Rünther "Himmelsbooten" taufen neues Drachenboot

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Nach der Taufe ging es mit dem neuen Drachenboot zur ersten Trainingsfahrt.

Rünthe – Lange musste sich das Drachenbootteam „Himmelsbooten“ aus Rünthe gedulden. Seit einigen Jahren war die Anschaffung eines neuen Bootes geplant. Nun wurde das neue Gefährt angeschafft und feierlich getauft.

In der Regel reichen eine Flasche Sekt und eine kurze Rede, um ein Boot zu taufen. Eine traditionelle Drachenboottaufe läuft etwas anders ab. Bevor ein Drachenboot zum ersten Mal zu Wasser gelassen wird, wird eine taoistische Zeremonie vollzogen. Dies übernahm Teamchef Martin Lehmköster. Im Mittelpunkt standen die Sagen und Legenden rund um die Entstehung des Drachenbootsports. 

Eine Legende besagt etwa, dass ein chinesischer Nationaldichter vor dem Ertrinken gerettet werden sollte. Dorfbewohner fuhren laut der Sage mit Drachenbooten hinaus auf das Meer, um den unglücklichen Poeten als Erste zu retten. Der Drachenbootsport war geboren.

Die eigentliche Zeremonie wird von einem Priester durchgeführt. Bei den Himmelsbooten übernahm diese Aufgabe der Hauptsponsor des neuen Bootes. Michael Mücke, Besitzer der Yachtschule Rünthe, verbrannte zunächst einen chinesischen Geldschein mit den besten Wünschen für Team und Boot. Anschließend schenkte er dem Drachen das Augenlicht, indem er rief: „Drache erwache! Fliege von Sieg zu Sieg!“ 

Neue Teammitglieder sind willkommen

Bevor das neue Boot für die erste Trainingseinheit zu Wasser gelassen wurde, weihte es die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Rünthe, Sophie Ihne, mit dem göttlichen Segen und verstreute traditionell Reis auf dem Boot. Damit kann das im Jahr 2006 gegründete Drachenbootteam der Evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde nun nach der Corona-Pause wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen. Jeder, der Lust hat, Sport in einem Team zu betreiben, und mindestens 18 Jahre alt ist, ist eingeladen, eine Zeit lang mit den „Himmelsbooten“ zu trainieren, und sich dann, bei Gefallen, der Gruppe anzuschließen. 

Trainiert wird zweimal die Woche ganzjährig auf dem Wasser (mittwochs, von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr, und samstags, von 10.30 Uhr bis 12 Uhr) an der „Slip-Anlage” der Marina Rünthe, Hafenweg 38. „Wir sind keine Paddelanfänger“, sagt Teamleiter Martin Lehmköster. Das habe den Vorteil, dass die neuen Teammitglieder sehr schnell fachgerecht angeleitet und in das Team integriert werden können. Es zähle nicht die Leistung des Einzelnen, sondern die Leistung des Kollektivs. Der Spaßfaktor sei wichtiger als das sportliche Ergebnis.

Paddeln im gleichen Rhythmus

Drachenbootfahren ist ein reiner Mannschaftssport. Zehn oder 20 Sportler sitzen dabei in einem Boot und versuchen dieses durch gleichmäßiges Paddeln möglichst schnell zu machen. Gleichmäßig bedeutet dabei, dass alle Paddler im gleichen Rhythmus das Paddel einstechen, durchs Wasser ziehen und wieder nach vorne holen. Hinten auf dem Boot steht der Steuermann, der auch gleichzeitig das Team anleitet. Wenn sich die Teams an Regattatagen im Rennen miteinander messen, sitzt vorne noch ein Trommler, der den Paddeltakt bekräftigt und das Team lautstark unterstützt. Das 10-Bank-Drachenboot ist 12,5 Meter lang und wiegt 250 Kilo.

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