RuhrTourLive im Yellowstone: Fans stimmen für El Mobileh

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Die Band „El Mobileh“ erspielte sich beim Wettbewerb „RuhrTourLive“ im Yellowstone die meisten Stimmen. Dafür gab es ein Preisgeld. Zudem treten sie beim Finale in der Lindenbrauerei auf.

Bergkamen - Zur ersten Vorrunde der „RuhrTourLive“, dem größten Newcomer-Musikwettbewerb im Kreis Unna, trafen in diesem Jahr vier grundverschiedene Acts aufeinander. Im Bergkamener Yellowstone-Jugendzentrum brachten die jungen Talente musikalische Höchstleistungen, um Publikum und Sonder-Jury von sich zu überzeugen und in die Endrunde einziehen zu dürfen.

Rock meets Hip Hop meets (Heavy) Metal meets Punk – und zwar auf einer Bühne. „Klar ist immer mal wieder eine Musikrichtung dabei, die nicht mein Ding ist“, bilanzierte Zuschauer Oliver Köhler, „aber generell finde ich es toll, so viel Abwechslung geboten zu bekommen.“ Ginge es nach David Zolda aus dem Organisatoren-Team, wäre die Bandbreite sogar noch viel größer. „Es dürften zum Beispiel auch DJs mitmachen“, so der Jugendarbeiter scherzhaft, „die laufen im Gegensatz zu Bands wenigstens nicht Gefahr, sich zu streiten und kurz vor dem Gig aufzulösen.“ 

Eine Band sagte ab 

Genau das passierte auch einer Gruppe aus Lünen, die am Freitag hätte im Yellowstone spielen sollen. Aber auch mit vier Gigs waren Zolna und sein Team gut aufgestellt. Andere Standorte hatten es in diesem Jahr weniger leicht. Es werde nämlich immer „kniffliger“, Bands zu animieren, sich für die RuhrTour zu bewerben, so Zolna. „Dafür sind am Ende aber auch wirklich nur Künstler dabei, die für ihre Musik brennen.“ Ihnen gehe es nicht um das Preisgeld, sondern darum, die Bühne zu rocken und ihr Publikum mitzureißen. 

Immerhin rund 100 junge Besucher hatten den Weg ins Jugendzentrum gefunden.

Um die meisten Kreuzchen auf dem Stimmzettel spielten am Freitag „Shock Out“ aus Lünen, „Power Word Kill“ und „Konz“ aus Bergkamen sowie „El Mobileh“ aus dem etwas weiter entfernten Gladbeck. Die schwierige Aufgabe, das Publikum aufzutauen, hatte Rapper Konstantin Foest alias „Konz“. Sein Name wurde als erstes aus dem Los-Hut gezaubert. Aufgeregt sei er angesichts von knapp 100 Zuschauern zwar nicht gewesen, „aber ich weiß, wie schwer es ist, Metal-Fans für Hip Hop und meine Beats zu begeistern.“ 

Talent hat der 21-jährige angehende Erzieher auf jeden Fall. Seitdem er zehn ist, spielt Foest Keyboard und Schlagzeug in wechselnden Bands, bis er irgendwann anfängt, eigene Beats am Computer zu machen. „Meine ersten Versuche waren so schlecht, dass niemand darauf rappen wollte. Also musste ich selber ran“, verriet der Bergkamener. 

In seinem ersten Track habe er noch über Reibekuchen getextet, „aber dann begann ich, die ganze Sache ernst zu nehmen.“ Heute hat Konstantin Foest große Ziele: „Ich möchte weiterkommen mit meiner Musik und es allen beweisen, die Rap voreilig abstempeln.“ Auch, früher oder später wieder in einer Band zu spielen, schließe er nicht aus. 

Eine Band war es auch, die am Ende der Vorrunde alle Konkurrenten ausspielte und sich mit haushohem Vorsprung in die nächste Runde musizierte. El Mobileh aus Gladbeck bekamen 41 Publikumsstimmen und lagen somit zunächst knapp vor der Heavy Metal Gruppe „Power Word Kill“ (39 Stimmen). Zusätzlich heimsten die fünf aber noch zwei Mal zehn Punkte in den Sonderkategorien „beste musikalische Darbietung“ und „beste Live-Performance“ ein. Zu Recht. Alle fünf Bandmitglieder sangen, tanzten, hüpften und spielten sich während ihres knapp 40-minütigen Sets die Seele aus dem Leib. Ungewöhnlich und überraschend harmonisch passten vor allem die Parts von Querflötistin Hannah van Uhnen (23) zum rockigen Sound. 

Finale in der Lindenbrauerei 

Mittlerweile sind die Gladbecker so erfolgreich, dass sie bereits 2014 ihr Debut-Album „...das Verrückte macht“ rausbringen konnten. Mit dem Preisgeld von 500 Euro könnte schon bald die zweite Veröffentlichung folgen. Im April stehen für die Musiker allerdings erst einmal drei Endrunden-Konzerte in Hamm, Lünen und Selm vor der Tür. Ihr Abschlusskonzert bei der „RuhrTour“ geben „El Mobileh“ dann beim großen Finale in der Unnaer Lindenbrauerei am 5. Mai. - slh

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