Brammer-Niederlassung im Logistikpark A2

Rubix GmbH gibt Standort in Bergkamen auf: 53 Logistik-Stellen fallen weg

Mit Schließung des Logistikzentrums fallen 53 Stellen weg. Für die Betroffenen soll es sozial verträgliche Lösungen geben. Die etwa 30 Mitarbeiter im Vertrieb und in der Verwaltung sollen weiterbeschäftigt werden.
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Mit Schließung des Logistikzentrums fallen 53 Stellen weg. Für die Betroffenen soll es sozial verträgliche Lösungen geben. Die etwa 30 Mitarbeiter im Vertrieb und in der Verwaltung sollen weiterbeschäftigt werden.

Die Rubix Deutschland GmbH schließt zum Ende des Jahres ihr Versandlager im Logistikpark A2 in Bergkamen. Damit geht die Streichung von 53 Arbeitsplätzen im Logistikbereich einher. Die etwa 30 Beschäftigten im Vertrieb und in der Verwaltung seien nicht betroffen, heißt es.

Die hiesige Rubix-Niederlassung wird unter der Marke Brammer geführt. Erst vor rund drei Jahren ging sie in Betrieb; dafür gab das Unternehmen seinen Standort in Dortmund auf. Die Rubix-Gruppe mit Hauptsitz in London ist nach eigener Darstellung Europas größter Lieferant von industriellen Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsprodukten sowie -dienstleistungen.

„Sozial verträglicher Personalabbau“

Als Grund für die Aufgabe des Versandlagers wird die Absicht genannt, die logistischen Tätigkeiten weitestgehend in Plattling zu konzentrieren. Im niederbayerischen Landkreis Deggendorf ist die Rubix Deutschland GmbH beheimatet.

Für die in Bergkamen von der Schließung betroffenen Mitarbeiter wurde nach Unternehmensangaben ein sozial verträglicher Personalabbau bis Ende 2021 vereinbart. Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum Interessenausgleich hätten bereits begonnen, heißt es.

Der Betrieb zweier Logistikzentren hat sich für uns als ineffizient und kostspielig erwiesen.

Daniel Eiler, Rubix

Nach Worten von Daniel Eiler, dem Leiter der Marketing- und Kommunikationsabteilung bei Rubix, hat es mit dem Betrieb zweier Logistikzentren Doppelstrukturen und Reibungsverluste gegeben. Das habe die Logistik für das Unternehmen „ineffizient und kostspielig“ gemacht. Einer der Gründe: In den Versandlagern habe es eine unterschiedliche Lagertechnik gegeben.

Eine Bündelung der Logistik in Bergkamen sei für Rubix keine Alternative, sagt Daniel Eiler. „An diesem Standort gibt es keine Erweiterungsmöglichkeiten.“ In Plattling sehe das anders aus. Am künftigen zentralen Logistikstandort bestünden alle baulichen Voraussetzungen, um die Lagerlogistik und Distribution auszubauen. Dazu werde das Unternehmen rund 3 Millionen Euro investieren.

Suche nach Nachmieter oder Käufer

„Der Kunde steht für uns bei dieser richtungsweisenden Entscheidung absolut im Fokus“, wird Rubix-Deutschland-CEO Reinhard Banasch in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. „Aus diesem Grund werden die einzelnen Schritte so geplant, dass wir unsere Servicelevels und Lieferperformance trotz dieser Umorganisation weiter verbessern. Produktionsrelevante Artikel werden wir auch weiterhin in unseren 40 Niederlassungen für zeitkritische Bedarfe unserer Kunden vorhalten.“

Für seinen Standort Bergkamen sucht das Unternehmen nun einen Nachmieter oder Käufer. „Diese Suche ist aber noch nicht aktiv gestartet“, sagt Eiler. Mögliche Nutzer des Gebäudes könnten Speditionen sein, aber auch Handelsbetriebe. 2500 Quadratmeter misst die Bürofläche, die Logistikfläche ist viermal größer.

Schon der zweite Auszug aus dem Logistikpark

Die Vertriebs- und Verwaltungsmitarbeiter sollen laut Eiler so lange wie möglich in Bergkamen bleiben können. Später würden sie neue Räume erhalten; alternativ wäre eine Verteilung auf andere Standorte möglich. Derzeit seien die meisten dieser Beschäftigten im Homeoffice.

Mit Rubix verlässt bereits ein zweites Unternehmen den Logistikpark. 2020 hatte Schenker seinen dortigen Standort aufgegeben. Mit der Deutschen Post stand aber sofort ein Nachmieter für die Goodman-Immobilie bereit. Die Herbert Heldt KG war das erste Unternehmen, das sich südlich der A2 angesiedelt hat. Das war 2014.

Michael Dannebom
Drei Fragen an Michael Dannebom, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna
Rubix gibt den Standort Bergkamen auf: Wie enttäuschend ist das für Sie?
Dannebom: Wir bedauern die Ankündigung und die unternehmerische Entscheidung sehr und hoffen, dass der Eigentümer der Immobilie schnell einen Nachmieter findet.
Was unternimmt die WFG, damit ab 2022 kein Leerstand im Logistikpark A2 entsteht?
Dannebom: Wir werden mit dem Eigentümer der Immobilie Kontakt aufnehmen, damit schnell ein Nachnutzer gefunden wird. Dazu werden wir an die WFG gerichtete Anfragen an den Eigentümer weiterleiten.
Was ist insgesamt Bergkamens größtes Problem bei Gewerbeansiedlungen?
Dannebom: In Bergkamen sind Gewerbeflächen knapp, deshalb ist es derzeit schwierig, neue Unternehmen anzusiedeln. Es fehlen schlichtweg passende Flächen. Die WFG ist hier mit der Stadt und dem RVR als Regionalplanungsbehörde im Gespräch, um Abhilfe zu schaffen.

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