Ausschreibung läuft, Baustart Anfang ‘22 geplant

Scheckübergabe für IGA-Radweg: Stressfrei durch die Marina zur Wasserstadt und nach Lünen radeln

Scheckübergabe am Nadelöhr in der Marina: Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters (von links), Bürgermeister Bernd Schäfer,  Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin RVR, der  Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold, Oliver Kaczmarek MdB, und Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns.
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Scheckübergabe am Nadelöhr in der Marina: Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters (von links), Bürgermeister Bernd Schäfer, Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin RVR, der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold, Oliver Kaczmarek MdB, und Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns.

Licht nach dem jüngsten Schatten auf dem Thema Radfahren in der Marina: Mit Bau des IGA-Radweges werden in Rünthe einige Knackpunkte beseitigt.

Rünthe – Die Stadt Bergkamen setzt weiter auf den großen Wurf, damit im gerade aufgeflammten Kleinkrieg der Skipper und Radler in der Marina Frieden einkehrt. Wenn der IGA-Radweg gebaut ist, sollen sich die Hafen-Crew und jene, die aufs Radfahrverbot pfeifen, nicht mehr ins Gehege kommen. Der Konflikt hat sich vergangene Woche bei einem Streit mit Hafenmeister Thorsten Nustedde offenbart. Da fügte es sich gut, dass nun prominenter Besuch öffentlichkeitswirksam dokumentierte, dass es mit sehr viel hehreren Zielen bald voran geht mit dem Projekt.

Sieben Millionen Euro vom Bund

Florian Pronold (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, stieg am Dienstagmittag im Yachthafen aus der Limousine mit Stern und E-Antrieb, um symbolisch die größte Fördersumme zu überreichen, die bisher aus dem Förderaufruf „Klimaschutz durch Radverkehr“ im Haus von Ministerin Svenja Schulze bewilligt wurde.

„7 032 526 Euro“ stand auf dem Scheck, den der Gast an Bürgermeister Bernd Schäfer und seinen Lünener Kollegen Jürgen Kleine-Frauns übergab. Von Amts wegen wurde der Zuschuss Ende vergangenen Jahres bewilligt, deshalb ist das Millionen-Projekt auch schon in der Ausschreibung.

Die Freude schmälerte das nicht. So war auch RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel mit dem IGA-Geschäftsführer Horst Fischer zur Stelle, um die Bedeutung dieses Bausteins für die Internationale Gartenausstellung in sechs Jahren zu betonen.

Gartenausstellung soll ein Wendepunkt sein

„Wir wollen das Leben, Wohnen und Arbeiten in der Region verändern“, verwies Geiß-Netthöfel auf den Anspruch der IGA bei der Neuausrichtung der Stadtentwicklung. „Und wir wollen die Mobilität verändern.“ Wenn die Massen zur IGA in die „grünste Industriemetropole“ strömen, dann bitte nicht mit dem Auto, sondern per Bahn, Bus und Fahrrad.

Dafür werden voraussichtlich ab kommenden Jahr 22 Kilometer Radweg gebaut: vier Meter breit (sofern keine Engstelle vorliegt), asphaltiert und mit Solarlaternen beleuchtet. 13 Kilometer Weg plus zwei Brücken schaffen die Nachbarn vom Preußenhafen aus ostwärts. Dafür gibt es sechs Millionen aus dem Umweltbudget.

1,2 Mio. Euro für 9 Kilometer in Bergkamen

Mit 1,2 Millionen für geschätzte 1,7 Millionen Euro Baukosten wird Bergkamen seine neun Kilometer IGA-Radweg samt Anbindung zum (nicht so weit gediehenen) Radschnellweg 1 errichten. Dafür gibt es eine neue Wegeführung auf der Rünther Straße ab Wichernstraße für den Anschluss an die dort querende Zechenbahntrasse. Im Weiteren wird die Kreuzung Werner Straße (B 233)/Rünther Straße und Hafenweg mit einer Ampel bestückt, damit Radler heil hinüber kommen.

Ampel an der Bundesstraße und Radlertrasse

Auf der Hafendurchfahrt geht es auf markierter Radlertrasse dann bis zum westlichen Ende der Marina. Dort, am Fitnessstudio und Restaurant, wird dann das Nadelöhr beseitigt, das Radler seit der Sperrung der privaten Durchfahrt (theoretisch) mit Absteigen und Schieben passieren müssen. Die massive Toranlage zur Kaimauer wird beseitigt und der schmale Patt entlang des Kanals verbreitert.

Dann ist der Weg frei geradewegs zum nächsten ehrgeizigen Zukunftsprojekt am Datteln-Hamm-Kanal: die nach jahrzehntelanger Planung im Bau befindliche Wasserstadt Aden.

Baustein für die Verkehrswende

Im Rahmen der IGA soll der Weg die Bergkamener „Bergwelt“ mit Kletter- und Mountainbike-Attraktionen an der Halde Großes Holz mit dem Lünener „Talwunder“ auf der Viktoria-Brache verbinden. Aber nicht ohne Grund sind die Zentren angebunden, wie in Bergkamen der Busbahnhof und in Lünen der Bahnhof. Nachhaltigkeit und Nutzen des Weges ergeben sich aus dem dauerhaften Angebot für die Freizeitradler und dem Anreiz für Berufspendler, auf das umweltfreundliche Gefährt umzusteigen.

Die kleinen Streitereien nicht gelöst

Anfang August endet die Angebotsfrist der Ausschreibung und wann es fertig sein muss, steht im Kleingedruckten zum großen Scheck: bis 30. September 2025. Deshalb ist es für Hafenmeister Nustedde mit der Aussicht auf die große Lösung im aktuellen Streit um die Missachtung des Radfahrverbots nicht getan. Er erwartet von der Stadt als Sofortmaßnahme, die Störenfriede mit rollstuhlgerechten Wechselsperren zum Absteigen zu bringen. Bürgermeister Bernd Schäfer kann sich dafür nicht erwärmen. „Wenn da ein Rollstuhlfahrer durchpasst, was unbedingt sein muss, dann hält das auch keinen Radfahrer auf.“

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