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„Rünthe, das passt zu uns“: Neue Betreiber von Tinas Postcafé trotzen Corona

Delshad und Nesrin Pfaffenroth Tinas Postcafé
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Delshad und Nesrin Pfaffenroth betreiben zusammen Tinas Postcafé. Anfang Februar haben sie das Geschäft von Vorgängerin Martina Post übernommen und trotz Corona in den ersten Wochen bereits gute Erfahrungen gemacht.

Tinas Postcafé an der Rünther Straße hat seit dem 1. Februar einen neuen Besitzer: Delshad Pfaffenroth und seine Frau Nesrin haben Postfiliale, Bäckerei und das Café übernommen - mitten im Corona-Lockdown.

Bergkamen - Coronabedingt ist das Café noch mit Flatterband abgesperrt, aber sonst läuft alles wie zuvor. „Die Kunden stehen Schlange“, freut sich Pfaffenroth über die Treue der meisten Rünther zu ihrer Anlaufstelle, auch wenn nicht mehr Tina Post hinter der Theke steht.

„Aber wir hoffen schon sehr, dass das alles bald besser wird, wir das Café öffnen können und das Geschäft wieder normal laufen kann“, sagt der 41-jährige Neubesitzer. Denn aktuell darf das Ladenlokal nur von zwei Kunden gleichzeitig betreten werden – auch, wenn einer im Bereich Post, einer im Bereich Bäckerei ist. „Wenn die Schlange in der Kälte draußen zu lang war, dann gingen die Leute auch wieder. So verloren wir Kunden“, sieht Pfarrenroth die wirtschaftliche Gefahr hinter den Corona-Schutzmaßnahmen.

Umzug von Schwerte nach Rünthe steht bevor

Seine Kunden kennen ihn bislang auch nur mit der Mund-Nasen-Masken, das Gesicht dahinter ist vielen noch unbekannt. Doch das soll sich ändern: Delshad und Nesrin Pfaffenroth wollen mit ihren vier Kindern von Schwerte nach Rünthe ziehen. „Das ist hier einfach eine ruhige Ecke“, sagt der Zuziehwillige über die neue Heimat. „Das ist nicht Dortmund, wo man Gefahr läuft, dass die Kinder verloren gehen. Rünthe, das passt zu uns.“

Während sich ihr Mann um die Post kümmert, ist die 35-jährige Nesrin für die Bäckerei zuständig.

Die Zwillinge sind bereits 14 Jahre alt, die beiden Kleinen sind mit fünf und zwei Jahren schon im Kindergarten angemeldet. Ab Sommer wird die Familie ihren Lebensmittelpunkt komplett nach Rünthe verlegen. „Von Schwerte nach Bergkamen sind es 30 Kilometer. Meine Frau muss mit der Bäckerei um 4.30 Uhr beginnen. Man muss immer Zeit für den Stau einplanen“, erklärt Delshad Pfaffenroth, warum der Wohnsitz in Rünthe so viel praktischer wäre.

Die Entscheidung, in Corona-Zeiten ein Geschäft zu übernehmen, sei nicht leicht gewesen, gibt der neue Inhaber von Tinas Postcafé zu. „Aber ich war auch vorher schon selbstständig und habe jetzt nur die Branche gewechselt. Ich versuche jetzt einfach etwas Neues.“

Online-Schulung für die Post

Dazu gehört auch, die Schulbank zu drücken. Um die Postfiliale betreiben zu können, nimmt Pfaffenroth an einer dreimonatigen Online-Schulung der Post teil. Pakete annehmen, Retourenscheine ausstellen – eine Wissenschaft für sich, die Pfaffenroth jedoch bereits aus dem FF beherrscht.

Wenn die Schlange in der Kälte draußen zu lang war, dann gingen die Leute auch wieder. So verloren wir Kunden.

Delshad Pfaffenroth

Die Angestellte hat er von der Vorbesitzerin übernommen, ansonsten arbeiten nur er und seine Frau im Geschäft. Nesrin in der Bäckerei, Delshad bei der Post. „Bäckerei. Das ist nichts für mich“, sagt er und blickt dabei auf die Theke, als lägen dort keine Köstlichkeiten in der Auslage, sondern etwas Abschreckendes. Seine Frau quittiert das mit einem Lachen. Das sei eben Arbeitsteilung, meint auch der Ehemann. Bevor sich die Familie entschied, das Postcafé zu übernehmen, war Delshad Pfaffenroth zweimal zu Gast und schaute der Vorgängerin bei der Arbeit zu. „Da war wirklich Schlange stehen, und die Umsätze stimmten.“ Also schlug er in das Übernahmeangebot, auf das er über das Internet aufmerksam geworden war, ein. Derzeit läuft das Postgeschäft am besten – doch wenn Corona wieder ein normales Leben zulässt, sollen auch die anderen Bereiche wieder anziehen.

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