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Kevin Lowak restauriert Feuerwehr-Oldtimer

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Kevin Lowak ist stolz auf sein Feuerwehr-Auto – ein Opel Blitz. Pfingsten will er mit den Arbeiten fertig sein, dann will er mit dem Auto zum Campen fahren.
Kevin Lowak ist stolz auf sein Feuerwehr-Auto – ein Opel Blitz. Pfingsten will er mit den Arbeiten fertig sein, dann will er mit dem Auto zum Campen fahren. © Klammer

RÜNTHE - RAL 3000 ist nicht unbedingt eine Autofarbe, mit der sich ein normal-Sterblicher sein Auto lackieren lassen würde. Etwas anders verhält sich die Sache beim Rünther Feuerwehrmann Kevin Lowak. „Was anderes als RAL 3000 – das originale „Feuerwehr-Rot“ käme mir nicht auf meinen Opel Blitz.“

Von Jürgen Klammer

Dass sein 40 Jahre alter Blitz oben auf dem Dach noch zwei hübsche Blaulichter hat, unterscheidet Kevins Spielzeug dann restlos von einem normalen Fahrzeug.

Er ist – im angenehmen Sinne gesprochen – ein Verrückter, genau gesagt: ein Feuerwehr-Verrückter. „Mit sechs Jahren wurde ich Mitglied im Spielmannszug der Wehr, mit elf kam ich in die Jugendfeuerwehr und seit Vollendung meines 18. Lebensjahrs bin ich aktives Mitglied der Löschgruppe Rünthe“, zählt der 23-Jährige auf.

Ganz nebenbei ist er mittlerweile Stellvertretender Zugführer, Ausbilder Schlagwerk und Tambour Major beim Spielmannszug und Atemschutzgerätewart. Was lag da näher, als auch seine knappe Freizeit in der Farbe Rot zu gestalten?

„Ich hatte ja schon immer Spaß an Oldtimern. Im Internet fand ich durch Zufall diesen Opel Blitz, Typ 300-6 aus dem Jahr 1974. Es ist ein LF 8, mit Motor und Fahrerkabine auf Basis des damaligen Opel-Blitz. Der restliche Aufbau wurde von der Firma Magirus gebaut, daher auch das Magirus Zeichen an der Seite“, so Kevin Lowak.

 Das Fahrzeug bietet Platz für neun Personen und hat im hinteren Bereich genügend Platz für verschiedene Einschübe mit technischem Gerät für die Brandbekämpfung. „Der Vorbesitzer hatte mit der Restaurierung schon begonnen, konnte aus Platzmangel die Arbeit aber nicht fortsetzen.“

In den Hallen eines Bekannten fand Kevin Lowak ein Plätzchen und auch ein paar Helfer um die Restaurierung in Angriff zu nehmen. „Da das Fahrzeug erst gut 26 000 Kilometer gelaufen hat, war antriebstechnisch nicht viel zu richten. Allerdings hatte der Rostteufel schon kräftig an der Karosserie zugeschlagen. In die Türen mussten Bleche eingeschweißt-, und im Heckbereich des Fahrzeugs sogar ein Träger des Fahrgestells erneuert werden“, zählt er auf. „Danach kamen unglaublich aufwendige Spachtel, Schleif und Lackierarbeiten.“

In der Fahrerkabine wartet noch viel Arbeit

Vorher mussten natürlich die Scheiben demontiert werden. Deren Dichtungen, wie auch die Türdichtungen waren so marode, dass sie erneuert werden müssen. Alle Chrom- und Alu-Teile galt es aufzuarbeiten, an der Elektrik des Fahrzeugs war einiges zu richten und auch in der Fahrerkabine wartet noch viel Arbeit auf den Oldtimer-Freund.

„Mein größter Wunsch wäre es natürlich, wenn ich für den Blitz eine Anbaupumpe vom Typ FP 88 auftreiben könnte. Die ist normalerweise vorn zwischen den Stoßstangehälften angebracht. Sie wird vom Fahrzeugmotor angetrieben und kann das Löschwasser aus Bächen oder Löschteichen ansaugen und über Schläuche und Verteiler zur Brandbekämpfung an die Strahlrohre pumpen.“

Der Ausbau des Laderaums steht noch an. „Den Boden fertige ich aus Alublech mit aufgeschraubten Schienen, auf denen ich unterschiedliche Einschübe fixieren kann. Für Oldtimerveranstaltungen natürlich mit Feuerwehr-Gerätschaften, für die Freizeit eventuell eine Zapfanlage, einen Grill und andere Dinge. Das Fahrzeug soll ja auch für die jährlichen Campingausflüge mit Freunden genutzt werden“, erklärt der Rünther.

Ein Benzinmotor ist unter der Motorhaube

Eine Oldtimer-Zulassung (mindestens 30 Jahre alt) hat das Fahrzeug bereits, auch das Maximalgewicht ist schon auf 3,5 Tonnen begrenzt, „damit ich das Fahrzeug auch mit meinem PKW-Führerschein fahren darf“. Normalerweise ist der Blitz bis sechs Tonnen Gesamtgewicht vorgesehen. Eine Besonderheit steckt vorn im Motorraum. Nicht wie heute üblich ein sparsamer Diesel Motor sorgt für den Vortrieb, sondern ein Sechszylinder Benzinmotor, wie er ursprünglich mal im alten Opel Kapitän, später auch im Commodore verbaut war. Im LF 8 hat er aber nur 80 PS Leistung statt 115. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs beträgt 110 Stundenkilometer. „Dabei frisst der Motor einem aber die Haare vom Kopf, gut 18 Liter Super-Benzin mit Blei-Ersatz auf 100 Kilometer gehen dann durch den Vergaser“, erklärt der Fachmann mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht, „aber wenn man es geruhsam angehen lässt, kann man auch mit gut acht Litern Verbrauch auskommen“.

Mittlerweile schraubt und arbeitet Kevin Lowak mit Freunden jeden Tag an dem Opel Blitz. „Meine Hoffnung ist, bis Pfingsten fertig zu sein, damit ich dann mit Freunden in meinem LF 8 zum Camping nach Ladbergen fahren kann.“

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