Gigabit-Anbindung Schulen NRW macht Ausbau möglich

Bergkamen bringt Glasfaser mit GSW und Helinet schon mal bis zur Schultür

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Symbolischer kann ein Spatenstich kaum sein: Auf dem Betonpflaster dokumentierten die Projektpartner mit blitzblankem Blatt am Stiel, dass an der Schillerschule mit dem Glasfaseranschluss der erste Schritt zu digitalen Standards getan wird.

Spatenstich an der Schillerschule: Der Anfang für den Digitalpakt Schule ist in Bergkamen gemacht. Aber es braucht weiter Geduld: 

Bergkamen - Schon die Szenerie verheißt Bedeutungsvolles. Zehn Menschen, Anzugträger zumeist, im heiteren Plausch vor der ältesten Schule Bergkamens am originären Standort. Zwei Dezernenten, zwei Geschäftsführer, Prokuristen, Projektleiter und Rektor Bruno Kohler bringen sich für den symbolischen Akt Conrona-konform in Position. Nagelneue Spaten spiegeln das Sonnenlicht und werden auf dem Betonpflaster ganz gewiss keinen Dreck ansetzen. All das soll nur zeigen: Hier beginnt die digitale Aufrüstung der elf Bergkamener Schulen mit ihren 4600 Schülerinnen und Schülern.

827.000 Euro für Glasfaseranschlüsse

Zumindest, was den Anschluss ans Glasfasernetz betrifft. Der wird hier, wie auch an der Overberger Grundschule, in den Herbstferien geschaffen. Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) ziehen hier 280 Meter Lichtleiterkabel und in Overberge 720 bis 900 Meter. Der Anbieter Helinet sorgt dafür, dass Telefone und Computer ans Netz kommen. Gleiches soll in den Osterferien ‘21 an der Jahn- und an der Preinschule erfolgen. Dann sind die vier Grundschulen mit 138 000 Euro aus der Stadtkasse dank 689 000 Euro aus dem NRW-Förderprogramm „Giganetz-Anbindung Schulen“ mit selbigem verbunden. 

Verkabelung in Gebäuden noch in Planung 

Wann dies im Schulalltag neue Möglichkeiten eröffnet, ist allerdings noch nicht absehbar. Die „Inhouse-Verkabelung“, also Leitungen, Anschlussdosen, Wlan-Spots sind für alle Schulen in Planung. „Es ist aber noch nicht entschieden, ob wir objektbezogen ausschreiben oder das ganze Paket“, erläuterte Schuldezernentin Christine Busch. Noch vor Jahresende solle die Vergabe der Arbeiten ausgeschrieben werden. „Dann müssen wir noch jemanden finden, der es auch macht“, verwies sie auf die überhitzte Nachfrage durch den Umstand, „dass sich gerade ganz Nordrhein-Westfalen“ aufmache, mit der Förderung aufzurüsten. 

Digitalpakt Schule NRW beschert 2,27 Mio. Euro

Untätig war Bergkamen hier zuletzt nicht. In den vergangenen zwei Jahren seien schon 120 000 Euro in Verkabelungen investiert worden. Die weitere Verdrahtung ist mit 1,3 Millionen Euro aus dem Förderbudget von 2,27 Mio. aus dem „Digitalpakt Schule NRW“ (plus zehn Prozent Eigenmittel) kalkuliert. Für Computer und Präsentationstechnik seien über fünf Jahre 110 000 Euro geflossen, so die Verwaltung. Mit 520 000 Euro aus dem Sofortprogramm (plus 30 000 Eigenmittel) sollen, wie berichtet, iPads für bedürftige Schüler und Geräte für die gut 380 Lehrer gekauft werden.

"Weiße Flecken" und Gewerbegebiete im Blick

Auch bei der Versorgung „weißer Flecken“ in den Siedlungen und der Aufrüstung der Gewerbegebiete stehen die Partner GSW und Helinet in Koordination des Eigenbetriebs Breitband Bergkamen in den Startlöchern. Der Auftrag für gut 170 Kilometer Glasfaserkabel zu Privathaushalten war schon vergeben, hängt wegen der Beschwerde eines unterlegenen Anbieters aber von der Entscheidung der Vergabekammer in den nächsten Wochen ab, wie Betriebsleiter Marc Alexander Ulrich berichtete. Für den Gigabit-Ausbau in den Gewerbegebieten sind sechs Lose mit dazugehörigem Förderbescheid in Vorbereitung. Frühestens März/April werde sich zeigen, welche Firmen hier wann genau tätig werden können.

Wie steht's an den anderen Schulen? 

Rünthes Grundschule ist die einzige mit Gigabit-Anschluss, die Gesamtschule ist mit 600 Mbit via Koaxialkabel am Netz, mit Funkverbindungen verfügen VHS, Gymnasium und Stein-Realschule über Ähnliches.

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