Romberger Wald soll als Schutzgebiet ausgewiesen werden

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Der Romberger Wald soll unter Naturschutz gestellt werden. Obwohl er direkt an den Gewerbepark an der Industriestraße grenzt, ist er weitgehend unberührt.

Bergkamen/Rünthe – Der Romberger Wald wird in absehbarer Zeit als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Voraussetzungen dafür sollen mit der Verabschiedung des neuen Regionalplanes spätestens im Jahr 2023 geschaffen werden.

Das geht aus einer Antwort hervor, die der Aktionskreis Wohnen und Leben auf eine entsprechende Anfrage vom Kreis Unna bekommen hat. Peter Driesch, der Leiter des Fachbereiches für Natur und Umwelt, teilt mit, dass das Landesamt für Natur- Umwelt- und Verbraucherschutz bereits eine Darstellung des betroffenen Gebietes als „Bereich zum Schutz der Natur“ angeregt hat und der Entwurf des Regionalplanes eine solche Darstellung bereits enthalte. 

Damit würde unter anderem eine acht Jahre alte Forderung der beiden Natur- und Umweltschutzverbände BUND und NABU erfüllt. Damals (2012) drohte ein Teil des 107 Hektar großen Waldstückes in Rünthe und Overberge in einen Dino-Park verwandelt zu werden. Ein privater Investor wollte dort diese Touristenattraktion mit lebensgroßen Dinosaurier-Nachbildungen und vielen Informationen zur Evolution schaffen. 

Die Verantwortlichen im Bergkamener Rathaus standen diesem Vorhaben durchaus positiv gegenüber. Der damalige NRW-Umweltminister Johannes Remmel folgte allerdings der Argumentation der Umweltschutzverbände. Die hatten bei ihrem Protest gegen die Dinopark-Pläne den hohen ökologischen Wert des Romberger Waldes unter anderem als Brut- und Rückzugsgebiet für seltene Fledermäuse und viele gefährdete Vogelarten ins Feld geführt. 

Der Landespolitiker der Grünen hatte die Pläne der Dinosaurierpark NRW GmbH zwar grundsätzlich begrüßt, sich aber klar gegen den Standort am Rand des Industriegebietes in Rünthe ausgesprochen. Zugleich kündigte er an, den Romberger Wald als Naturschutzgebiet ausweisen zu lassen. Damals waren die Flächen noch im Besitz der RAG. 

Ein Spaziergang oder eine Radtour durch den Romberger Wald lohnt sich auf jeden Fall, meinen (von links) Karlheinz Röcher sowie Marion und Rainer Schmidt vom Aktionskreis Wohnen und Leben.

Die Mitglieder des Aktionskreises Wohnen und Leben wollten nun wissen, wie es um die Umsetzung steht, nachdem die Landesregierung gewechselt hat, der Minister nicht mehr im Amt ist und der Regionalverband Ruhr das gesamte Gelände einschließlich der Forstflächen östlich der Autobahn in der Sandbochumer Heide im Vorjahr für rund 12 Millionen Euro übernommen hat. 

Der RVR ist auch für die Aufstellung des neuen Regionalplanes verantwortlich. Dort will er die betroffenen Flächen in Rünthe und Overberge sowie Lerche und Sandbochum als „Bereiche zum Schutz der Natur“ darstellen. Damit hat der Kreis Unna als untere Landschaftsbehörde die Möglichkeit, den Wald offiziell unter Naturschutz zu stellen. Und das ist auch beabsichtigt, sobald der Regionalplan verabschiedet ist. 

„Der Kreis wird dann ein Änderungsverfahren des Landschaftsplanes mit dem Ziel einer Naturschutzgebietsausweisung an dieser Stelle einleiten“, lässt Fachbereichsleiter Peter Driesch die Mitglieder des Aktionskreises wissen. Vorsitzender Karlheinz Röcher bezeichnet das als Lichtblick. 

Der Aktionskreis wäre allerdings nicht der Aktionskreis, wenn er dazu nicht noch eine eigene Idee entwickelt hätte. „Wir wollen vorschlagen, den Romberger Wald auch über eine Rad- und Fußwege-Trasse auf der Ostseite zugänglich zu machen“, kündigen Röcher sowie Marion und Rainer Schmidt bei einem Besuch im Romberger Wald an.

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