Landgericht lehnt Bewährungsstrafe ab

Schlägerei vor McDonald‘s in Bergkamen: 23-Jähriger muss ins Gefängnis

McDonald`s Werner Straße Bergkamen
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Vor McDonald`s an der Werner Straße kam es zu einer Massenschlägerei.

Nach einer Massenschlägerei mit zwei verletzten Polizisten vor der McDonald’s-Filiale an der Werner Straße steht fest: Einer der Beteiligten muss ins Gefängnis. Auch sein guter Auftritt vor der Berufungskammer des Dortmunder Landgerichts konnte ihn nicht retten.

Bergkamen/Dortmund - Der heute 23 Jahre alte Mann hatte sich am Abend des 17. Januar 2020 zusammen mit fast einem Dutzend anderer Jugendlicher zu einer Schlägerei verabredet. Zwischen den beiden beteiligten Gruppen herrschte Streit nach einer gescheiterten Liebesbeziehung.

Kaum hatten die jungen Männer damals damit begonnen, aufeinander einzuprügeln, waren auch schon zwei Polizeibeamte vor Ort. Angestellte der Fast-Food-Kette hatten einen Notruf abgesetzt. Und der Streifenwagen der beiden Beamten befand sich zum Glück nur wenige Straßenecken entfernt.

Angeklagter hoffte auf Bewährung

Was dann jedoch geschah, haben selbst erfahrene Polizisten nur selten erlebt. Einer der Jugendlichen ging sofort auf die Polizeibeamtin los, spuckte vor ihr auf den Boden und rempelte sie hart an. Nach einem zweiten Rempler wollte die Frau den Angreifer deshalb festnehmen. Doch das sah der 23-jährige Angeklagte, der völlig ausrastete. Mit voller Wucht trat der Bergkamener der Polizistin in die Seite.

Und sein Versuch, auch ihren Kollegen zu treffen, scheiterte nur daran, dass dieser sich in letzter Sekunde wegdrehte. Dabei knickte der Polizist jedoch so unglücklich um, dass er wie seine Kollegin wochenlang nicht arbeiten konnte.

Das Amtsgericht hatte den 23-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Der Bergkamener hoffte in der Berufung in Dortmund darauf, daraus eine zweijährige Bewährungsstrafe machen zu können. Und er hatte auch gute Argumente mitgebracht. „Ich habe mich geändert“, sagte er den Richtern. Seit ein paar Wochen hat der junge Mann einen Job. Und er lebt mit seiner Freundin und deren Kind zusammen und kümmert sich um die kleine Familie.

Weil die Richter jetzt aber noch eine frühere Verurteilung in das Urteil einbeziehen mussten, konnten sie die Strafe am Ende nicht so sehr abmildern, dass Bewährung noch möglich gewesen wäre. „Das passt einfach nicht“, sagte der Vorsitzende, als er die Strafe von zwei Jahren und zwei Monaten Haft verkündet hatte. „Hier kommt einfach zu viel zusammen. So leid es uns auch tut, einen jungen Mann ins Gefängnis zu schicken.“

Der Angeklagte reagierte enttäuscht, seine Freundin weinte sogar im Gerichtssaal.

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