Traditionelle Zeremonie

Saisoneröffnung im Römerpark in Bergkamen: Hoffen auf viele Besucher

Die dritte Kohorte der 19. Legion tritt zur Saisoneröffnung im Römerpark an: „Ohne unsere Ehrenamtlichen ginge das hier nicht“, sagte Museumsleiter Mark Schrader während der Zeremonie am Samstagnachmittag.
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Die dritte Kohorte der 19. Legion tritt zur Saisoneröffnung im Römerpark an: „Ohne unsere Ehrenamtlichen ginge das hier nicht“, sagte Museumsleiter Mark Schrader während der Zeremonie am Samstagnachmittag.

Der Römerpark in Bergkamen-Oberaden ist eröffnet. Zum Start in die Saison 2021 schlüpften wieder zahlreiche Ehrenamtler in die Rolle von Legionären, legten Rüstungen an und griffen zu Schilde und Speeren. Das hatten sie wegen Corona lange nicht mehr gemacht.

Bergkamen – Weihrauchgeruch steigt auf, zieht über den Platz. Für ein paar Minuten riecht es nach Kirche. Aber Wolfgang Hoffmann steht nicht in einem Gotteshaus, sondern direkt am Waldrand am Römerpark. Die Holz-Erde-Mauer im Rücken, behält er als Zenturio Quintus Varius Carles die dritte Kohorte der 19. Legion im Auge, die zur Saisoneröffnung im Römerpark angetreten ist.

Nachdem die traditionelle Art der Eröffnung im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie flachgefallen war, gibt es in diesem Jahr wieder das altbekannte Weihrauchopfer für eine gute Saison. Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich hatte den Weihrauch angezündet, ehe er die Hausordnung und den Sold für die Legionäre der 19. Legion an die beiden Ehrenamtler Hans Koehn und Erwin Helmanczyk übergeben hatte.

Fördervereinsvorsitzender Roland Schäfer (rechts) erhält eine „Armilla“, ein Armband, für seinen Einsatz für den Römerpark in seiner Zeit als Bürgermeister.

„Ohne unsere Ehrenamtlichen ginge das hier nicht“, sagt Museumsleiter Mark Schrader. Darum liegt der Schwerpunkt der Eröffnung auch darin, den ehrenamtlichen Helfern des Römerparks besondere Wertschätzung entgegenzubringen. „Nur durch sie kann der Park jedes Wochenende geöffnet und bespielt werden“, betont Schrader.

Im vergangenen Jahr war das schwierig – mal war der Park offen, dann wieder geschlossen, ehe er wieder öffnete und erneut schloss. Ganz so, wie die jeweils aktuelle Corona-Schutzverordnung es vorsah. Die Hoffnung ist bei allen Beteiligten groß, dass es in diesem Jahr anders wird. „Wir hoffen, dass wir wieder 2.000 bis 3.000 Besucher bekommen dieses Jahr“, sagt Ulrich. Auch die Hoffnung auf ein weiteres Römerfest im Sommer hegt der Bergkamener Kulturdezernent.

„Das hier ist ein großer Abenteuerspielplatz“

Mit dabei wäre dann auch wieder Hoffmann, der in seiner Rolle als Zenturio dem Fördervereinsvorsitzenden Roland Schäfer eine „Armilla“ ans Handgelenk steckte. Im antiken Rom war das silberne, gelegentlich goldene Armband eine Auszeichnung für Soldaten. Schäfer bekam es als Anerkennung für seine Bemühungen um den Römerpark in seiner Zeit als Bergkamener Bürgermeister.

Auch nach dem offiziellen Teil der Eröffnung bleiben die Legionäre und Hoffmann uniformiert. Aller Hitze zum Trotz. Schließlich sind auch einige Besucher gekommen, die die „alten Römer“ in Augenschein nehmen, neugierig Fragen stellen. Und Hoffmann antwortet gern. Für ihn ist es eine Leidenschaft. „Unsere ganze Familie ist dabei, Söhne, Schwiegertochter Enkel“, erzählt er.

Die zweijährige Enkeltochter hat schon eine komplette Gewandung, und die Familienhündin hört auf einen lateinischen Namen. Die Augusteische Zeit hat es der Familie angetan, besonderes Interesse gilt natürlich der 19. Legion. „Dafür ist das hier ein großer Abenteuerspielplatz“, sagt Hoffmann lachend.

„Die Römerzeit ist einfach besonders interessant“

„Schuld“ an der Tatsache, dass Hoffmann als Zenturio schwitzt, ist Sohn Eike Hoffmann, der als Lucius Varius Crassus für die Militärausbildung der Legionäre zuständig ist. Er fing mit dem Reenactment – also dem historisch korrekten Nachspielen geschichtlicher Ereignisse – an, und ehe jemand wusste, was passierte, war die ganze Familie fasziniert. „Die Römerzeit ist einfach besonders interessant“, findet Eike Hoffmann.

Fünf- bis sechsmal pro Saison tritt die 19. Legion normalerweise im Römerpark an. „Vergangenes Jahr ging das ja nicht“, bedauert der Zenturio. Für dieses Jahr ist die Hoffnung umso größer.

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