Insgesamt 19 Infizierte

Schock in Altenheim im Kreis Unna: Elf weitere Bewohner mit Corona infiziert

Seniorenheim Haus am Nordberg
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Das Seniorenzentrum Haus am Nordberg ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Mittlerweile haben sich 19 Bewohner mit dem Virus infiziert. Eine ganze Wohngruppe ist isoliert. 

Schlechte Nachrichten für das Seniorenzentrum Haus am Nordberg. Dort hatte es einen Ausbruch des Coronavirus in einer Wohngruppe gegeben, nun liegen die Ergebnisse der zweiten Nachtestreihe vor. Alle elf Resultate waren positiv.

Bergkamen - Damit sind nun 19 Bewohner an Covid-19 erkrankt, dazu fünf Mitarbeiterinnen. Das teilte Bernward Bisplinghoff, der Leiter der Bergkamener Einrichtung mit.

„Wir sind bedrückt und sehr besorgt“, sagt Bernward Bisplinghoff, der von einem „intensiven Kontakt“ mit dem Gesundheitsamt berichtet. Seine Arbeitstage und die des Personals dauerten derzeit zwölf, 13 Stunden. „Alle bemühen sich sehr.“

Anfangen hatte die Infektionskette Ende Oktober, als eine Mitarbeiterin sich im engen familiären Umfeld angesteckt hatte und danach alle möglichen Kontaktpersonen innerhalb des Hauses getestet wurden. Bei sechs Bewohnern war das Ergebnis positiv, bei der zweiten Testreihe kamen zwei weitere dazu. Die Wohngruppe war daraufhin schnell isoliert worden. Nun nahm das Gesundheitsamt erneut Abstriche vor, bei denen sich herausstellte, dass sich in den weiteren Tagen weitere Personen infiziert hatten.

Coronavirus im Altenheim: Zwei Senioren stärker betroffen

Bisplinghoff betont, dass sich alle an die strengen Hygiene- und Abstandsregelungen gehalten hätten, die für Pflegeheime gelten. Einen potenziellen Übertragungsweg, den er vermutet, möchte er öffentlich nicht nennen. Eine weitere Testreihe unter alle Mitarbeitenden und Bewohnern soll nun klären, ob sich das Virus im Haus weiterverbreitet hat.

Die infizierten Bewohner wiesen laut Bisplinghoff ganz unterschiedliche Krankheitsverläufe auf. Alle hätten Symptome, aber unterschiedlich, bei einigen sei es wechselhaft. Sorgen macht er sich um zwei Senioren, die stärker betroffen seien.

Coronavirus im Altenheim: Pflegepersonal fehlt

Der Ausfall der fünf Mitarbeiterinnen trifft das Team hart. „Eng ist es in der Pflege ja immer“, spricht Bisplinghoff vom hohen Arbeitsaufwand in der Branche. Immerhin gelten zwei Arbeitnehmer wieder als gesund und können bald wieder mithelfen.

Während alle Erkrankten derzeit streng isoliert sind und mit Ausnahme von medizinischen und ethischen Notfällen nur vom Personal besucht werden dürfen, denkt Bisplinghoff nicht daran, für die anderen Hausbewohner eine Quarantäne einzuführen, so lange es keinen Coronafall unter ihnen gibt.

Coronavirus im Altenheim: Schnelltests könnten bald helfen

„Wir werden immer den Weg der Einzelquarantäne gehen. Eine Gesamtquarantäne wie im Mai sieht der Gesetzgeber nicht vor“, erklärt er. „Das normale Leben geht weiter“, wobei die in Pflegeheimen geltenden Einschränkungen, beispielsweise beim Besuchsrecht, gegeben sind. „Da gibt es nichts zu verschärfen“, hält er diese auch angesichts des Ausbruchs für zielführend.

Bei der Organisation der Besuchskontakte könnten die Schnelltests helfen, die den Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden sollten. Der Leiter hat die Lieferung bestätigt bekommen, sodass, wenn auch mit den Schulungen alles wie geplant funktioniert, ab Freitag getestet werden könne.

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