Einstimmiges Votum

Rüdiger Weiß soll SPD-Fraktion führen – Künftig wechselnde Mehrheiten?

+
Rüdiger Weiß, hier bei einer Sportveranstaltung Mitte 2019, soll Vorsitzender der SPD-Fraktion in Bergkamen werden.

Rüdiger Weiß (59) soll in der nächsten Legislaturperiode ab November neuer Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Bergkamen werden. Darauf verständigte sich die künftige Fraktion der Partei bei ihrem jüngsten Treffen.

Bergkamen – Laut Weiß entscheidet sich bis Ende Oktober, ob die SPD, die bei der Kommunalwahlen im September ihre absolute Mehrheit verloren hat, ein festes Bündnis mit einer anderen Partei eingeht oder auf wechselnde Mehrheiten setzt.

Weiß – in Bergkamen geboren, verheiratet, Vater eines Sohnes und früherer Leiter der Heide-Hauptschule – ist seit 1983 Stadtverordneter. Seit 1989 gehört er dem Stadtrat an, seit 1992 steht er an der Spitze des SPD-Ortsvereins Oberaden, 2010 wurde er zudem in den NRW-Landtag gewählt. Sein Mandat in Düsseldorf will er behalten. In Bergkamen folgt er dem derzeitigen Fraktionschef Bernd Schäfer. Dieser war in der Bürgermeister-Stichwahl am 27. September zum neuen Stadtoberhaupt gewählt worden.

Offizielle Wahl erst im November

Das Votum für Weiß sei einstimmig ausgefallen, berichtet SPD-Stadtverbandsvorsitzender André Rocholl, der ebenfalls im neuen Stadtrat sitzt. Über die beiden möglichen Stellvertreter hätten sich die künftigen Fraktionsmitglieder noch keine Gedanken gemacht. Die neue Fraktion konstituiere sich Anfang November, kurz vor der ersten Ratssitzung in neuer Besetzung. Erst dann könne Weiß offiziell zum Fraktionsvorsitzenden gewählt werden, so Rocholl.

MdL in Düsseldorf und führender SPD-Kopf in Bergkamen – für Weiß ist das weder eine Doppelbelastung, noch befürchtet er zeitliche Probleme. „Die Termine in Düsseldorf stehen immer schon im Herbst fest. Ich werde die hiesige Verwaltung bitten, bei der Ansetzung von Rats- und Ausschusssitzungen Rücksicht darauf zu nehmen.“

„Es werden gute fünf Jahre“

Mit den neuen Machtverhältnissen werde die Arbeit für seine Partei schwieriger, aber auch spannender, sagt Weiß. „In jedem Fall werden wir mehr als bisher in Gespräche mit den anderen Fraktionen gehen“, kündigt er an. Auf das „intensive Miteinander“ freue er sich. „Es werden gute fünf Jahre“, ist er überzeugt. Intern werde man sich so aufstellen, dass die Arbeit künftig auf mehr Schultern verteilt sei.

Gespräche mit den anderen Fraktionen führt die SPD bereits, in Person von Weiß, Rocholl und Kay Schulte, dem Vorsitzenden des nach Oberaden zweitgrößten SPD-Ortsvereins in Mitte. Diese Gespräche verliefen „sehr offen und konstruktiv“, berichtet Weiß. Für Rocholl die Folge davon, dass man schon immer um Sachlichkeit und ein „vernünftiges Miteinander“ bemüht gewesen sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare