Rünther Geschichte

Vom Kötter zum Kleinod: Ältestes Gebäude ist über 250 Jahre alt

Mit viel Herzblut und erheblichen finanziellen Mitteln haben die heutigen Bewohner das Haus an der Südlichen Salzstraße renoviert. Es ist das älteste Gebäude in Rünthe.
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Mit viel Herzblut und erheblichen finanziellen Mitteln haben die heutigen Bewohner das Haus an der Südlichen Salzstraße renoviert. Es ist das älteste Gebäude in Rünthe.

Das vermutlich älteste Gebäude im Stadtteil Rünthe steht an der Südlichen Salzstraße und trägt die Hausnummer 11. Das alte Fachwerkhaus ist mehr als 250 Jahre alt und eng mit der Geschichte von Haus Rünthe verknüpft, denn im Ursprung war der kleine Hof ein sogenannter Brinksitzer, der zum Adelsgut gehörte.

Rünthe – Brinksitzer waren kleine Kötter, die nur wenig Land bewirtschafteten und einen Teil ihres Ertrages an die Herrschaft abführen mussten. Die Hofstelle an der Südlichen Salzstraße wurde von der Familie Schäfer betrieben. Zum Haus Rünthe gehörten außerdem noch die Brinksitzer Meimerg (Borg-schulte), Dillmann (Dillkötter) und Langenkemper.

Im Jahre 1769 befand sich das Landgut im Besitz der adeligen Familie von der Reck, deren Stammsitz das Haus Reck in Lerche war. Damals steckte das Adelsgeschlecht allerdings in großen finanziellen Schwierigkeiten. Um einen Bankrott abzuwenden, mussten drei Brinksitzerstellen von Haus Rünthe zu Geld gemacht werden, darunter auch der Kotten in der Südlichen Salzstraße. Im Landesarchiv in Münster bezeugen die alten Rünther Grundakten den Verkauf des kleinen Hofes an den Landrichter Pütter aus Kamen.

Den finanziellen Niedergang der Familie von der Reck konnte die Aktion jedoch nur hinauszögern, aber nicht verhindern. Im Jahre 1774 trat der Konkurs endgültig ein. Das Haus Rünthe ging nun an Gisbert von Torck, dem letzten adeligen Herrn auf dem alten Gut.

Komplett entkernt wurde das Gebäude bei der Sanierung.

Landrichter Pütter wiederum veräußerte 1780 seinen Kotten an der Südlichen Salzstraße für 305 Taler an den Bewirtschafter Wilhelm Wiese. Im rheinisch-westfälischen Urkataster von 1827 ist das Fachwerkhaus unter seinem Namen nachweisbar. Später ist es in das Eigentum der Familie Borgschulte gelangt.

Noch in den 80er Jahren ohne Strom und fließend Wasser

Einige Rünther können sich an die alte Frau Borgschulte erinnern, die dort noch in den 1980er Jahren wohnte, obwohl das Haus über keinen Strom- oder Wasseranschluss verfügte und im Garten ein Toilettenhäuschen mit Plumpsklo stand. Heute wird das für die Ortsgeschichte bedeutsame Fachwerkhaus von der Familie Kimpel-Stams bewohnt, die es im Jahre 1993 von der Erbengemeinschaft Borgschulte erworben und unter den strengen Auflagen des Denkmalamtes entkernt und komplett saniert hat.

Viel Herzblut und Geld in die Sanierung gesteckt

Dafür waren nicht nur erhebliche finanzielle Mittel nötig, sondern auch viel Herzblut. Eigentlich sollte das historische Gebäude im hinteren Bereich als Kontrast durch einen modernen Anbau ergänzt werden. Eine Genehmigung der Denkmalbehörde lag bereits vor. Doch der Plan wurde ein Opfer der ausufernden Sanierungskosten.

Wer einen Spaziergang am Kanal macht, kann einen lohnenden Abstecher zur Südliche Salzstraße unternehmen, um einen Blick auf das Fachwerkhaus zu werfen. Das architektonische Kleinod ist nicht nur das älteste Haus in Rünthe, sondern auch eines der schönsten.

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