Bergkamener Nichtschwimmer in der Warteschleife

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Die Anzahl an Nutzern der Schwimmhalle in Heil ist seit längerer Zeit reduziert.

Bergkamen – Bis in Bergkamen ein neues Familien- und Freizeitbad gebaut wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Doch schon lange haben Eltern Probleme, wenn sie einen Platz für ihren Nachwuchs in einem Nichtschwimmerkurs buchen möchten. Die Situation hat sich nicht gerade entspannt, seit dem in der Schwimmhalle an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule die Nutzung für Vereine begrenzt worden ist.

Aus technischen Gründen kann das Hallenbad an der Förderschule für die Kinderschwimmausbildung nur noch von 50 externen Gästen am Tag genutzt werden. Der Kreis Unna als Betreiber von Förderschule und Bad musste die Nutzung seit Ende Oktober reduzieren, weil die Filteranlage aus dem Jahr 1989 bei mehr Nutzern überlastet ist und nicht mehr für eine gute Wasserqualität sorgen kann, wie Sprecher Max Rolke vom Kreis mitteilt. Die Folge ist eine deutliche Reduzierung der erlaubten Nutzer. 

Im vergangenen Jahr zählte der Kreis hier noch 673 Benutzer in der Woche, jetzt sind nur noch 350 erlaubt. Der Anteil der Förderschüler, die das Bad benutzen, lag bei lediglich 180 Schülern. Die Nachfrage nach dem Bad, das ursprünglich nur für die Nutzung durch die Förderschüler vorhergesehen war, ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. 2015 waren es 543 Benutzer in der Woche, zwei Jahre später schon 588. „Eine Sanierung des Bades wird erst mit energetischer Sanierung des gesamten Schulgebäudes anvisiert. Ein konkretes Datum dafür gibt es aber noch nicht“, kann der Sprecher aktuell nicht viel Hoffnung auf eine baldige Entspannung der Situation machen. 

Zwei Vereine bringen Kindern das Schwimmen bei

Die DLRG und die Wasserfreunde TuRa Bergkamen bieten seit vielen Jahren Kurse an, bei denen Kinder – meist ab dem fünften Lebenjahr – das Schwimmen im Heiler Bad erlernen. Hinzu kommen in Bergkamen noch die Kurs-Angebote der Gemeinschaftsstadtwerke. Diese finden im Hallenband in Bergkamen-Mitte statt. Als DLRG und Wasserfreunde im Oktober die Nachricht der personellen Reduzierung der Nutzer erreichte, war der Schock erst einmal groß. „Freitags haben wir sonst sechs Kurse angeboten, bei denen insgesamt 135 Kinder im Wasser gewesen sind“, sagt Tobias Schwittek, der seit vier Jahren Vorsitzender DLRG-Ortsgruppe ist. Da die Wasserfreunde ebenfalls am Freitag ihre Kurse in Heil anbieten, mussten beide Vereine stark reduzieren, um insgesamt die Anzahl von 50 Nutzern nicht zu überschreiten. „Wir haben dann die Wassergewöhnung und die Seepferdchen beibehalten, damit diese Kinder auf jeden Fall weitermachen können und wir die Ausbildung nicht mittendrin abbrechen müssen“, erklärt Schwittek.

Ein Problem, das der DLRG lösen musste, war die Neuorganisation der bestehenden Trainerpläne. „Am Freitag waren sonst immer alle da, so mussten wir das bestehende Konzept komplett neu aufstellen.“ Ähnliche organisatorische Anstrengungen müssen auch die Wasserfreunde erbringen. „So etwas ist den Eltern, die ohnehin schon lange gewartet haben, damit ihr Kind einen Platz bekommt, oftmals schwer beizubringen“, erklärt Manuela Knoke, die bei den TuRanern die Schwimmerausbildung koordiniert.

Aufnahmestopp keine Neuheit mehr

Einen Aufnahmestopp hat es schon vorher bei beiden Vereinen mit Wartelisten von über 100 Personen gegeben. „Manche Eltern haben es begriffen, das man sich frühzeitig drum kümmern muss, manche noch nicht“, sagt Schwitteck. So komme es vor, dass Eltern ihr Kind direkt nach der Geburt anmelden oder aber erst dann, wenn in der Grundschule Schwimmunterricht stattfindet, für den die Kinder mindestens das Seepferdchen vorweisen müssen. Erfahrungen, die auch Knoke bestätigen kann. So gilt auch bei den Wasserfreunden, dass bis zum Sommer keine Kursplätze mehr vorhanden sind.

Die Nachfrage bei der GSW ist ebenso hoch wie bei den Vereinen. „Die Anfängerschwimmkurse werden sehr gut angenommen und sind stets nahezu komplett ausgebucht“, teilt GSW-Sprecher Timm Jonas mit. 2018 haben die Stadtwerke in Bergkamen insgesamt 25 Anfängerschwimmkurse mit über 200 Plätzen angeboten, erklärt Jonas weiter. Die Teilnehmerzahl ist unterschiedlich, sie liegt je nach Anzahl des Lehrpersonals zwischen acht und zwölf Kindern. Wer noch vor dem Sommer schwimmen lernen möchte, hat auch hier schlechte Karten, denn die laufenden Kurse sind ausgebucht und die letzten, bevor die Freibäder öffnen und im Sommer keine Kurse mehr stattfinden. Die Kurse für das zweite Halbjahr werden voraussichtlich ab Mitte Mai auf der GSW-Homepage veröffentlicht.

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