Schultests laufen unterschiedlich

Viele Verweigerer an der Gesamtschule, alles negativ am Gymnasium

Kinderhände halten ein Corona-Teströhrchen
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Eine Schülerin hält ihr Teströhrchen in den Händen. An der Gesamtschule nehmen mehr als zehn Prozent der Schüler nicht am Corona-Selbsttest teil. Zugleich gibt es die ersten positiven Ergebnisse.

Bergkamen – An den Bergkamener Schulen sind die ersten Selbsttests inzwischen durchgeführt worden. Nach den ersten Testungen ist am Städtischen Gymnasium alles negativ. An der Gesamtschule sieht das anders aus. Da gab es die ersten positiven Testergebnisse. Auch die Testbereitschaft ist hier geringer. Mehr als zehn Prozent verweigern den Test.

Nach der Lieferung am Montag hat das Städtische Gymnasium am Dienstag in der ersten Stunde zunächst die vier achten Klassen den Test durchführen lassen, bestätigt Schulleiterin Bärbel Heidenreich. „Knapp 50 Schüler waren da, die den Test durchgeführt haben.“ Die gute Nachricht bis jetzt: Alle Tests sind negativ. Allerdings habe es auch vier oder fünf Widersprüche von Eltern gegeben, die ihr Kind nicht testen lassen wollen. „Generell ist die Testbereitschaft aber hoch“, bewertet Bärbel Heidenreich die Stimmungslage an ihrer Schule.

Am heutigen Mittwoch sind die Klassen fünf und die EF dran, bis Ende der Woche sollen alle Jahrgänge getestet sein. Jahrgang sieben wäre eigentlich am Montag dran gewesen. „Wir müssen sehen, ob wir diese Schüler noch dazwischen nehmen können.“

Testroutine in den Unterricht integrieren

Bis der Abstrich gemacht werden kann, sei allerdings ein hoher organisatorischer Aufwand nötig. „Vor allem ist es wichtig, die Schüler genau zu instruieren, wie sie zum Beispiel das Extraktionspufferröhrchen öffnen, wenn sie gleichzeitig noch das Teststäbchen in der Hand halten.“ Die Lehrer hatten das vorher durchgesprochen und den Schülern ein Video zur Verfügung gestellt, wo der Testablauf genau dargestellt wird.

„Man muss 20 Minuten warten auf das Ergebnis“, so Heidenreich, „da haben wir die Schüler nach draußen geschickt. Das ist psychologisch besser, damit sie nicht 20 Minuten im Klassenraum auf den Test starren. Damit geht aber eine ganze Unterrichtsstunde drauf.“ Künftig, nach den Ferien, wenn die Selbsttest etwas mehr Routine geworden sind, soll das besser in den Unterricht integriert werden. Zum Teststart waren jeweils zwei Lehrer anwesend in den Klassen, um Kinder bei einem positiven Ergebnis in einen anderen Raum zu begleiten und zu betreuen, bis die Eltern sie abholen. „Das können wir personell auf Dauer aber nicht leisten.“

Ein Prozent der Getesteten ist positiv

Die meisten Klassen an der Willy-Brandt-Gesamtschule haben den Selbsttest bereits einmal durchlaufen, kann Schulleiterin Jennifer Lach vermelden. Hier sind bereits einige positive Fälle in den den Tests aufgetreten. Zusätzliche Lehrer waren in den jüngeren Klassen eingesetzt, um positiv getestete Kinder zu betreuen. Die älteren Schüler seien mit dem Test sehr gelassen umgegangen. „Die Eltern wurden sofort verständigt und haben ihr Kind zum Arzt gebracht, um einen PCR-Test durchzuführen“, erläutert Lach das Prozedere. „Die betroffenen Schüler dürfen erst in die Schule zurückkehren, wenn der negativ ausfällt, ansonsten meldet sich das Gesundheitsamt bei uns.“

Sehr emotionales und angstbesetztes Thema

Die Schulleiterin geht davon aus, dass etwa ein Prozent der getesteten Schüler positiv sein könnten, eine genaue Zahl lag ihr zum Zeitpunkt des Gesprächs nicht vor. Genau deshalb sei die regelmäßige Testung so wichtig, um weitere Infektionen und eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden, sagt Lach. Dem entgegen läuft jedoch die Testbereitschaft an der Schule: „Mehr als zehn Prozent“, schätzt sie, „verweigern die Teilnahme am Test.“ Das gehe durch alle Altersstufen. „Es gibt Klassen, in denen alle am Test teilnehmen und gemeinsam jubeln vor Erleichterung, wenn alle negativ sind“, berichtet die Schulleiterin. „Und es gibt Klassen, da macht nur ein Kind den Test.“ Da zeige sich der gesamte Querschnitt durch die Gesellschaft.

Das sei ein sehr emotionales und mit Angst beladenes Thema, das in den Familien sehr unterschiedlich diskutiert werde. „Je nachdem, was an Stimmungsmache vorher passiert, fällt auch die Testbereitschaft aus“, sagt Lach. „Es handelt sich schließlich um ein freiwilliges Angebot. Wir können nur aufklären über die Vorteile des Tests, aber wir können niemanden zwingen. Das wäre ein Eingriff in die Privatsphäre.“ Deshalb gebe es sowohl die Eltern, die Widerspruch einlegen und ihr Kind nicht testen lassen wollen, als auch Schüler, die sich weigern – selbst in einem Extraraum, ohne dass jemand das Ergebnis sieht – den Test zu machen. Da schwinge die Angst vor Stigmatisierung bei einem positiven Test ebenso mit wie die Weigerung, über sich bestimmen zu lassen, vermutet Lach.

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