Plan B für Plastik

Öko-Lutscher und Flaschenautomat - Schüler bieten dem Müll die Stirn

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Gemeinsam feilen (von links) Laura, Emma und Jagoda an ihrer Skizze für einen neuen Flaschen-Automaten.

Unter dem Motto „Plastik – Fluch oder Segen?“ sammelten die Neuntklässler des städtischen Gymnasiums Ideen, um dem Verpackungsmüll zu trotzen.

Bergkamen – Toilettenpapierverpackungen, Plastikmüll von bereits verzehrter Schokolade, leere Flaschen und vieles mehr sollten die Neuntklässler des Städtischen Gymnasiums am Mittwoch in den Unterricht mitbringen, denn es war kein gewöhnlicher Schultag für den Kurs Wahlpflicht 2 mit Schwerpunkt Bio-Chemie.

Von der dritten bis zur achten Stunde drehte sich alles um die Frage, wie aus vorhandener Verpackung umweltfreundliche Alternativen erschaffen werden können. Kurslehrer Werner Baehren hatte dafür Antje Lembach vom Wissenschaftsladen Bonn eingeladen.

In Kooperation mit der Plattform „Lizzynet“ besucht sie regelmäßig Schulen und vermittelt dort Jugendlichen in der Reihe „Plastik – Fluch oder Segen?“ neue Anregungen zum Klimaschutz. Um den Gymnasiasten näherzubringen, wie viele Plastikalternativen es gibt, breitete sie auf einem großen Tisch verschiedene nachhaltige Verpackungen aus.

Ob eine Obstschale aus Graspapier, Mehrwegbeutel für Gemüse oder Geschirr aus Bagasse, einem Abfallstoff von Zuckerrohr: Die Liste der mitgebrachten Alternativen war lang. „Es gibt so viele Materialien, die verhindern können, dass Verpackungsmüll entsteht“, erklärte Lembach und verwies zugleich auf die Unverpackt-Läden.

Schüler entwerfen eigene Konzepte

Inspiriert von ihren Anregungen waren die Schüler dann selbst gefragt. Sie hatten bereits Plastikverpackungen eines ausgesuchten Produkts von zuhause mitgebracht. In der Schule arbeiteten sie dann in Gruppen Ideen aus, die Verpackung dieses Produktes nachhaltiger zu gestalten.

Zara kümmerte sich mit ihrer Freundin Ela um Schoko-Lutscher, die zumeist gleich doppelt in Plastik verpackt werden. Ihr Ansatz: Dem Weihnachtslolli ein recycelbares Gewand verpassen und ihn dann mit einer Schleife versehen, statt ihn in einen Plastikbeutel zu stecken. Laura, Emma, Hanna und Jagoda widmete sich hingegen dem Thema Trinkflaschen.

Gemeinsam feilen (von links) Laura, Emma und Jagoda an ihrer Skizze für einen neuen Flaschen-Automaten.

Gemeinsam zeichneten sie die Skizze für einen Automaten, an dem sich mitgebrachte Flasche mit Wasser, Tee und Limonade befüllen lassen. Zugleich soll der Automat wiederbefüllbare Flasche über ein separates Fach verkaufen.

Besonders gute Ideen, so Werner Baehren, würden im Anschluss an die Klima-AG weitergeleitet. „Da stecken 30 engagierte Schüler drin, die sich bemühen, wirklich aktiv zu werden“, berichtete er. „Aber das Projekt haben wir gerade erst angeschubst und wollen es jetzt weiter ausdehnen.“

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