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Wir wagen etwas zum ersten Mal - Mit dem Sportwagen zur Marina

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Rünthe/Werne – Merkwürdig, wie sich so ein Auto auf die Selbstwahrnehmung auswirkt. Fahrlehrer Falk Rzepka und ich fahren mit einem Audi R8 Spyder V10 Plus durch Rünthe. Jeder, wirklich jeder, starrt uns hinterher – und wir nehmen die Blicke wahr.

Mit dem Auto ist man allerdings auch nicht zu überhören, denn der Wagen röhrt selbst in der 30er-Zone, als wären wir unterwegs zu einem Autorennen. Zu übersehen auch nicht, weil wir in einem tiefliegenden Cabrio sitzen, das mehr aus Motor, denn aus allem anderen besteht. Sportwagen zu fahren, ist eine Mischung aus Savoir-Vivre und absoluter Übertreibung. 

Das Auto hat 610 PS und ich fahre auf einer Straße zwischen Werne und Rünthe. Mein Höchsttempo liegt bei 70 Kilometer in der Stunde, mehr ist hier nicht erlaubt. Dabei bräuchte der R8 3,2 Sekunden, um von 0 auf 100 zu beschleunigen. 

Zum ersten Mal Sportwagen fahren: Mit dem Audi R8 Spyder V10 Plus durch Bergkamen

Die Serie "Zum ersten Mal"

Träume erfüllen, Ängsten stellen, neu beginnen: In unserer neuen Serie „Zum ersten Mal“ wollen wir bewusst raus aus der Komfortzone und dem Alltagstrott. In lose erscheinenden Folgen trauen sich die Mitarbeiter des Westfälischen Anzeigers selbst etwas Neues auszuprobieren oder begleiten mutige Bergkamener auf ihre eigenen Abenteuer. Seien es kleine erste Male im Alltag oder große Sprünge ins Ungewisse. Sie wollten selbst schon immer etwas ausprobieren und haben sich das noch nicht getraut? 

Wagen Sie es jetzt und nehmen Sie uns mit auf Ihren Weg. Melden Sie sich einfach per Telefon an 02383/95 30 26 oder per E-Mail an lokales-bergkamen@wa.de.

Ingenieurskunst in Perfektion: So beschreibt Falk Rzepka den Audi. In der Marina macht das Auto auf jeden Fall eine gute Figur.

Eigentlich müsste ich mit einer Geschwindigkeit von 332 Kilometer in der Stunde über die Autobahn heizen oder den Motor an der Königsallee in Düsseldorf aufheulen lassen. Stattdessen fahre ich 50 im zweiten Gang. Über den Spritverbrauch will Falk Rzepka erst gar nicht mit mir reden. „Kreuzfahrten sind schlimmer“, meint er. Der Wagen, in dem ich sitze, hat vor kurzem einem Fußballer von Borussia Dortmund gehört. Allein das spricht Bände, schließlich verbindet man Profifußballer nicht unbedingt mit bescheidenen Vernunftautos. 

Der Fahrlehrer warnt "Gib vorsichtig Gas"

Ich sitze in dem Auto, weil ich mich der Unkontrollierbarkeit des Wagens stellen wollte. Sportwagen fahren wollte ich schon immer einmal, aber es war mir immer zu teuer, zu unnötig, zu unpraktisch, zu schnell. Jetzt sitze ich in einem Auto, das eigentlich mehr als ein Sportwagen ist. Ein fahrbarer Superlativ. Alles daran ist unvernünftig – und das macht es gerade so großartig. 

Mir ist ein wenig mulmig zumute, als Rzepka sagt, ich solle sehr vorsichtig Gas geben. Ich fürchte, mit dem Auto direkt gegen etwas zu fahren, deswegen habe ich mit Falk einen erfahrenen Fahrlehrer an meiner Seite. Neues macht mir im ersten Moment oft Sorge und ich fahre zum ersten Mal ein so schnelles Auto, mein Kleinwagen schafft maximal 170 Kilometer in der Stunde. Bergab. Mit Rückenwind. Leer. Rzepka hat den Wagen gekauft, um für seine Fahrschule FR in Werne ein Alleinstellungsmerkmal zu haben. 

Ein Auto, das man ewig betrachten kann

Er bietet Erlebnisfahrten in dem Auto an – natürlich für Menschen, die schon einen Führerschein haben. Denn das Auto fordert alle Konzentration. Beschleunigen geht rasend schnell, die Lenkung reagiert sofort. Und nebenbei die Angst, das Auto zu beschädigen. 

Als ich auf dem Heimweg von der Redaktion aus wieder in meinem Kleinwagen sitze, spüre ich das Fahrgefühl noch. Ich schalte sanfter, geben behutsamer Gas, aber fahre rasanter um die Kurve. „Das ist ein Auto, für das man abends noch einmal in die Garage geht“, sagt Falk Rzepka halb ernst, halb amüsiert. „Es ist Ingenieurskunst in Perfektion.“ Die Formen, die Materialien, die Details. Die Fahrt im R8 wird für mich niemals Alltag werden. Aber sie macht klar, pure Vernunft darf niemals siegen.

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