Medizinische Notfallversorgung muss gesichert werden

Rettungswagen für Rünthe wird bis zum Bau einer Wache bei der Feuerwehr stationiert


Das Feuerwehrgerätehaus Rünthe. In der Fahrzeughalle muss Platz für den Rettungswagen geschaffen werden, im Gebäude Platz für die Sanitäter in 24/7-Bereitschaft.
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Das Feuerwehrgerätehaus Rünthe. In der Fahrzeughalle muss Platz für den Rettungswagen geschaffen werden, im Gebäude Platz für die Sanitäter in 24/7-Bereitschaft.

Die Rünther Feuerwehr rückt zusammen, es kündigt sich ein Untermieter an: Der Rettungsdienst zieht ein, bis seine eigene Wache für den Ortsteil gebaut ist.

Rünthe – Mit der Stationierung der Rettungssanitäter samt Fahrzeug am Feuerwehrgerätehaus in Rünthe sichert die Stadt Bergkamen die medizinische Notfallversorgung im Ortsteil Rünthe, bis mit den Kooperationspartnern Kamen und Kreis Unna der erforderliche Neubau einer Rettungswache für diesen Ortsteil realisiert ist. An der künftigen Station werden womöglich mehr Aufgaben abgedeckt, als das ortnahe Vorhalten einer Bereitschaft rund um die Uhr. Für die Errichtung des Gebäudes hat sich ein Investor angeboten.

Rünther Ratsherr Heinzel dauert‘s zu lange

Das berichtete Dezernentin Christine Busch dem WA, nachdem Thomas Heinzel, CDU-Fraktionsvorsitzender aus Rünthe, am Donnerstag im Rat angefragt und zugleich moniert hatte, dass es in seinen Augen in der für den Ortsteil wichtigen Angelegenheit nicht vorangehe: „Das Thema wabert so durch Rünthe. So geht das unserer Meinung nach nicht. Diesen Unmut wollte ich hier mal kundtun.“

Dezernentin macht Aufwand deutlich

„Das Thema ist komplex. Da sollten wir aber schon fair miteinander umgehen“, gab Busch in der Sitzung zurück. Denn die Stadt Bergkamen habe die Dinge gar nicht selbst in der Hand. „Träger des Rettungsdienstes ist der Kreis Unna, betrieben wird er aufgrund der Vereinbarung in Bergkamen und Bönen von der Feuerwehr Kamen. Und ich kann der Stadt Kamen nicht einfach vorschreiben, was sie tun soll.“ Zumal am Ende die Kostenträger, also die Krankenkassen in ihrer Verantwortung für den sorgsamen Einsatz der Beiträge, ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hätten.

Enge Zusammenarbeit mit Kamen und Kreis

Genau das sei auf dem Weg, „in konstruktiver und vertrauensvoller Zusammenarbeit“. Die drei Partner hätten eine Konzeption für den Neubau gerade abgestimmt, nun sei der Kreis gefordert mit den Verhandlungen bei den Kassen. Dass all dies Zeit brauche, habe auch damit zu tun, dass die Vorschriften für diese Einrichtungen inzwischen geändert wurden. Deshalb werde es auch für Rünthe eine Übergangslösung geben, wie sie für Oberaden ohnehin geplant sei, weil dort die Retter unter das Dach der neuen Feuerwache ziehen soll, deren Bau für 2023/24 geplant ist.

Lösung für Oberaden in Sicht

„In Oberaden hat sich ein Gewerbetreibender mit einer Immobilie angeboten“, berichtete Busch auf Nachfrage. Lage und Umfeld sagen wohl zu. „Mit der Stadt Kamen ist verabredet, dass sie sich über das Objekt mit einem Architekten Gedanken macht.“ Mit dem Kreis Unna sei zu klären, ob die Anforderungen für eine befristete Dependance auf vier bis fünf Jahre erfüllt werden können.

Die Anforderungen sind gestiegen

Auf Dauer dürften Rettungswachen nicht mehr als Filialen geführt werden. „Wir müssen die Wache in Rünthe als Solitär bauen. Das heißt, sie muss mit eigener Desinfektion, Waschanlage, Lagerhaltung und Sicherung autark sein. Das hat Auswirkungen auf die Fläche“, so Busch. Und folglich auf die Kosten. Die Investition würde ein Unternehmen den kommunalen Partnern wohl abnehmen, zwei geeignete Grundstücke sind dafür ausgeguckt. Zu klären ist aber unter anderem, wem qua Aufgabe die Rolle des Mieters zufällt.

Künftig Ausbildung in Bergkamen?

„Wir stehen außerdem vor der Frage, ob in den Wachen auch Ausbildung stattfinden muss“, sprach die Dezernentin weitere Erfordernisse an. Die Nachwuchsgewinnung – ein Riesenthema im Rettungswesen – leistet bisher nur Kamen an der Hauptwache der Feuerwehr. Zudem blicken die Verantwortlichen gerade über den Tellerrand: Wie sieht es mit künftigen Bedarfen beim Nachbarn Werne aus? Der kurze Weg über die Lippe ist auf beiden Seiten gute Übung, wenn schnelle Hilfe gefragt ist.

Blick über den Tellerrand

Auch Einsätze in den benachbarten Hammer Ortsteilen nehmen die Planer in den Blick, „weil wir im Rettungswesen an Stadtgrenzen nicht halten machen und der Neubau natürlich langfristig ausgerichtet werden soll“, erläuterte Busch.

Damit derweil gewährleistet ist, dass die Retter im Notfall innerhalb der Hilfsfristen zur Stelle sind, rückt als Nächstes die Feuerwehr zusammen. „Freien Platz haben wir nicht, aber wir werden die Fahrzeuge in der Halle so aufstellen, dass der RTW Platz darin hat“, sagte Feuerwehrchef Dirk Kemke. Wie sich im Gebäude der Bedarf an Schlaf- und Bereitschaftsräumen samt Küche decken lässt, wird nun geprüft. Umbauten seien wohl nicht erforderlich, so Busch. „Die Infrastruktur ist der aktuelle Arbeitsauftrag, wir wollen schnell Ergebnisse.“

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