Rünther Schützen ohne Heim und Vorsitzenden

Die Rünther Schützen sprachen darüber, wie es mit dem Verein weitergehen soll.

RÜNTHE ▪ Wie geschockt die Rünther Schützen über den Verlust ihres Vereinsheims sind, war bei der Versammlung am vergangenen Freitag deutlich spürbar. Dabei war diese ursprünglich anberaumt worden, weil Vorsitzender Jörg Sawitza und seine Stellvertreterin Edith Skopek aus privaten und beruflichen Gründen zurückgetreten waren und ersetzt werden mussten. Kommissarisch werden sie durch Wilhelm Wagner und Detlef Schubert ersetzt.

Die Wahl dient als Zeichen, dass sich die Schützen vom Brand nicht unterkriegen lassen: „Wir müssen stärker zusammenhalten als jemals zuvor“, war Tenor. Die Nachricht über das Feuer hatte jeden Schützen schockiert, sagen sie. „Es war, als hätte uns jemand ein Stück unserer Herzen herausgerissen.“ Trotz sinkender Mitgliederzahlen und eher mäßigem Interesse der Bevölkerung hatte es der Verein geschafft, seinen Traum zu verwirklichen: ein eigenes Vereinsgelände mit eigenem Vereinsheim und fast allem, was dazu gehört.

Viel ist in der Nacht zu Mittwoch vernichtet worden: Orden, Säbel, Auszeichnungen, Pokale, Vereinsfahnen. Was vielleicht noch zu retten ist, wissen die Schützen nicht. „Wir dürfen nicht auf das Gelände. Das ist noch polizeilich gesperrt“, erklärte Pressewart Heinz Kelch. Von offizieller Seite hat der Verein noch nichts über die Brandursache erfahren. Von der Brandstiftung erfuhren sie aus der Zeitung.

Versicherungsfragen sind nun zu klären und die Fragen, was aus dem Lager, das nur von außen von den Flammen angegriffen worden war, noch verwendet werden kann. „Unser großes Zelt ist uns höchst wahrscheinlich erhalten geblieben“, sagt Kelch.

Weil es in Rünthe praktisch keine Lokale mehr gibt, die die Schützen als Vereinslokal nützen könnten, hofft nicht nur Kelch, dass es wieder ein Vereinsheim geben wird. Aber über vielem steht ein Fragezeichen: „Ob es jemals eins dieser Größenordnung geben wird, können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da wir nicht wissen, welche Kosten auf uns zu kommen. Ob wir mit Hilfe von außerhalb rechnen können, ist zurzeit auch noch nicht abzusehen.“ Zwar habe Bürgermeister Roland Schäfer Hilfe angeboten, aber konkret sei noch nichts. „Wir sind für jede Hilfe dankbar“, sagte Kelch. Deshalb will der Verein auch in Kürze ein Spendenkonto einrichten.

Weiterhin

Präsenz zeigen

Überhaupt will der Verein die Zeit nicht „mit Tränen trocknen und Wunden lecken verschwenden“, vielmehr soll angepackt werden. „Alle Mitglieder“, so appellierte der Vorstand, „sollten sich zusammenreißen und auch über die Grenzen des Vereinslokals hinaus als eine Einheit auftreten und bei Veranstaltungen Präsenz zeigen.

Die nächsten Möglichkeiten dazu sind der Königsball in Bergkamen am 24. September, das Oktoberfest des Handwerkerschützenvereins Hamm-Westen. Mit 100-prozentiger Sicherheit wird es im nächsten Jahr auch wieder ein Schützenfest in Rünthe geben. ▪ tat

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