Naturschutz geht vor

Spazierweg auf der Halde Großes Holz in Bergkamen wird verlegt

Wegführung auf der Halde Großes Holz in Bergkamen wird geändert
+
Thomas Reichling (Stadt Bergkamen), Fabian Pollmann (Landschaftsbau Vornholt), Rolf Teschner (Planungsbüro) und Ingrid Voigt (RVR) (von links) begutachteten die neue Wegführung auf der Halde Großes Holz.

Bergkamen – Um für mehr Ruhe bei den Kreuzkröten und Flussregenpfeifer zu sorgen, müssen Spaziergänger auf der Halde Großes Holz in Zukunft andere Wege gehen. Der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Stadt Bergkamen verlegen einen Spazierweg auf der Halde.

Am Dienstag trafen sich Thomas Reichling vom städtischen Umweltamt, Ingrid Voigt vom RVR Ruhr Grün, Rolf Teschner vom beauftragten Planungsbüro und Fabian Pollmann von Landschaftsbau Vornholt, um die alternative Wegstrecke zu besprechen.

Im Bereich der Naturarena hat die Stadt als erforderliche Ausgleichsmaßnahme für verlorene Biotope im Bereich der künftigen Wasserstadt Aden bekanntlich Habitate für Kreuzkröten und Flussregenpfeifer angelegt. „Die neuen Biotope werden auch angenommen“, betont Reichling. Während Helfer die Kreuzkröten umsiedelten und auf die Halde brachten, musste der Flussregenpfeifer sich selbst nach neuen Brutplätzen umsehen – und nahm wie gewünscht das neu geschaffene und insgesamt etwa 2500 Quadratmeter große Biotop auf der Bergehalde an.

Der RVR weist mit Schildern auf den Schutzbereich und die entsprechende Leinenpflicht für Hunde hin. „Aber es gibt natürlich immer Menschen, die sich einfach nicht darum kümmern und ihre Hunde trotzdem frei laufen lassen“, so Voigt. Damit das Biotop ein Schutzraum für die Vögel und die Kröten bleibt, die Besucher aber nicht aus der Natur ausgesperrt werden, kommt es nun zur Verlegung eines Weges für die Spaziergänger.

RVR kann sich vorstellen, Bänke aufzustellen

Bisher führt der Weg aus Süden kommend direkt auf die Biotopfläche zu und knickt dort nach rechts ab, führt etwa 300 Meter neben dem Biotop her und führt dann weiter Richtung Norden mit Blickrichtung Steag-Kraftwerk. Künftig soll der Weg ein Stück weit vor dem Biotop enden. Stadt und RVR können sich vorstellen, in diesem kleinen Sackgassenbereich Bänke aufzustellen, damit Spaziergänger eine Pause in der Natur einlegen und durchatmen können. Um die Spaziergänger nicht zu sehr einzuschränken, soll der künftige Weg etwas vor dem Ende des alten nach rechts abknicken – dort, wo bislang noch eine Wiese ist, auf der sich aber bereits deutlich ein Trampelpfad abzeichnet. Nach einer kleinen Linkskurve soll die neue Wegeführung dann auf die alte treffen – wieder mit Blickrichtung Kraftwerk.

„Dafür müssen wir noch eine Rampe anlegen“, erklärt Teschner, denn dort, wo aktuell noch ein dichtes Brombeergestrüpp wächst, gilt es, etwa zwei Meter Höhenunterschied zu überwinden. Das soll mittels der Rampe geschehen. Die notwendigen Schnittmaßnahmen für die Arbeiten sollen laut der Planungen Mitte Februar beginnen, berichtet Teschner. „Die Arbeiten sollen im Bereich der neuen Rampe als erstes abgeschlossen sein“, erklärt Voigt. „Wir wollen den Flussregenpfeifer nicht in seiner Brutzeit stören.“

Insgesamt rechnet Pollmann mit einer Bauzeit von einigen Wochen. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir ungefähr Ende April fertig sind“, sagt er.

Im Zuge der neuen Wegführung lässt der RVR zudem noch kleinere Maßnahmen durchführen. „Da geht es zum Beispiel um die Beseitigung von Vandalismusschäden und die Ausbesserung von Wegen“, so Teschner. Für die gesamte Maßnahme rechnet Voigt mit Kosten in Höhe von rund 105 000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare