Zur Kontaktverfolgung

Schlüsselanhänger für die Luca-App: Stadt Bergkamen soll 1500 Stück anschaffen

Kommunen bieten Luca-App als Schlüsselanhänger
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Mit den Schlüsselanhängern sollen Menschen, die kein Smartphone haben, in Geschäften, Theatern oder anderen Orten ihre Kontaktdaten hinterlegen.

Wer kein Smartphone hat und sich die Luca-App nicht herunterladen kann, bekommt in Bergkamen bald die Möglichkeit, die App zur Kontaktnachverfolgung doch zu nutzen.

Bergkamen – Die Stadt Bergkamen bestellt 1500 Luca-Schlüsselhänger, um auch denjenigen ein Einloggen in die Luca-App zu ermöglichen, die kein Smartphone haben. Die Mitglieder des Stadtrats votierten einstimmig für den Antrag der FDP, in dem die Liberalen die Verwaltung aufforderten, die Anhänger anzuschaffen und kostenlos an die Bergkamener zu verteilen.

Die App ist eine Möglichkeit zur Kontaktdatenverwaltung und Kontaktnachverfolgung zum Beispiel für Kommunen, Veranstalter und Gastronomiebetreiber, die auch die Gesundheitsämter mit einbindet. Das Ziel ist es, mögliche Corona-Infektionsrisiken und -ketten nachvollziehen zu können. Die Stadt nutzt die App zum Beispiel bei ihren Rats- und Ausschusssitzungen, sodass Teilnehmer sich digital anmelden können. Weiterhin möglich ist dort auch der analoge Weg mittels Anmeldebogen.

Nachfrage in Nachbarstädten gering

„Es gibt Menschen, die kein Smartphone haben. Für sie gibt es den Schlüsselanhänger, um sich bei der App anzumelden. Wir finden, dass wir den Bergkamenern diese Möglichkeit geben sollten“, erklärte FDP-Fraktionsvorsitzende Angelika Lohmann-Begander.

Die Meinung teilten die anderen Parteien. Thomas Heinzel, CDU-Fraktionsvorsitzender, gab allerdings zu bedenken, dass die Schlüsselanhänger allein nutzlos seien. „Es braucht auch entsprechende Scanner, um die Schlüsselanhänger nutzen zu können.“ Da die Anhänger in Nachbarkommunen bisher nicht sonderlich viel Anklang gefunden hätten, schlug Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Grziwotz vor, die Möglichkeit offensiver bekannt zu machen.

Ausgabestellen noch offen

Linken-Abgeordneter Till Peters sprach sich ebenfalls für die Anschaffung der Schlüsselanhänger aus, wies aber auch auf die Datenschutzbedenken hin, die es bei der Luca-App gibt. „Die sind Menschen, die nicht digital unterwegs sind, möglicherweise nicht so bekannt.“ Darum sollte die Stadt bei der Verteilung der Schlüsselanhänger auch auf diese Bedenken hinweisen.

Im Nachgang der Ratssitzung kündigte Bürgermeister Bernd Schäfer Überlegungen dazu an, wo sich die Anhänger am besten verteilen ließen. „Wir gucken mal, ob wir das im Rathaus oder an externen Stellen machen.“ Schließlich sei auch für die Nutzung des Anhängers ein Computer nötig, um Name, Adresse und Kontakt zu registrieren. „Nach der Bestellung müssen wir dann schauen, inwieweit die Möglichkeiten des Scannens gegeben sind.“ Zunächst gehe es aber darum, die Nachfrage nach den Schlüsselanhängern abzuwarten.

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