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Rechte Unterwanderung der Impfgegner? Das sagen die Demo-Anmelder

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Von: Jürgen Menke

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Die Gegen-Demonstranten versammelten sich am Busbahnhof, während die Impfgegner durch die Straßen zogen.
Die Gegen-Demonstranten versammelten sich am Busbahnhof, während die Impfgegner durch die Straßen zogen. © Liesegang

Rund 100 Protestierende boten am Sonntag in der Innenstadt aufmarschierenden Impfgegnern und Corona-Leugnern Paroli. Dass sie den selbst ernannten Querdenkern auch zahlenmäßig überlegen waren, hat für positive Überraschungen gesorgt – auch beim spontanen Anmelder der Gegendemo, Andreas Worch.

Bergkamen – Der 56-jährige Worch zieht eine zufriedene Bilanz des Engagements. Bei der Versammlung sei deutlich geworden, dass nicht die Impfgegner als Person verurteilt würden, sondern deren Unterwanderung durch die rechtsradikale Szene. „Man kann beim Impfen geteilter Meinung sein, wir haben ja Meinungsfreiheit. Aber wenn in das Handeln der Impfgegner rechtes Gedankengut einfließt, ist für mich eine rote Linie überschritten“, betont Worch.

„Eigentlich müsste man Präsenz zeigen“

Ende vergangener Woche war durch Medienrecherchen bekannt geworden, dass der Anmelder der Impfgegner-Demonstration Nähe zum rechten Milieu hat. Das habe ihn umgetrieben, erzählt Worch. „Eigentlich müsste man Präsenz zeigen“, sei sein erster Gedanke gewesen. Die „BürgerInnen gegen Rechts“ und der Arbeitskreis Demokratie hatten da bereits eigene Aktivitäten ausgeschlossen.

Spontane Anmeldung

„Am Samstagmorgen habe ich dann bei der Polizei in Unna angerufen und die Gegen-Demo angemeldet“, sagt Worch. Erst dann habe er sich überlegt, wie er das Ganze publik macht. „Da war mir meine Mitgliedschaft in der Bürgerinitiative ,L 821n – Nein’ von Vorteil.“

Schnelle Infos im Netz

Worch nutzte den WhatsApp-Verteiler, stellte die Infos auf die Facebook-Seite – dann wurden sie in großem Stil weiterverbreitet. „Auch die SPD ist auf den Zug aufgesprungen und hat sich sehr eingesetzt“, sagt Worch, der für die Partei Bündnis 90/Die Grünen stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz ist.

Ein nächstes Mal?

Er könne sich gut vorstellen, dass eine solche Demo noch einmal initiiert werde, sagt Worch. „Das muss aber nicht unbedingt von mir ausgehen“, sieht er auch andere Akteure in der Pflicht. Impfgegner, die „mit Nazis mitgehen“, könnten sich nicht gleichzeitig von deren Denken distanzieren, ist seine feste Überzeugung.

„Distanziere mich von rechter Szene“

Es gehe bei dem Protest gegen die Corona-Maßnahmen gar nicht um Rechtsradikalismus, sondern allein um Corona, meint hingegen der Anmelder der Impfgegner-Demo von Sonntag. Namentlich genannt werden wolle er nicht, sagt er im WA-Gespräch. Dabei räumt er ein, einst in der rechten Szene „politisch aktiv“ gewesen zu sein. „Doch das ist Jahre her. Heute distanziere ich mich davon“, lässt er sich zitieren.

„Einer Bitte gefolgt“

Die Demo habe er als Lünener organisiert, weil er von Gleichgesinnten aus Bergkamen darum „gebeten“ worden sei, so der Mann. Er schließe nicht aus, ein weiteres Mal aktiv zu werden.

Nächster Aufzug in Planung

Mit der Beteiligung an der Demo am Sonntag zeigt sich der Anmelder zufrieden. Derweil scheinen sich die Impfgegner auf einen nächsten Aufzug vorzubereiten. In Telegram-Foren ziehen sie gemeinsam Bilanz und stimmen ihre Aktionen ab.

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