Erste Zahlen nach Corona-Impfstart im Kreis Unna

Schon 1500 Menschen in Altenheimen geimpft / Impfzentrum erst im Februar in Betrieb?

Theo Spanke ist Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Kreis Unna: Die Aufgabe des Schwerter Hausarztes ist es zurzeit, im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe genügend mobile Impf-Teams zusammenzustellen, die Corona-Schutzimpfungen in den Altenheimen im Kreis Unna durchführen.
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Theo Spanke ist Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Kreis Unna: Die Aufgabe des Schwerter Hausarztes ist es zurzeit, im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe genügend mobile Impf-Teams zusammenzustellen, die Corona-Schutzimpfungen in den Altenheimen im Kreis Unna durchführen.

In den Altenheimen im Kreis Unna sind bis einschließlich Sonntag bereits rund 1500 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Das berichtet Theo Spanke, Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Kreis Unna. Derweil müsse sich niemand Sorgen manchen, keinen regulären Arzttermin mehr zu bekommen, weil der Mediziner womöglich anderweitig beschäftigt sei, betont der Hausarzt aus Schwerte. Und: Zu ersten Impfungen im neu eingerichteten Impfzentrum in Unna werde es vielleicht erst im Februar kommen.

Bergkamen/Bönen – Laut Spanke sind derzeit knapp zwei Dutzend mobile Impfteams im Kreis Unna unterwegs, um Bewohner und Beschäftigte in Altenheimen zu impfen. Darüber hinaus verabreichen dort vielfach auch die jeweils betreuenden Hausärzte das begehrte Vakzin. Im Impfzentrum in Unna wird es später noch weiteres Fachpersonal geben.

Die mobilen Teams bestehen aus einem Arzt beziehungsweise einer Ärztin und jeweils zwei medizinischen Fachangestellten. Die meisten Mediziner sind laut Spanke niedergelassene Ärzte, die vielfach in ihrer Freizeit aktiv seien, sodass es zu keinen Einschränkungen bei den üblichen Sprechzeiten komme. Die seien in Corona-Zeiten ohnehin teils weniger nachgefragt, was etwa Gemeinschaftspraxen die Möglichkeit biete, einen Arzt abzustellen, ohne dass der Praxisbetrieb beeinträchtigt werde.

Zweit-Impfungen ab dem 17. Januar

Zu den Ärzten in den mobilen Teams zählen nach Angaben Spankes darüber hinaus Mediziner im Ruhestand, Kollegen, die sich eine Auszeit genommen hätten, und auch Klinikärzte, die in ihrer Einrichtung aufgrund der Corona-Pandemie derzeit weniger zu tun hätten. „Das trifft unter anderem auf Chirurgen zu“, sagt Spanke.

Der Betrieb im Impfzentrum in Unna sollte den bisherigen Planungen nach Mitte Januar starten. Dieser Termin ist laut Spanke womöglich nicht zu halten. Stattdessen scheine ihm derzeit der Februar realistischer. Grund sei die begrenzte Verfügbarkeit des Impfstoffs. Den bereits Geimpften müsse zudem drei Wochen nach der ersten Impfdosis – bei maximaler Verzögerung um fünf Tage – eine zweite Spritze gesetzt werden, damit sich der Impfschutz auch optimal entfalten könne. Startschuss für diese erste Zweit-Impfung ist nach Impfbeginn am 27. Dezember der 17. Januar.

Wir haben noch keine großen Nebenwirkungen registriert, ein Krankenwagen musste auch noch nicht vorfahren.

Theo Spanke, Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Kreis Unna

Die Vergütungen, die Ärzte für die Impfungen erhalten, hält Spanke im Übrigen für gerechtfertigt. „Das sind zusätzliche Aufgaben, und für die niedergelassenen Ärzte laufen die Kosten für die Praxis ja weiter“, lautet sein Argument. Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass Mediziner, die in Impfzentren in NRW arbeiten, auf einen Stundenlohn von 150 Euro und mehr kommen können.

Die Angst vor normalen Arztbesuchen während der Pandemie ist laut Spanke im Übrigen ebenso unbegründet wie die mögliche Furcht vor der Corona-Impfung. „Wir haben noch keine großen Nebenwirkungen registriert, ein Krankenwagen musste auch noch nicht vorfahren“, berichtet er von den ersten Erfahrungen. Die Corona-Impfung ähnele den üblichen Impfungen gegen andere Krankheiten.

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