Politik berät über Vorhaben

Neubau für Rewe in Bergkamen geplant - Markt soll während Bauphase offen bleiben

Der Rewe-Markt am Roggenkamp mit eigenen Gebäuden für Lebensmittel und Getränke wurde 1996 errichtet. Weil eine Sanierung unwirtschaftlich wäre, soll neu gebaut werden.
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Der Rewe-Markt am Roggenkamp mit eigenen Gebäuden für Lebensmittel und Getränke wurde 1996 errichtet. Weil eine Sanierung unwirtschaftlich wäre, soll neu gebaut werden.

Der Rewe-Markt Littau an der Straße „Am Roggenkamp“ in Bergkamen soll abgerissen, neu gebaut und vergrößert werden – und das ohne Schließungszeiten für die Kunden. Mit dem Projekt beschäftigt sich der Ausschuss für Bauen und Verkehr in seiner Sitzung am Dienstag, 22. Juni.

Bergkamen – Zur Realisierung des Neubaus soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Den hat das Architekturbüro Diplom-Ingenieurin Regina Bieber aus Dortmund beantragt – im Namen des Bauherrn, der Albany & SIAG Gewerbe 1 GbR mit Sitz in Berlin. Laut Beschlussvorlage der Verwaltung soll die Gesamtverkaufsfläche am Standort um rund 350 Quadratmeter auf künftig etwa 2500 Quadratmeter erhöht werden.

Zwei Gebäude kommen weg, ein neues entsteht

Wenn es in Bergkamen um Standorte von Lebensmittelmärkten geht, gibt es oft heftige Diskussionen. Zurzeit etwa wird über die Ansiedlung eines Netto-Marktes am Häupenweg in Weddinghofen gestritten – auch gerichtlich. Die Rewe-Pläne bergen hingegen eher weniger Konfliktpotenzial, zumal sich die Entwicklung quasi im Bestand vollziehen soll.

Zurzeit stehen sich auf dem Areal zwei Gebäude gegenüber: der Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von 1429 Quadratmeter sowie ein Getränkemarkt (716 Quadratmeter). Der Neubau mit dem Supermarkt samt Bäcker-Bistro und einer Mall soll im östlichen Teil des Grundstücks entstehen, der Getränkehandel schließt sich gleich an. Die Einfahrt auf das Grundstück soll um etliche Meter gen Westen verlegt werden und befindet sich dann künftig in der Nähe des Haupteingangs.

Sanierung wäre unwirtschaftlich

Die zwei vorhandenen Gebäude wurden 1996 errichtet. Sie seien in einem schlechten baulichen Zustand, heißt es aufseiten der Architektin. Eine Sanierung werde aus wirtschaftlichen Gründen nicht erwogen. Mit dem Neubau soll auch eine Modernisierung einhergehen. So sind nach Auskunft der Stadtverwaltung eine Dachbegrünung geplant, Fotovoltaik sowie eine Wärmerückgewinnung. Den Angaben nach hat sich der Bauherr bereit erklärt, den Neubau innerhalb von zwei Jahren nach Baugenehmigung zu errichten und die Planungs- und Erschließungskosten für das Grundstück zu tragen. Auch bringe er die Bereitschaft zum Abschluss eines Durchführungsvertrages mit der Stadt mit.

Marktbetreiber Rainer Littau sagt, er begrüße die Pläne des Investors. „Ein Neubau bietet ganz neue Möglichkeiten der Warenpräsentation“, sagt der 60-Jährige. Froh sei er auch, dass es zu keiner Schließung kommt. Das sei nicht nur im Interesse der Kunden, sondern auch der 78 Mitarbeiter am Standort.

Der Bauablauf ist in vier Schritten geplant:

  • Der Getränkemarkt wird zugunsten eines neuen Rewe-Marktes abgerissen, wobei das Sortiment in den noch bestehenden Supermarkt integriert wird.
  • Mit Fertigstellung des neuen Rewe-Marktes ziehen das Lebensmittelangebot und der provisorische Getränkemarkt dort ein.
  • Der alte Lebensmittelmarkt verschwindet zugunsten von Parkplätzen, parallel entsteht als Anbau an den Neubau ein Gebäude für den Getränkemarkt.
  • Das Getränke-Sortiment zieht in den neuen Anbau, der Rewe-Markt kann sich nun frei entfalten.

Laut Littau stehen während der Bauphase noch rund die Hälfte der jetzt vorhandenen Parkplätze zur Verfügung. Er hat den Supermarkt am Roggenkamp im Jahr 2005 übernommen und betreibt einen zweiten „Rewe“ an der Präsidentenstraße.

Folgen für Verkehr und Lärm werden untersucht

Die Verwaltung spricht sich in ihrer Vorlage für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans aus – auch, um den Nahversorgungsstandort zu sichern. Entscheiden muss aber die Politik. Der Ausschuss für Bauen und Verkehr tagt ab 17 Uhr im Ratssaal des Ratstraktes, abschließend beraten dann am Donnerstag, 24, Juni, in der Römerberg-Sporthalle in Oberaden der Hauptausschuss (16.30 Uhr) und der Stadtrat (17.15 Uhr).

Im Zuge eines Bebauungsplanverfahrens wäre laut Verwaltung unter anderem zu überprüfen, ob die Erschließung den neuen Anforderungen genügt oder Änderungen an der derzeitigen Verkehrssituation vorzunehmen sind. Auch die Lärmsituation müsse mit Blick auf die umliegende Wohnbebauung neu beleuchtet werden. Zudem sei durch ein Verträglichkeitsgutachten nachzuweisen, dass vom Vorhaben keine erheblichen Beeinträchtigungen zentraler Versorgungsbereiche ausgingen.

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