Schwarz-Weiß-Fotografien mit Ausdruckskraft in der Ökologiestation

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Mitglieder der Schwarz/Weiß-Arbeitsgemeinschaft zeigen ihre Fotografien bis zum 2. Oktober in der Ökologiestation.

Bergkamen - Farbe macht das normale Leben interessant. Wie viel Ausdruckskraft in exzellenten Schwarz-Weiß-Fotos steckt, beweisen Mitglieder der Schwarz/Weiß-Arbeitsgemeinschaft Süd mit ihrer Fotoausstellung „Verortungen“ bis zum 2. Oktober in der Ökologiestation Bergkamen.

Die Mitglieder kommen aus ganz Deutschland und widmen sich in der Ausstellung der Zeit von 1839 bis 1920, als die Fotografie noch in ihren Kinderschuhen steckte. 

Lässt man zunächst die technische Seite der Fotografie außen vor, zeigen die 48 Exponate der 25 Fotografen Aufnahmen von der Detailfotografie bis zur Landschaftsbetrachtung – allesamt mit einer enormen Ausdruckskraft. Nicht nur die Motive, in denen die Fotografen schwerpunktmäßig Natur und Umwelt thematisieren, sind außergewöhnlich. 

Mitglieder kommen aus ganz Deutschland

Die Art, wie sie fotografiert haben, zeigt, wie viele Gedanken sie sich zuvor über Position, Lichtführung und den Bildausschnitt gemacht haben. Sei es die ungewöhnlichen Landschaftsaufnahme, ein mit einer Lochkamera eineinhalb Stunden lang belichtetes Foto aus dem Heckfenster eines fahrenden Pkw oder das sprichwörtlich ins rechte Licht gerückte Kunstobjekt in einem Museum: Die Fotos laden zur Auseinandersetzung mit der Intuition des Fotografen ein. 

Bei den Kameras reicht die Spannweite von der Lochkamera über das Kleinbildformat bis zur „Optischen Bank“. Auch bei der späteren Entwicklung, Bearbeitung und dem Ausdruck gibt es eine große Technikvielfalt: von Silber-Gelatine-Abzügen, Großdrucken auf Leinwand und Glas, Kallitypien bis zu Nass-Kollodium-Arbeiten. Alle Werke sind mit QR-Codes versehen, damit die Betrachter Infos, Videos, Bilder und Texte abrufen können. 

Der 68-jährige Bielefelder Klaus-Peter Gnaß arbeitet meist mit einer Sinar P 2. „Das ist eine Kamera nach dem Prinzip der Optischen Bank“, so Gnaß. Die Fachkamera im Format 8x10 Inch (ein Inch oder Zoll entspricht 2,54 Millimeter) sowie das Objektiv sind auf dem Rohr unabhängig voneinander horizontal und vertikal verstellbar montiert. 

Fotografieren mit alten Techniken 

Verbunden sind sie mit einem Faltenbalg. Durch die Verstellbarkeit kann man bei Architekturfotos die sogenannten stürzenden Linien ausgleichen.

Bei der Aufnahme wird das Motiv durch das Objektiv auf der Mattscheibe der Fachkamera Kopf und seitenverkehrt dargestellt. Für sein Ausstellungsfoto wählte Gnaß eine Metallskulptur in einem Museum in Herford. Er nutzte das von der Decke einfallende Licht, um Strukturen auf dem Aluminium sichtbar zu machen und das Kunstwerk sehr intensiv wirken zu lassen.

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