Spargelernte in der Pandemie

Regelmäßige Schnelltests und Kontrollen: Diese Auflagen gelten für Spargelstecher in Bergkamen

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Zofia Wysocka und Iwona Marjanska sind zwei der fünf Erntehelfer auf dem Hof Schulze Elberg. Teilweise kommen sie seit sieben Jahren nach Rünthe. Entsprechend geübt sind sie beim Spargelstechen.

Auf dem Hof Schulz Elberg in Bergkamen-Rünthe hat die Spargelsaison begonnen. Hofbesitzerin Antje Schulze Elberg ist froh, dass ihre Erntehelfer aus Polen trotz der Pandemie anreisen konnten. Es gelten allerdings strenge Auflagen.

Rünthe – Mit einer schwungvollen Handbewegung fegt Zofia Wysocka die Plane zur Seite. Kurz darauf hat die 49-Jährige einige Spargelstangen aus dem Boden geholt und in die bereitstehende Kiste befördert. Mit geübten Handgriffen arbeitet die Spargelstecherin sich auf einem Feld des Hofes Schulze Elberg Meter für Meter voran. Mit vier Kolleginnen und einem Kollegen bildet sie das Erntehelfer-Team.

Antje Schulze Elberg ist froh, dass die polnischen Saisonkräfte trotz der Pandemie in Bergkamen arbeiten können. Und auch die Saisonkräfte sind zufrieden, wieder vor Ort zu sein. Die vier Frauen waren schon öfter zur Ernte in Rünthe. Wysocka zum Beispiel kommt seit sieben Jahren. „Wir fühlen uns hier gut aufgehoben, es ist familiär, wir werden herzlich aufgenommen“, erzählt sie. Auch die Coronapandemie ändert an dem guten Gefühl nichts. „Es ist alles bestens organisiert“, sagt Wysocka.

Nach der Ernte wäscht Przemyslaw Wierzewski die Spargelstangen ab

Damit Schulze Elberg die Saisonkräfte beschäftigen kann, muss sie einige Auflagen erfüllen. „Die Auflagen sind noch etwas strenger als vergangenes Jahr“, erzählt sie. Zwei Corona-Tests pro Woche stehen an. Eigentlich müssten die Erntehelferinnen in Einzelzimmern untergebracht sein. Die Frauen baten aber darum, nicht in Einzelzimmern schlafen zu müssen, sondern sich zwei Zimmer teilen zu können. Da es um ein Schwesternpaar und ein Schwesterntrio geht, und die Coronatests negativ waren, gab die Bezirksregierung Arnsberg die notwendige Zustimmung.

Bezirksregierung kontrolliert

Mitarbeiter aus Arnsberg bekommen die Landwirte in diesem Jahr häufiger zu sehen. „Es gibt mehr Kontrollen als im vergangenen Jahr“, berichtet die Landwirtin. Gestern Morgen stand die jüngste Kontrolle an, um die Unterbringung zu kontrollieren und sicherzustellen, dass auch auf dem Feld die Abstände eingehalten werden.

Direktvermarktung

Den Großteil des Spargels vertreibt Antje Schulze Elberg im Hofladen direkt auf dem Anwesen am Ostenhellweg. „95 Prozent verkaufen wir hier“, berichtet sie. Wegen der Corona-Pandemie gebe es nur eine sehr geringe Abnahme durch die Restaurants in der Umgebung. Geöffnet ist der Hofladen montags bis mittwochs von 9.30 bis 18.30 Uhr, von donnerstags bis samstags von 8 bis 18.30 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr.

Die Abstandsregeln sind ebenfalls ein Grund, warum Schulze Elberg froh ist, dass die fünf Frauen „alte Hasen“ im Spargelgeschäft und auf ihrem Hof sind. „Dadurch, dass wir Abstand halten müssen, wäre es schwierig, neuen Erntehelfern beizubringen, wie sie richtig und vor allem rückenschonend Spargel stechen.“

Später wird der Spargel noch nach Qualität sortiert und von einer Maschine geschält.

Przemyslaw Wierzewski (20 Jahre) ist zwar zum ersten Mal in Rünthe mit dabei „Aber er hält gut mit“, lobt Wysocka. Es sei wichtig, dass die Helfer sich untereinander verstehen. „Dann ist die Stimmung gut und die Arbeit nicht so anstrengend.“

Wierzewski sticht nicht nur Spargel. Er ist auch der Einzige im Team, der einen Führerschein hat und übernimmt die Aufgabe des Fahrers zum Feld hin und zurück.

Den Großteil der Ernte verkauft Antje Schulze Elberg im eigenen Hofladen.

Außerdem bringt er zwischendurch den gestochenen Spargel zum Hof. Mit an Bord sind dann auch Zofia Wysocka und ihre Schwester. Sie waschen und sortieren den Spargel. Wysocka übernimmt dabei die Rolle der Vorarbeiterin. Sie wiegt die Ernte und notiert die Kilozahlen. Außerdem sortiert sie die Spargelstangen anhand ihrer Qualität.

Ernte auf dreieinhalb Hektar

Vorher wird das Gemüse aber erst einmal gewaschen. Nach einer Vorwäsche mit dem Schlauch folgt ein Bad im Wasserbottich, um den feinkörnigeren Dreck zu entfernen. Im Anschluss geht es mit Hightech weiter. „Als die ersten Schälmaschinen auf den Markt kamen, haben wir gesagt, dass wir so etwas nie haben werden“, erinnert Schulze Elberg sich. Inzwischen steht die Technik aber auch bei ihr auf dem Hof. Zumindest zeitweise. „Immer mehr Kunden wollen geschälten Spargel. Darum leasen wir eine Schälmaschine.“ Das bringe den Vorteil, dass die Maschinen immer auf dem aktuellen Stand der Technik sind. Außerdem stehe die Maschine nicht im Weg herum, wenn die Saison beendet ist.

Bis dahin werden die fünf Erntehelferinnen und der -helfer aber noch reichlich zu tun haben: Es gilt, dreieinhalb Hektar abzuernten.

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