Stinkender Kanal: Stadt Bergkamen kündigt Sanierung an

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Paul Biermann gehört zu den Anliegern der Westfalenstraße, die vom Gestank aus dem Kanal die Nase voll haben. 

Rünthe - Das Naserümpfen in der Westfalenstraße soll ein Ende haben: Die Stadt kündigt eine Kanalsanierung an.

Das zeigte sich am Mittwoch im Ausschuss für den Entwässerungsbetrieb. Dort sprach der aus Rünthe stammende CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Heinzel das Problem aufgrund der Berichterstattung im WA an. Die Betriebsleitung solle den bis dahin nicht informierten Fachausschuss in Kenntnis setzen.

Durch Setzung bleiben Fäkalien liegen

„Wir haben den Kanal bereits untersucht und festgestellt, dass es auch dort einen Unterbogen gibt“, erklärte Günter Basener vom Stadtbetrieb Entwässerung (WEB). Der Kanal hänge durch, an der tiefsten Stelle sammelten sich die Fäkalien. Vor allem bei lang herrschender Trockenheit, wie in der jüngsten Zeit, bereite das Probleme. „Im Moment arbeiten wir dort mit Rückspülungen, aber das ist keine Dauerlösung“, gestand Basener ein.  Für Anfang 2019 sei geplant, den Kanal zu erneuern. Bei  Trockenheit sei das Problem aber nie ganz wegzubekommen.

Es riecht wie früher, wenn gejaucht wurde

Ursula und Paul Biermann wohnen seit 38 Jahren in der Westfalenstraße. „Wenn der Stinkewagen kommt, heißt es schnell die Fenster schließen“, sagt der 78-Jährige über den Einsatz der Spül-Fahrzeuge. Ja nach Wetterlage halte sich der Gestank auch länger. „Einen ähnlichen Geruch bin ich von früher gewohnt, wenn gejaucht wurde“, so Ursula Biermann. Alle zwei bis drei Wochen werde diese Erinnerung über die Nase geweckt.

Noch weitere Schäden durch Bergsenkungen

Auch an anderer Stelle sind in Rünthe noch Abwasserrohre zu reparieren, wie die Beratung im Ausschuss zeigte.  Laut Basener gibt es an einigen Stellen im Ortsteil noch einige Schäden durch Setzungen in der Kanalisation, die sich durch das bislang angewendete Inlinerverfahren nicht beheben lassen. Dabei werden alte Rohre innen mit einem Kunststoffschlauch ausgekleidet, damit die dicht sind. Setzungen und Gefälleprobleme löst das nicht. Da muss der Bagger her, die Straße aufgerissen werden. 

Fünf Baustellen: Anlieger werden informiert

Betroffen sind Teile der Straßen Im Stollen, Zum Füllort, Flöz Dickebank sowie der Knappenstraße, Schlägelstraße und der Schwester-Martha-Straße. Basener rechnet mit drei Monaten Bauzeit. Wann es wo losgeht, ließe sich noch nicht sagen. „Die betroffenen Anwohner werden aber rechtzeitig informiert“, so Basener. An den Kosten werde sich die RAG beteiligen, weil die Schäden auch durch Bergsenkungen verursacht seien.

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