Realschule Oberaden

Neuer Rektor Jörg Lange trotz Corona-Sorgen zuversichtlich

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Jörg Lange ist vom Konrektor zum Leiter der Realschule Oberaden aufgestiegen.

Bergkamen – Als kommissarischer Leiter führte er die Realschule Oberaden durch die erste Phase der Corona-Pandemie, als Rektor ist er dabei, wenn in der nächsten Woche der Präsenzunterricht wieder beginnt: Jörg Lange hat jetzt von der Bezirksregierung die Ernennungsurkunde zum Schulleiter erhalten.

Es gibt bessere Momente, um an die Spitze einer Schule aufzurücken als mitten in einer Pandemie. Doch weil er sich in Oberaden äußerst wohlfühle, habe er die Chance ergriffen, ein entsprechendes Eignungsfeststellungsverfahren zu durchlaufen und nach erfolgreicher Bewerbung den Leitungsposten zu übernehmen, sagt Lange. Der 43-jährige Pädagoge folgt auf Godehard Stein, den es zu einer Sekundarschule nach Beckum verschlagen hat.

Lange kam im Frühjahr 2013 als Konrektor nach Oberaden, zuvor war er an einer Hauptschule in Witten tätig. Mit der Leitung der Realschule war er bereits über einen längeren Zeitraum betraut worden, als sein damaliger Chef in Elternzeit ging. Lange lebt mit Lebensgefährtin und Kind in Kamen-Methler, betreibt gerne Ausdauersport (Laufen, Rad fahren) und trainiert den Fußball-Landesligisten SuS Kaiserau.

Abstand halten ist oberstes Gebot – auch in der Realschule Oberaden. Darüber hinaus müssen alle Schüler zum Schulstart eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Bei Vergessen werden die Eltern benachrichtigt.


Die Realschule sei bis dato erfolgreich durch die Corona-Krise gekommen, der dabei eingeführte Distanzunterricht per Internet habe erfreulich gut funktioniert, sagt Lange. Gleichwohl habe man aber auch herbe Rückschläge einstecken müssen – etwa den, dass die geplante Musicalaufführung mit mehr als 100 Beteiligten nicht mehr stattfinden konnte. „Wir hatten sie für Ende März geplant, kurz vorher kam es zum Lockdown.“

Regelbetrieb wäre das falsche Wort

Mit Ende der Sommerferien herrscht für die Schüler zwar wieder Präsenzpflicht, von einem Regelbetrieb will Lange aber nicht sprechen. Vor allem, weil die kooperativen Arbeitsformen zunächst noch verboten sind, damit der nötige Abstand gewahrt werden kann. Die Schüler müssen sich auf verstärkten Frontalunterricht einstellen. Lange geht mit Zuversicht ans Werk, in ihm herrscht trotz aller Sorgen Vorfreude. „Es ist illusorisch zu denken, wir werden nie einen Corona-Fall haben, solange es keinen Impfstoff gibt“, sagt der Schulleiter. Man werde aus gesellschaftlicher Verantwortung heraus aber alles daran setzen, die Gesundheit der Schüler, Lehrer und damit auch der Allgemeinheit zu schützen und dabei den Bildungsauftrag nicht vergessen. Das erfordere ein hohes Maß an Disziplin.

Lange betont, dass die Realschule gut ausgestattet sei mit Desinfektionsmitteln und Hygieneartikeln. Man werde von der Stadt Bergkamens bestens versorgt. Der neue Rektor appelliert aber auch an die Eigenverantwortung der Schüler, ohne die es nicht gehe. Die Kinder und Jugendlichen sollten schon auf dem Schulweg auf den nötigen Abstand achten.

Alle 39 Lehrkräfte melden sich zum Dienst

Eine große Herausforderung ist nach Ansicht Langes die Maskenpflicht im Unterricht. Dass das längere Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes unangenehm sei, stehe außer Frage. Gleichwohl trage es dazu bei, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Das Kollegium der Realschule besteht aus 39 Lehrkräften. Drei hätten Vorerkrankungen oder seien wegen ihres Alters besonders gefährdet, so Lange. Doch auch diese Kollegen hätten sich zum Dienst gemeldet. Das sei löblich, unterstreicht Lange, und belege die hohe Motivation des Teams. Corona zwinge einen aber auch bei der Personalplanung, im Zweifel flexibel zu reagieren.

Der Einfluss der Pandemie auf das Schulleben bleibt weiterhin groß. Lange berichtet, dass der Sportunterricht im Freien stattfinden soll, dass in den Klassenräumen feste Sitzordnungen geplant sind und dass den künftigen AGs maximal Schüler zweier unterschiedlicher Jahrgangsstufen angehören können.

Kein Teamspiel in der Fußball-AG

In der Fußball-AG etwa darf noch mit dem Ball trainiert werden, aber kein Spiel Team gegen Team stattfinden. Das Singen ist vorerst verboten, sodass noch viele Fragen zur Musicalarbeit offenbleiben. Auch das Angebot im schuleigenen Bistro, das von Schülern geführt wird, ändert sich. „Es wird reduziert, und statt belegter Brötchen gibt es wohl erst nur trockene.“ Lange ist froh, dass unter strengen Hygienemaßnahmen auch das Mittagessensangebot aufrecht erhalten werden kann, um das sich zumeist Mütter früherer Schüler kümmern. Rund 40 Schüler nehmen regelmäßig in der Schule warme Mahlzeiten ein. „Auch hier wird’s feste Sitzplätze geben.“

Kurz vorm Schulstart will Lange die Eltern mit einem Schreiben über die Veränderungen im Schulleben informieren. Klar ist schon, dass die Begrüßung der 70 Fünftklässler unter freiem Himmel stattfindet. Einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche mit verbindlicher Anmeldung folgt ein Treffen mit Sicherheitsabstand auf dem Schulhof. Und während die drei Klassenlehrer den Neuen die Schule zeigen, werden Eltern und Großeltern diesmal nicht von Fördervereinsmitgliedern mit Kaffee und Kuchen bedient.

Bezirksregierung will Konrektor-Posten zügig ausschreiben 

Die Realschule unterrichtet künftig 460 Schüler. Alle sind aufgefordert, täglich einen Mund-Nasen-Schutz mitzubringen – als Einmal-Exemplar oder aus Stoff, der mindestens bei 60 Grad gebügelt oder gewaschen wurde. Wird er vergessen, setzt sich die Schule mit den Eltern in Verbindung. „Das ist so, als wäre der Schüler krank“, sagt Lange. Nur im Notfall gebe die Schule eigene Masken aus.

Wenn der Konrektor zum Rektor wird, bleibt weiterhin ein Posten in der Schulleitung unbesetzt. Der neue Schulleiter Jörg Lange hofft, dass er spätestens zum zweiten Halbjahr einen Stellvertreter oder eine Stellvertreterin an seiner Seite hat. Bei der Bezirksregierung heißt es, man werde die Stelle so bald wie möglich ausschreiben. Zum weiteren zeitlichen Ablauf könne man nichts sagen. Grundsätzlich würde die Corona-Pandemie Bewerbungsverfahren verlängern, weil unter anderem Gremien seltener tagten.

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