65 Bäume gefällt

Für Menschen gefährlich: Baumkrankheit befällt Bergkamener Waldgebiet

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Kein Durchkommen: Das Gebiet an der Freiherr-vom-Stein-Realschule bleibt gesperrt, bis die befallenen Bäume abtransportiert wurden.

Neben dem Eichenprozessionsspinner gibt es in diesem Jahr ein neues Naturphänomen, das der Stadt Sorgen bereitet. Die Rußrindenkrankheit befällt Bäume und lässt diese absterben. Auch der Mensch ist gefährdet. Gestern wurden betroffene Bäume an der Freiherr-vom-Stein-Realschule gefällt.

Was ist die Rußrindenkrankheit? 

Die Rußrindenkrankheit wird durch eine Pilzart hervorgerufen, die Ahornbäume befällt. Besonders in Nordrhein-Westfalen hat sich die Krankheit zuletzt ausgebreitet. Die Symptome äußern sich durch das Abblättern der Rinde an der Stammbasis, Schleimfluss, einen schwarzen, rußartigen Belag hinter der Rinde und eine abgestorbene Krone. „Die Krankheit ist hier ganz neu. Damit hatten wir noch nie Probleme“, sagte Kämmerer Marc Alexander Ulrich in Vertretung für den Beigeordneten Dr. Hans-Joachim Peters. 

Welche Auswirkungen hat die Krankheit? 

Bäume, die von der Rußrindenkrankheit befallen sind, sterben innerhalb eines oder mehrere Jahre ab. Die Krankheit breitet sich über Sporen aus. Durch Wind lagern sich diese auch an der Rinde umliegender Bäume ab. Nachdem die Bäume abgestorben sind, nimmt ihre Standfestigkeit ab – Fußgänger werden gefährdet. Auch, um den Straßenverkehr zu schützen, werden befallene Bäume entfernt. 

Keine Chance auf Heilung: Sind Bäume von der Rußrindenkrankheit befallen, müssen sie gefällt werden. Ein Symptom ist das Abblättern der Rinde.

Welche Auswirkungen hat die Krankheit auf Menschen? 

Die Sporen der Pilzart können laut einer Pressemitteilung des Landesbetriebs Wald und Holz bei intensivem Kontakt oder wegen einer Vorerkrankung eine allergische Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen. 

Welche Bereiche sind in Bergkamen befallen? 

Bisher gibt es nur ein Gebiet, in dem sich die Rußrindenkrankheit ausgebreitet hat. In einem kleinen Waldgebiet, das an die Freiherr-vom-Stein-Realschule angrenzt, waren Ahornbäume befallen. „Wir haben das Gebiet seit Freitag abgesperrt“, sagte Ulrich. Gestern rückte eine Spezialfirma aus Arnsberg an, um die Bäume zu fällen. „Das kann nicht einfach unser Bauhof machen, weil die Bäume besonders abtransportiert und entsorgt werden müssen“, so Ulrich. Beim Fällen können die Mitarbeiter schnell mit den Sporen in Kontakt kommen. 65 Bäume wurden von den Mitarbeitern gefällt und zu einer Verbrennungsanlage gebracht. „Leider sind die Bäume nicht zu retten. Die Krankheit kann noch nicht richtig behandelt werden“, so Ulrich. Die Bäume seien extra am Dienstag nach den Pfingstfeiertagen gefällt worden, weil die Schule an diesem Tag geschlossen blieb. „Wir wollten nicht, dass die Schüler in Kontakt mit den Sporen kommen“, erklärte der Kämmerer. 

Wann wird das Gebiet wieder freigegeben? 

Wenn die Bäume gefällt und weggebracht wurden, ist der Wald wieder begehbar. Solang gibt es für Fußgänger kein Durchkommen.

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