Schulen kehren zurück zum Distanzunterricht

Realschulleiter: Technisch gut gerüstet, Leistungsbeurteilung auf Distanz schwierig

Schulleiter Jörg Lange in seinem Büro
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Der Schulleiter der Realschule Oberaden, Jörg Lange, fühlt sich für den weiteren Distanzunterricht gut gerüstet.

Bergkamen – Mit Selbsttests sollten die Schulen am Montag nun endlich wieder mit dem Wechselunterricht starten. Daraus wird nichts, seit der Inzidenzwert im Kreis Unna über 200 liegt. Lediglich Abschlussklassen können am Präsenzunterricht festhalten. Wie gehen die Schulen mit diesem erneuten Rückschlag um? Wir haben an der Realschule Oberaden (RSO) mit dem kommissarischen Leiter Jörg Lange gesprochen.

Was bedeutet die aktuelle Verfügung, dass die Schulen weiter im Distanzunterricht bleiben, konkret für den Schulbetrieb?

„Für uns heißt es jetzt wieder zurück zum Distanzunterricht“, sagt Jörg Lange. „Allerdings haben wir mit Unterstützung der Stadt und des Fördervereins der Schule nach den Osterferien einen riesigen Sprung aus dem Mittelalter nach vorne gemacht.“ Durch die Installation des neuen IT-Beauftragten der Stadt sei da Tempo reingekommen. „Wir haben jetzt ein komplettes WLAN-Netz und sind in der Lage, den Unterricht auf Distanz komplett zu streamen – und das machen wir auch in allen Fächern außer Sport oder textiles Gestalten.“ Damit ist die RSO gegenüber anderen Schulen in Bergkamen und im Kreis klar im Vorteil. „Das ersetzt nicht den Präsenzunterricht“, betont Jörg Lange, „hilft aber, das System etwas zu entlasten, und ist auch für den Lernfortschritt am förderlichsten.“

Den Lehrstoff über Distanz zu vermitteln ist eine Sache, die andere, am Ende eines Schuljahres die Leistungen der Schüler angemessen zu bewerten. „Die Landesregierung hat zu Beginn des Jahres die Voraussetzungen geschaffen, sämtliche Leistungen zu bewerten – sowohl vor Ort als auch auf Distanz – trotzdem ist es schwierig, eine Leistungsbeurteilung so hinzubekommen, wie sie sonst vor Ort stattfinden würde. Wir haben rechtlich die Möglichkeit, Ersatzleistungen einzufordern, das machen die Lehrkräfte auch, trotzdem wäre es gut, an manchen Stellen die Leistungen vor Ort zu überprüfen, das ist aber aufgrund der aktuell hohen Zahlen nicht abzusehen.“

Wie laufen Unterricht und Prüfungen für die Abschlussklassen?

Die zehnten Klassen, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen, sind als einzige auch weiterhin im Hybridunterricht – das heißt, jeweils die Hälfte der Klasse ist täglich wechselnd im Präsenzunterricht. Die zentralen Prüfungen starten am 19. Mai mit dem Fach Deutsch, am Tag darauf findet Englisch statt und die Matheprüfungen am 27. Mai. Nachschreibtermine für erkrankte Schüler sind für den 1., 2. und 8. Juni angesetzt. Nachprüfungen bei größeren Notenabweichungen werden ab 16. Juni stattfinden.

Wie gut sind die Schüler auf die Prüfungen vorbereitet?

„Alle haben alles getan, dass die Schüler bestmöglich auf die Prüfungen vorbereitet sind. Ich bin da zuversichtlich, dass diejenigen, die für die Erstellung der Prüfungsaufgaben verantwortlich sind, sich der Situation bewusst sind, und dass die Schüler, die sich gut vorbereiten, zu einem erfolgreichen Abschluss kommen“, meint Jörg Lange. Aber natürlich sei es eine Ausnahmesituation für die Schüler, die sich erstmals in solch einer Drucksituation befinden, neben all den anderen Auswirkungen, die die Pandemie auf die Kinder und Jugendlichen hat.

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