St.-Martin-Feier sorgt für Facebook-Wirbel

Kritik an Martinsfeier für Kita-Kinder macht Verantwortliche fassungslos

Laternenfest: Selbstgebastelte Laternen für den Umzug zu Ehren von Sankt Martin.
+
Laternenfest: Selbstgebastelte Laternen für den Umzug zu Ehren von Sankt Martin.

Bitter enttäuscht sind die Mitarbeiter und Leiter Bernd Bronheim des Familienzentrums „mittendrin“ über Reaktionen, die eine reine Kinderaktion in kleinstem Rahmen unter Corona-Schutzbedingungen bei Facebook auslöste. „Das ist vollkommen unsozial“, ärgert sich Bernd Bronheim.

Was war passiert? Das traditionelle Familienfest zu St. Martin konnte in Coronazeiten natürlich nicht stattfinden. Doch die Geschichte der Mantelteilung, das Sinnbild des Einstehens für Schwächere, das Laternenbasteln, der Fackelumzug, all dass konnte doch thematisiert werden. Alle Kinder wurden eingeladen, nochmals am Donnerstagnachmittag zur Kita zu kommen.

Genau wie sonst vormittags wurde in denselben Gruppen, mit den gleichen Personen wie sonst auch zusammengesessen und St. Martin gefeiert. Es gab Laternen und Brezeln – nur diesmal waren keine Eltern oder Großeltern dabei, und die vier Gruppen blieben auch voreinander getrennt. Jeder nutzte seinen separaten Eingang. Und statt eines gemeinsamen großen Laternenumzugs gab es lediglich eine kleine Runde über das Außengelände der Einrichtung. Und auch nur dort wurde mit viel Abstand ein kleines, kurzes Lied geträllert. „Im Außenbereich ist das nicht verboten“, verdeutlicht Bronheim.

Das Familienzentrum steht hinter der Entscheidung, so gehandelt zu haben. „Diese Zeit ist für Kinder unglaublich schwer“, weiß mittendrin-Leiter Bernd Bronheim. „Wir möchten es daher für sie so normal wie möglich machen. Der Alltag wird halt auf Corona runtergebrochen.“ Und auch bei der kleinen Martins-Feier in den vier Gruppen war alles wie an jedem anderen Tag auch in der Einrichtung – nur halt mit Laternen und ausnahmsweise mal zu einer anderen Zeit.

Facebook-Diskussion sorgt für Fassungslosigkeit

Doch das Holen und Bringen der Kinder zu dieser ungewöhnlichen Zeit fiel auf. „Weiß jemand sagen, was heute nachmittag an der Kita „Mittendrin“ für eine Riesen-Veranstaltung war? Als ich dort heute vorbeifuhr kamen mindestens 50 Erwachsene aus der Einrichtung und verursachten einen Stau weil alle zu ihren Autos wollten. Ich dachte das wäre aktuell nicht erlaubt. Unserem Enkel verbieten sie sogar das Training im Fussballverein“, lautet ein Originaleintrag in der Facebook-Gruppe „Bergkamener Nachrichten“.

Diese Frage – und auch die Reaktionen darauf – lassen Bronheim und sein Team fassungslos, aber auch wütend und traurig zurück. Denn als Antwort auf die Frage des Schreibers gibt es sachliche Erklärungen, aber auch Vorwürfe, wie man so etwas in solchen Zeiten machen könne. Zudem Verschwörungstheorien und Denunziationsvorwürfe. „Wie bei der Stasi hier“ schreibt zum Beispiel jemand, oder „Der nächste Blockwart“. Was andere wiederum dazu verleitet, von „nicht Wasser predigen und Wein saufen“ zu schreiben.

„Das ist doch nur ätzend“, ärgert sich Bronheim, der auf Anraten von Jugend- und Ordnungsamt den Weg über die Presse sucht, um die Situation aufzuklären. „Es war eine normale Aktion mit Hygienekonzept und allem anderen. Es ist so unsozial, so eine schwachsinnige Geschichte von der Großveranstaltung zu verbreiten“, ärgert sich Bronheim, und fragt sich: „Warum fragt man nicht erstmal bei uns an, was da los war?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare