Abgetaut wird erst Ende März

Saison in der Eishalle Bergkamen wäre auch bei Lockdown-Verlängerung nicht vorbei

Eishalle Bergkamen Martin Brodde Hygienemaßnahmen
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Betreiber Martin Brodde hatte in der Eishalle verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt. Öffnen darf er derzeit trotzdem nicht.

Das Eis ist noch nicht geschmolzen. Innerhalb weniger Tage können Martin Brodde und seine Eismeister die Eishalle wieder öffnen, wenn es grünes Licht von der Politik geben sollte. So flexibel sei man. „Wir müssen es sein“, sagt der Betreiber angesichts der dynamischen Lage.

Bergkamen - Ursprünglich hatte Martin Brodde erklärt, dass mit den verschärften Corona-Einschränkungen ein Betrieb der Eishalle in diesem Winter wegen der hohen Kosten nicht mehr wirtschaftlich sei. Letztlich hatte er sich aber doch in der Hoffnung auf einen kurzen Lockdown entschieden, das Eis nicht abzutauen, nachdem die Halle am 1. November mit der corona-konformen Halloween-Party das letzte Mal geöffnet hatte.

Sollten die Maßnahmen in den Dezember hinaus verlängert werden, ist noch unklar, wie es weitergeht. „Es ist ein bisschen ein Wagnis“, sagt Brodde, der die am Mittwoch aktualisierte Verordnung „juristisch prüfen“ wird, um zu gucken, was für die Eishalle möglich ist. Erst dann wird er eine Entscheidung bezüglich des Eises treffen.

Eisaufbereitung innerhalb weniger Tage

„Aber selbst eine Verlängerung des Lockdowns Light, heißt nicht, dass die Saison beendet ist“, betont Brodde: „Sobald wir das Okay bekommen, machen wir wieder auf.“ Das würde zum Beispiel bedeuten, dass, wenn die Einschränkungen, wie derzeit diskutiert, bis zum 20. Dezember aufrechterhalten würden, könnte noch in diesem Jahr – am 21. oder eventuell 26. Dezember – in Bergkamen bereits wieder Schlittschuh gelaufen werden.

„Wir können innerhalb weniger Tage Eis machen. Je kälter es draußen ist, desto schneller“, sagt Brodde und rechnet mit drei, vier Tagen zur Vorbereitung: „Wir sind in Habacht-Stellung.“ Nur ein Termin sei klar: „Am 28. März wird abgetaut“, sagt Brodde zum alljährlichen Saisonende.

Die Phase der zwangsweisen Schließung nutzen die Mitarbeiter, die momentan in Kurzarbeit sind, um aufzuräumen, zu Reparaturen und kleinen Verschönerungen. Brodde spricht allerdings auch von einem „sehr, sehr hohen fünfstelligen Betrag“, der verlorengehe. „Ein fetter Verlust.“ Mit den zugesagten Hilfen, auch für die Eishalle soll es 75 Prozent der Einnahmen aus dem Vorjahresmonat geben, würde er aber über die Runden kommen. „Alle Firmen warten aber darauf, dass das Portal öffnet, in das sie sich eintragen können“, sagt Brodde.

Eishockey-Frauen müssen nach Hamm ausweichen

Von der bisherigen Saison, die vom 11. September bis Anfang November dauerte, ist der Betreiber grundsätzlich zufrieden. Zwar kamen zwar weniger Gäste, „es war aber trotzdem auf einem Level, mit dem können wir leben“, erklärt Brodde. „Man hat aber gemerkt, dass die Leute verunsichert sind.“ So machte die Eishalle zum Beispiel weniger Umsatz in der Gastronomie. Die Umsetzung des ausgearbeiteten Hygieniekonzepts habe funktioniert. „Die Teilnehmer haben tadellos mitgemacht, auch die Jugendlichen“, sagt Brodde.

Um die Kosten derzeit so gering wie möglich zu halten, fährt die Kälteanlage schon den ganzen Monat am Minimum, um Strom zu sparen. Gerade so, dass das Eis noch Eis bleibe, erklärt der Betreiber. Deshalb müssen auch die Erstliga-Frauen des EC Bergkamen Bären nach Hamm ausweichen. „Für Eishockey muss das Eis eine gewisse Qualität haben, es muss sehr hart sein“, erläutert Brodde. Für die paar Trainingseinheiten und die Heimspiele würde sich das nicht lohnen. Er würde sich aber wünschen, dass zum Beispiel auch ein Jugendtraining bald wieder möglich wird. „Die Eishalle war nicht das Problem“, sagt er zum Anstieg der Infektionszahlen und den daraufhin erfolgten verschärften Einschränkungen.

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