eine beantragte Geldstrafe abzumildern. Der Werner ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung und stand zur Tatzeit unter laufender Bewährung. Vermutlich muss diese mehrmonatigen Strafe auch noch verbüßt werden, wenn der Richterspruch rechtskräftig wird.

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