Schutz vor der Kälte

Saisonstart auf dem Erdbeerhof: Früchte reifen in Tunneln

Erdbeeren Erdbeerhof Thies Henter
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Die ersten Früchte werden langsam reif. In den großen Folientunneln sind die Pflanzen vor der Kälte geschützt und die Erdbeeren der Sorte „Flair“ können früher von Thies Henter und seinen Helfern geerntet werden.

Nicht nur die Spargelzeit hat begonnen, auch auf den Erdbeerfeldern können in diesen Tagen die ersten Früchte gepflückt werden - zumindest wenn sie einer bestimmten Sorte angehören.

Bergkamen – Der April macht gewöhnlich, was er will. Meist mit Regen, Sturm und auch schon mal Hagel. Dass der April aber auch anders kann, hat er in diesem Jahr bewiesen: mit viel Sonne, aber auch mit einer überaus frostigen Polarkälte. Eine Herausforderung nicht nur für kälteempfindliche Mitmenschen, sondern auch für Obst- und Gemüsebauern, wie beispielsweise für die Bergkamener Thies und Nils Henter.

Ursprünglich hatte Nils Henter vor einigen Jahren den elterlichen Bauernhof mit solidem Kartoffelanbau übernommen. Thies Henter hielt daher für sich gleich Ausschau nach neuen, zukunftsträchtigen Produkten – und entdeckte die Erdbeere. Voller Begeisterung für die gesunde und überaus wohlschmeckende Beere, die biologisch eine Nuss und keine Frucht ist, hat Erdbeerbauer Thies Henter den Anbau inzwischen fast schon perfektioniert. Die Flächen für seine Plantagen hat er von seinem Bruder Nils gepachtet, mit dem er auch sonst sehr eng kooperiert.

Sobald es konstant warm ist, werden auch die Pflanzen draußen von ihren Abdeckungen befreit.

„Eine Erdbeerplantage zu betreiben ist kein 24-Stunden-Job“, erzählt Thies Henter, „Erdbeerbauer ist man 365 Tage im Jahr.“ Denn wenn im April/Mai die Erdbeeren anfangen zu reifen, dann muss alles schon gemacht sein, damit alles reibungslos ablaufen kann. „Erdbeeren sind überaus empfindliche Früchte, die keinen Fehler verzeihen, ganz zu schweigen von einer langen Lagerung.“

Dass es in den Supermärkten Anfang April trotzdem schon Erdbeeren zu kaufen gibt, läge daran, dass diese Sorten in Spanien oder Nordafrika entsprechend robust gezüchtet würden, was natürlich zulasten der Süße ginge, weiß Thies Henter zu berichten.

Sieben Sorten im Repertoire

„Kein Vergleich also mit einer Erdbeere, die direkt auf unseren Erdbeerfeldern gepflückt und wenig später gegessen wird.“ Um aber trotz Aprilkälte nun rechtzeitig im Erdbeer-Wonnemonat Mai auf den eigenen Erdbeerfeldern frisch gepflückte Erdbeeren anbieten zu können, hat Thies Henter ein ausgeklügeltes Timing entwickelt und dafür gleich sieben Erdbeersorten in seinem Repertoire.

Die erste frühe Sorte, und nach Thies Henters Meinung auch die leckerste, ist die „Flair“. Die Sorte erfährt sogar den „Luxus“, dass sie in drei großen begehbaren Folientunneln mit je 1000 Quadratmetern Grundfläche und in einer aufgeständerten Höhe weitab vom Bodenfrost heranreifen darf.

In den Folientunneln sorgen Hummeln für die Bestäubung.

Bei Sonne erwärmen sich die Zelte schon bei Minusgraden auf Temperaturen um die 20 Grad. Für die Bestäubung sorgen in jedem der Folientunnel sechzig Hummeln, die eigens dafür „engagiert“ wurden.

Wird es dann endlich wärmer und schwärmen die bestäubenden Insekten draußen aus, können von den Hochbeeten der Freilandkulturen mit „Clery“ oder „Sonata“ tagsüber die Vliese heruntergenommen werden. Um hier den Unkrautbewuchs oder die Auswaschungen des Bodens zu verhindern, sind die Hochbeete durchgängig mit schwarzer Folie abgedeckt. Über ein Schlauchsystem werden die Wurzeln der Pflanzen mit dem nötigen Nährstoffsubstrat versorgt.

Hauptsaison von Mai bis Juli

Wenn dann die Hauptsaison für Erdbeeren von Mai bis Juli in vollem Gange ist, werden Thies und Nils Henter zudem von 15 Pflückern und von 35 Verkäufern an den sechs Verkaufsständen unterstützt. Diese befinden sich dabei nicht nur in Bergkamen, sondern auch in Fröndenberg, wo Thies Henter auf einem Bauernhof ebenfalls wie in Bergkamen einige Erdbeerplantagen mit Folientunneln und Erdbeerfeldern angelegt hat.

Ein überaus beliebtes Familien-Event ist dabei in Bergkamen wie auch in Fröndenberg in „Nicht-Corona-Zeiten“ das Erdbeeren-Selbstpflücken, an dem ganz besonders die Kinder ihren Spaß haben. Dabei können diese nicht nur nach Herzenslust Erdbeeren naschen, sondern auch auf einer Hüpfburg herumtollen.

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