„Paradebeispiel für Zivilcourage“

Rettungsaktion in Bergkamen: Junge (10) bricht in zugefrorenen Teich ein - Feuerwehr mahnt

Teich Eis zugefroren
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Auf diesem zugefrorenen Teich an der Bruktererstraße in Bergkamen war der Junge eingebrochen. Das Loch zeigt, wie weit der Junge bereits vom Ufer entfernt war.

Mit einer erfolgreichen Rettungsaktion haben Ersthelfer am Dienstagnachmittag ein 10-jähriges Kind in Bergkamen vor dem Ertrinken gerettet. Der Junge war auf einem zugefrorenen Teich eingebrochen.

Update vom 10. Februar, 18.30 Uhr: Bis zum Brustbereich im Wasser brach der Junge am Dienstagnachmittag in das Eis des nicht umfriedeten Ententeiches ein, berichtete die Polizei. Doch ein Anwohner half umgehend. Er organisierte eine Leiter, legte sie auf das Eis, näherte sich vorsichtig mit der Unterstützung einer Frau dem Kind und zog es aus dem Wasser. Mit einer leichten Unterkühlung wurde der Zehnjährige in eine umliegende Klinik gebracht.

StadtBergkamen
LandkreisKreis Unna
Fläche44,8 km²
Einwohner50.407

„„Unsere Gesellschaft darf sich stolz schätzen, dass sie über Menschen mit einer derartigen Hilfsbereitschaft verfügt. Die Rettungsaktion der Ersthelfer in Bergkamen ist ein Paradebeispiel für Zivilcourage“, sagte Landrat Mario Löhr als Leiter der Kreispolizeibehörde Unna. Auch Dirk Kemke, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen, lobte den „besonnenen“ Einsatz. Bei der Aktion sei vieles richtig gemacht worden. Er mahnte aber gleichzeitig, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Entscheidend sei die Anwesenheit von mehreren Personen gewesen. So hätte jemand reagieren können, wenn auch der Helfer ins Eis eingebrochen wäre. „Man muss immer für sich abschätzen, ob eine Rettung durchzuführen ist, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“, so Kemke. Alleine solle dem Notleidenden besser nur ein Gegenstand zum Rausziehen zugeworfen werden. Besonders die Abbruchkante sei gefährlich, da sie weiter einbrechen könne. Grundsätzlich sei am besten, zeitnah einen Notruf abzusetzen.

Zugefrorene Gewässer birken Gefahren

Überhaupt, so betont der Feuerwehrleiter explizit, dürften zugefrorene Gewässer niemals betreten werden. Niemand könne einschätzen, wie dick das Eis ist. Das gelte auch dann, wenn die Temperaturen in den kommenden Tagen unter null Grad bleiben. Unter dem momentanen Schnee seien zudem Luftbläschen nicht zu erkennen, die die Tragfähigkeit mindern. Bei natürlichen Gewässern erschwerten außerdem die Pflanzen am Ufer eine durchgehende Eisbildung.

Mancherorts würde das Betreten von Gewässern freigegeben. Doch zuvor nimmt die Feuerwehr zur Kontrolle Eisbohrungen vor. Das sei im Kreis Unna nicht der Fall.

In Bergkamen ereignete sich in der Nacht zu Mittwoch ein weiterer Vorfall: Ein Linienbus in Bergkamen fing bei einer Nachtfahrt Flammen. Die Feuerwehr schritt zur Tat, wobei sich einer der Einsatzkräfte verletzte.

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