Aktion des Nabu

Rotkehlchen und Grünfinken: Diese Vögel fliegen in Bergkamener Gärten

Rotkehlchen Futtersäule Vogelzählung
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Udo Bennemann hat seine Futtersäule im Garten extra umgebaut. Durch den Auffangteller werden auch Vögel angezogen, die ihr Futter auf dem Boden suchen.

Bereits zum elften Mal rief der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am vergangenen Wochenende zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Zwischen Freitag und Sonntag sollten Naturfreunde im heimischen Garten, auf dem Balkon oder im Park Vögel zählen und die erfassten Tiere dem Naturschutzbund melden.

Bergkamen - Der Bergkamener Udo Bennemann ist dem Aufruf des Nabu einmal mehr gefolgt. Mehrere Anläufe hat er dazu allerdings gebraucht, denn als er am Sonntagmittag anfangen wollte, ließ sich kaum ein Vogel blicken.

Erklärungen hatte der Vogelexperte, der sich selbst beim Nabu engagiert, gleich mehrere. Einerseits sei das Wetter recht mild und die Vögel weniger in Not bei der Futtersuche. „Bei Schnee kommen sie an die Futterstellen.“ Andererseits halten auch Vögel Mittagsruhe. Als er um 15 Uhr erneut die Stunde der Vogelzählung einläutete – so richtig gemütlich mit heißem Tee und zum Fenster ausgerichtetem Sessel – kamen auch die gefiederten Gartenbewohner.

Weniger Ordnung, mehr Artenreichtum

14 Arten konnte Bennemann erfassen, darunter Grünfinken, Eichelhäher, Buchfinken, Amseln und Rotkehlchen. Dass sich die Vögel in seinem Garten wohlfühlen, ist kein Zufall. Während im Sommer eine insektenfreundliche Wiese Vögel anlockt, sind es im Winter verschiedene Pflanzen, in denen sie Nahrung finden. Allen voran Ilex und Eibe.

„Den Ilex haben sie bereits leergefressen.“ Für die prächtigen roten Beeren wagen sich die Sperlinge sogar auf die Terrasse, auf der ein zusätzlicher Strauß Ilex steht. Aber auch am Pfaffenhütchen und der Eibe bedienen sich die Vögel.

Erste Ergebnisse aus dem Kreis

Der Nabu ruft seine Mitglieder und Vogelinteressierte regelmäßig zur Zählung der Vögel in den heimischen Gärten, auf Balkonen oder in Parks auf. Im Internet stellt die Naturschutzorganisation dazu Zählhilfen mit den Fotos der häufigsten Vogelarten zur Verfügung. An der aktuellen Zählung haben sich nach Angaben des Nabu so viele Menschen wie noch nie beteiligt. An bundesweit mehr als 100 000 Beobachtungsstationen notierten 183 000 Vogelfreunde rund 4,4 Millionen Vögel. Im Kreis Unna wurden ersten Ergebnissen zufolge in 693 Gärten 21 128 Vögel gezählt. Dabei wurde der Haussperling im Kreis mit 3296 Sichtungen am häufigsten entdeckt. Es folgen die Kohlmeise (2643), die Blaumeise (2216) und die Amsel (1948). Insgesamt seien die Beobachtungszahlen aber vor allem bei Meisen, Kernbeißern, Feldsperlingen, Eichelhähern und Gimpeln rückläufig, was der Nabu für dieses Jahr mit den eher milden Temperaturen erklärt.

Der Artenreichtum im Garten von Udo Bennemann ist daher das gesunde Resultat einer durchdachten Gartenpflege, bei der weniger auch manchmal mehr ist. „Nicht die Ordnung aus dem Wohnzimmer auf den Garten übertragen“, rät er Naturfreunden, die sich um den Vogelbestand sorgen.

Er selbst lässt seinen Garten ab dem Herbst ruhen. Erst im Frühjahr entscheidet er, welche Pflanzen, auch Unkraut, entfernt werden. Die jetzt gezählten Vögel meldet Bennemann dem Nabu, der noch bis zum 18. Januar die Beobachtungen aus der Zeit zwischen dem 8. und 10. Januar erfasst und anschließend auswertet.

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