Anlieger-Info über neue Verkehrsführung lief nicht rund

Rünthes Brückenbaustellen: Lkw-Verbot schert Fahrer kaum - Ostenhellweg-Anwohner beklagt „Kollektivstrafe“

Kein Durchkommen mehr auf kurzen Wege: Wer am „Westende“ des Ostenhellwegs wohnt, oder in den Anliegerstraßen dahinter, kommt nur noch auf Umwegen nach Hause.
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Kein Durchkommen mehr auf kurzen Wege: Wer am „Westende“ des Ostenhellwegs wohnt, oder in den Anliegerstraßen dahinter, kommt nur noch auf Umwegen nach Hause.

Bilanz an Tag 1 der neuen Baustellenregelungen auf Rünthes Hauptverkehrsachsen: Viele Lkw-Fahrer schert es nicht, einige Anlieger dafür umso mehr.

Rünthe – Die wenigen Anrainer der Brückenbaustelle an der Lippe haben buchstäblich kommen sehen, was die seit Dienstag geltende Umleitung über die Behelfsbrücke auf der Werner Straße/B 233 mit sich bringen würde. Seit Monaten bekommen sie hautnah mit, was da vor sich geht. Ihre entfernteren Nachbarn am Ostenhellweg und den Nebenstraßen vom Hellweg bis zur Stichstraße hat zum Teil aber wohl kalt erwischt, dass in diesem Zuge der Ostenhellweg an der Jockenhöfer-Kreuzung (B 233) vollends abgeriegelt wurde.

Klage aus dem Böggefeld: Nichts gewusst

„Ein dickes Lob an Straßen. NRW und das Stadtplanungsamt. Der Umgang bei beiden Behörden zeigt mal wieder auf, welch unheimliche Qualität dort schlummert“, beklagte ein Anwohner aus dem Böggefeld mit dem Stichwort „Satire“ in einer E-Mail an den WA. „Die Kommunikation mit Einrichtung der Baustellen Ostenhellweg lässt zu wünschen übrig (es hat keine stattgefunden).“ „Das ist doof gelaufen“, bestätigte Thomas Reichling im Bergkamener Rathaus den Eindruck, der sich schon am Freitag mit der Irritation über ein Anlieger-Anschreiben der an der Lippe tätigen Baufirma aufgedrängt hatte. Sie hatte auf die Verlegung des Verkehrs auf der B233 aufmerksam gemacht – und zugleich mitgeteilt, dass zudem der Ostenhellweg dichtgemacht werde. Und zwar drei Monate länger als angekündigt, noch bis Ende März.

Stadt befürchtet „verirrte“ Lkw in der Siedlung

Straßen.NRW als Auftraggeber beider Baumaßnahmen war darüber gar nicht im Bilde und hatte sich die Anlieger-Info wohl anders vorgestellt. „Es ist gängige Praxis, dass die beauftragten Firmen diese Information übernehmen. Dann werden Handzettel verteilt, auf denen auch Ansprechpartner benannt sind, damit die Anlieger sich melden können“, erläuterte Reichling. Die Stadt sei hier auch nicht unmittelbar verantwortlich.

Gleichwohl nimmt der Planungschef im Rathaus die Sperrung des Rechtsabbiegers Werner Straße/Ostenhellweg auch auf seine Kappe. Denn es geht, wie berichtet, darum, ignoranten Lkw-Fahrern dieses Schlupfloch zu nehmen, nachdem parallel der Schwerlastverkehr von der Lippebrücke verbannt worden ist. Da böte, weil es geradeaus über die Behelfsbrücke nur für Fahrzeuge bis 2,30 Meter Breite weitergeht, der Rechtsabbieger die letzte verbotene Chance, sich ohne lange Umleitung (linksherum über Lünen) in Rünthe durchzumogeln.

Anwohner müssen nun weitere Wege fahren

Das haben die Anwohner an Hellweg und Schachtstraße schon zu spüren bekommen, als Straßen.NRW im Sommer die Kanalbrückensanierung in Angriff nahm, den Verkehr nur einspurig per Einbahn von Osten Richtung Rünthe durchließ und so am Hellweg ein Sackgassenende schuf – sofern es Lkw betrifft. Die dürfen da nicht weiter, was etliche Fahrer aber nicht scherte. Das führte zur Teilsperrung an der Jockenhöfer-Kreuzung, bei der mit Rücksicht auf die Anlieger der Rechtsabbieger offenblieb.

„Sie sollten auf dem kürztesten Weg nach Hause gelangen“, so Reichling. Bis Montagabend eben, seit Dienstag wiegt in der Abwägung der Behörden schwerer, dass wieder massive Beschwerden über Lkw auf Abwegen aufkommen könnten. Eine „Kollektivbestrafung“ nennt das der Anwohner im Böggefeld. Er hält die Argumentation für vorgeschoben und das Problem für verschoben: Als Nächstes könnten sich die Anlieger der Rünther Straße wohl mit verirrten Truckern herumärgern.

Lkw-Verbot zeigt an Tag 1 wenig Wirkung

Dass es mit der Folgsamkeit am Steuer nicht weit her ist, ließ sich an der Kreuzung vielfach beobachten. Weder die weiträumigen Umleitungshinweise noch die stählernen Fahrspurbegrenzungen hielten Fahrer von Lkw jedweder Größe davon ab, durch die Baustelle zu fahren. Das dafür fällige Bußgeld hat wohl auch kaum abschreckende Wirkung. Mit 25 Euro ist die Sünde schnell gesühnt. Auffällig zudem: Von einer Beschränkung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen hat Straßen.NRW stets gesprochen, ausgeschildert ist aber eine Breitenbeschränkung bis 2,30 Meter. „Es geht nicht um die Traglast der Brücke, erläuterte Reichling, „sondern darum, dass in der Baustelle kein Platz ist. Die Wirkung ist dieselbe.“ Also theoretisch...

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